Ikonen der Spieleindustrie: Satoru Iwata, das Herz von Nintendo
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Im Alter von nur 55 Jahren verstarb Satoru Iwata 2015. Wir blicken zurück auf die bewegte Karriere des Mannes, der Nintendo wie kaum jemand anderes prägte.
Mother 2 kommt schließlich am 27. August 1994 in Japan für das Super Nintendo in die Läden und generiert dort noch im selben Jahr über eine halbe Million Verkäufe. Weniger gut läuft's indes in den USA, wo das Spiel ab dem 05. Juni 1995 unter dem Namen Earthbound vermarktet wird und insgesamt nur 140.000 Module verkauft. Trotzdem: In seiner Gesamtheit und im Hinblick auf den japanischen Markt, war Iwatas mutige Rettungsaktion ein voller Erfolg und Hauptgrund dafür, dass 2006 in Japan sogar noch ein dritter Teil für den Game Boy Advance erscheint.
Doch nicht nur Itoi greift Iwata während seiner Zeit bei HAL unter die Arme. Auch Game Freak, die Erfinder der Pokémon-Reihe, haben ihm viel zu verdanken. Beispiel Pokémon Goldene und Silberne Edition: Die zweite Auskopplung der Erfolgsreihe soll Ende 1999 eine riesige Bandbreite an Verbesserungen bieten. Angefangen bei 100 neuen Pokémon bis hin zu einer Echtzeituhr, die direkt mit dem Tag/Nacht-Zyklus im Spiel gekoppelt ist. All das in den begrenzten Speicher eines Game-Boy-Color-Moduls zu quetschen, stellt Game Freak irgendwann vor schier unlösbare Speicherprobleme. Zumindest bis Iwata sich in die Entwicklung einklinkt und eine neue Art der Datenkompression implementiert.
Sein Algorithmus funktioniert dabei so gut, dass die Macher sogar noch die gesamte Region des Vorgängerspiels als Bonus auf dem Modul unterbringen können, der freigeschaltet wird, sobald man die neue Johto-Region abgeschlossen hat. Schützenhilfe leistet Iwata ferner bei Pokémon Stadium, indem er das Kampfsystem der Game-Boy-Fassung in Rekordzeit (genauer gesagt einer Woche) in die Nintendo-64-Version überträgt.
Quelle: Moby Games
Super Smash Bros.
Iwatas wechselt zu Nintendo
Diese und andere Erfolgsgeschichte haben schließlich zur Folge, dass Nintendo Satoru Iwata ein überaus verlockendes Jobangebot macht und ihn im Jahr 2000 als Leiter der Planungsabteilung an Bord holt. Nicht nur das: Er wird ins Direktorengremium berufen und darf sich selbst mal ordentlich auf die Schulter klopfen, denn den Schuldenberg von damals hat HAL zu diesem Zeitpunkt tatsächlich abgebaut.
Iwata konzentriert sich fortan auf verschiedene Baustellen. So startet er beispielsweise eine Initiative, um Nintendo-Teams Werkzeuge an die Hand zu geben, die es ihnen erlauben, ihre Arbeit schneller und zeitsparender zu erledigen. Des Weiteren knüpft er neue Bande mit bekannten Publishern, die später unter anderem dazu führen, dass Capcom zunächst das Remake von Resident Evil und später noch fünf weitere Spiele exklusiv für den Gamecube veröffentlicht.
Firmenpräsident Hiroshi Yamauchi betrachtet all das, aber auch die steigenden Gewinne mit Wohlwollen und hat im Mai 2002 keinerlei Zweifel mehr, Satoru Iwata den Posten als Firmenpräsident zu übertragen. Iwata selbst weiß vor dem knapp zweistündigen Meeting übrigens gar nicht, worum es geht, und nimmt sogar kurzzeitig an, gleich gefeuert zu werden.
Quelle: Nintendo
The Legend of Zelda. Skyward Sword
Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang: Noch bevor Yamauchi abdankt, bittet er Iwata eindringlich, stets nach Wegen zu suchen, mit gänzlich neuen Spiel- und Hardware-Ideen zu experimentieren und diese in die Tat umzusetzen.
Es ist eine Anfrage, die sich Iwata besonders zu Herzen nimmt, denn Sony und Microsoft kämpfen zu diesem Zeitpunkt bereits mit sehr harten Bandagen um weitere Marktanteile und haben den Gamecube im Hinblick auf verkaufte Konsolen schon hinter sich gelassen.
Endgültige Entkopplung vom Hardware-Wettrüsten
Doch was kann noch getan werden, um gegen die zunehmende technische Übermacht der Konkurrenz zu bestehen? Für Iwata ist die Sache schnell klar: Man muss sich mit der nächsten Konsolengeneration aus dem Hardware-Wettstreit zurückziehen und stattdessen versuchen, neue Zielgruppen zu erschließen.
Bevor er richtig anpacken und seinen Plan in die Tat umsetzen kann, krempelt er firmenintern allerdings einiges um. Mitarbeitergespräche, wie er sie bereits bei HAL geführt hat, spielen dabei eine wichtige Rolle - insbesondere mit den zahlreichen Personen, die regelmäßig und direkt mit ihm interagieren. Überdies verlässt sich Iwata zur Entscheidungsfindung wieder mehr auf Daten und Analysen, statt sich wie Yamauchi von persönlicher Erfahrung leiten zu lassen.
