Ich bin überzeugt: Die Nintendo Switch 2 braucht keinen Bildschirm
Kolumne
Vergesst 4K und 60 FPS! Unser Autor ist überzeugt, dass eine Nintendo Switch 2 ganz andere Dinge können muss.
Wenn Nintendo nicht aus der Vergangenheit lernt, könnte die Switch 2 zu einer kommerziellen Vollkatastrophe mutieren. Ein möglicher Nachfolger der äußerst erfolgreichen Hybridkonsole, der lediglich technische Verbesserungen bietet, hätte meiner Meinung nach das Potenzial für einen existenzbedrohenden Flop als Hardware-Hersteller. Um solch eine Prognose abzugeben, muss man weder Genie sein, noch eine Kristallkugel bemühen. Es reicht ein Blick in die Vergangenheit.
Konsolen von Nintendo - Flop oder Verkaufs-Hit?
Führt man sich die Hardware-Verkäufe von Nintendo-Konsolen zu Gemüte, stellt man schnell fest, dass sich alle Geräte, die mehr oder weniger einfach nur eine verbesserte Technik des Vorgängers boten, schlechter verkauften. Vom NES wurden stolze 61,9 Millionen Exemplare abgesetzt, das technisch verbesserte Super Nintendo kam nur noch auf 49,1 Millionen Geräte. Mit dem Nintendo 64 wagte man den Sprung in die dritte Dimension und erfand den Analogstick, der Gamecube mit lediglich aufpolierter Grafik verkaufte sich wesentlich schlechter.
Als drastisches Beispiel dient die Wii. Das Konzept der Bewegungssteuerung erwies sich als grandioser Erfolg. Nintendo verkaufte 101 Millionen Geräte, erlitt aber mit der Wii U beinahe Schiffbruch. Der Nachfolger bot mit dem Screen-Controller ein unausgereiftes Feature und ansonsten nur noch etwas hübschere, höher aufgelöste Grafik. Ein katastrophales Ergebnis von 13,5 Millionen abgesetzten Geräten war die Folge.
Bei den Handhelds verhielt es sich ähnlich. Der GBA verkaufte sich schlechter als der Game Boy, der 3DS halbierte die Verkaufszahlen des Nintendo DS. Falls eine Switch (jetzt kaufen ) 2 sich lediglich darauf beschränken sollte, skaliertes 4K am Fernseher und 1080p auf dem eingebauten Screen anzuzeigen, würde ich (und wohl auch der größte Teil der Nintendo-Zielgruppe) dies mit einem Schulterzucken quittieren.
Neue Konsole von Nintendo: Was muss eine Switch 2 können?
Natürlich wünsche ich mir ein Mario Kart 8, das auch im 4-Spieler-Couch-Koop mit 60 FPS läuft. Und bei einem Zelda: Tears of the Kingdom dürfte die veraltete Hardware der Switch ordentlich ächzen. Eine Nachfolgekonsole muss aber deutlich mehr als aufgebohrte Technik bieten: nämlich echte Innovation!
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Nur mal so hingesponnen: Wie wäre es, wenn die Switch 2 als modulares System konzipiert wird? Es gibt eine Core-Einheit ohne Screen, welche die gesamte Technik und einen Modul-Schlitz für Abwärtskompatibilität zur Switch 1 beherbergt. Diese Core-Einheit könnte man in ein Dock stecken, um auf Fernsehern und Monitoren zu spielen.
Wenn man mobil zocken will, wäre es möglich, diese Core-Einheit gemeinsam mit dem eigenen Handy in eine Controller-Vorrichtung zu spannen, um auf diese Weise einen Handheld in den Händen zu halten. Mal abgesehen davon, inwiefern meine Lösung (eher: Spinnerei) technisch realisierbar wäre, würde sie einen entscheidenden Vorteil bieten: Nintendo könnte sich den Bildschirm bei der Switch 2 "sparen".
Dadurch wäre es vielleicht möglich, ohne deutlichen Anstieg der Fertigungskosten bessere mobile Technik zu verbauen, die Dank der Core-Einheit entweder auf dem heimischen großen Screen oder dem Smartphone glänzen könnte. Ob meine Zukunfts-Vision jemals Realität wird, sei jetzt mal dahingestellt. Nintendo muss sich jedoch etwas Innovatives ausdenken, das eine Switch 2 sowohl von der externen als auch der internen Konkurrenz abhebt und dazu noch günstig zu fertigen ist.
