Ikonen der Spieleindustrie: Satoru Iwata, das Herz von Nintendo
Special
Im Alter von nur 55 Jahren verstarb Satoru Iwata 2015. Wir blicken zurück auf die bewegte Karriere des Mannes, der Nintendo wie kaum jemand anderes prägte.
Ab 2004 lässt Iwata dann zudem Abteilungen zusammenlegen, fordert mehr Teamwork ein und ruft zudem im Folgejahr ganz offiziell das "User Expansion Projekt" ins Leben. Auch Mitarbeiter aus Nicht-Entwicklungsabteilungen sollen dadurch die Möglichkeit haben, Gamedesign-Ideen zu äußern. Klingen sie spannend, wird weiter geprüft, wie sie sich in die Tat umsetzen lassen.
Innovation statt Stagnation
Wer einen Wandel wünscht, muss Risiken eingehen. Und genau das tut Iwata, indem er in enger Zusammenarbeit mit Miyamoto hinter den Kulissen die Entwicklung des GBA-Nachfolgers vorantreibt. Wichtig sind dabei vor allem zwei Neuerungen: Das Vorhandensein von zwei Bildschirmen (eine Idee, die noch von Yamauchi stammt und dem Gerät den Namen Nintendo DS beschert) sowie die Tatsache, dass das zusammenklappbare Handheld mit einem Stift über den unteren Touchscreen bedient werden kann. Letztgenanntes Feature ist wiederum auf Miyamotos Feedback zurückzuführen und findet breite Unterstützung in der Entwickler-Community. Als Startterritorium entscheidet sich Nintendo zunächst für Nordamerika, wo der Dualscreen-Taschenspieler am 21. November 2004 durchstartet und sich allein in den ersten vier Wochen über eine Million verkauft. Zusammen mit den Japan-Verkäufen (Start ist hier der 02. Dezember 2004) gelingt es Nintendo, bis Jahresende knapp über 2,8 Millionen Geräte abzusetzen.
Deutlich mehr, als Rivale Sony für möglich gehalten hatte! Der Europa-Launch folgt schließlich am 11. März 2005 zum Preis von 149 Euro. Erfolgreichster Launch-Titel ist in allen Fällen Super Mario 64 DS.
Bis Iwatas Vision der Zielgruppenerweiterung auf dem Nintendo DS langsam, aber sicher an Fahrt aufnimmt, dauert es allerdings noch bis zum 19. Mai 2005. Dann nämlich erscheint Brain Age: Train Your Brain in Minutes a Day! in Japan - ein Spiel, das verspricht, die grauen Zellen bei regelmäßiger Nutzung in Schwung zu halten.
Entwickelt wurde es, nachdem sich Iwata zum Nintendo-DS-Launch mit dem japanischen Neurowissenschaftler Professor Ryūta Kawashima getroffen und dieser ihm während einer dreistündigen Session seine überzeugende Vision eines Stift-gesteuerten Lernspiels skizziert hatte. Iwata gibt umgehend grünes Licht, und nur wenige Monate später ist das Spiel fertiggestellt.
Dem Erfolg tut dies keinen Abbruch: Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging - so der deutsche Name - startet langsam, mutiert dann aber zum Longseller, der kontinuierlich in den Charts auftaucht und Jung und Alt mit seinen durchdachten Übungen begeistert.
Was Nintendo-CEO Iwata und Professor Kawashima womöglich nie für möglich gehalten hätten: Zehn Jahre später befinden sich 19,01 Millionen Menschen im Besitz des Spiels, das noch heute als ein wichtiger Wegbereiter für die immense Massenmarkt-Popularität des Nintendo DS gilt.
Weitere Trendsetter bei der Eroberung neuer Zielgruppen sind das von Miyamoto erdachte Nintendogs, das Spieler mit süßen Vierbeinern interagieren lässt und sich mit 23,96 Millionen Einheiten Platz zwei der meistverkauften Nintendo-DS-Spiele sichert.
Quelle: PC Games
The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Kaum 3D-Power - und trotzdem ein XXL-Erfolg
Iwatas "Fun for everyone"-Strategie geht voll auf und bestätigt ihn darin, auch sein zweites Hardware-Herzensprojekt mit vollem Elan zur Marktreife zu bringen. Gemeint ist eine stationäre Spielkonsole, deren Konzeptionsphase Ende 2003 nach intensiven Gesprächen zwischen Saturo Iwata,
Shigeru Miyamoto und Gen'yō Takeda (General Manager von Nintendos Hardware-Entwicklungsabteilung) langsam anrollt. Iwata hat dabei sehr klare Vorstellungen, welche Kriterien das Produkt erfüllen muss: Nicht dicker als drei DVD-Hüllen übereinandergestapelt und zu bedienen über einen innovativen Controller, der stark von derzeitigen Konzepten abweicht.
Letztere Design-Vorgabe führt später zu einem Eingabegerät mit dem Formfaktor ähnlich dem einer Fernbedienung. Die eigentliche Revolution - daher auch der gleichnamige Codename der Konsole - ist jedoch die Tatsache, dass die Fernbedienungen mit allerlei Sensoren ausgestattet ist, die das Berechnen der Lage des Controllers im Raum ermöglichen.
