Ikonen der Spieleindustrie: Satoru Iwata, das Herz von Nintendo

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Ikonen der Spieleindustrie: Satoru Iwata, das Herz von Nintendo
Quelle: Nintendo

Im Alter von nur 55 Jahren verstarb Satoru Iwata 2015. Wir blicken zurück auf die bewegte Karriere des Mannes, der Nintendo wie kaum jemand anderes prägte.

Positiver Nebeneffekt, den niemand auf dem Schirm hatte: Kurz darauf kommt es zu Gesprächen zwischen Namco und HAL, die letztendlich dazu führen, dass die beiden Unternehmen Lizenzverträge aushandeln und HAL damit beauftragt wird, ausgewählte Namco-Arcade-Spiele für andere Plattformen zu portieren. Zum Start-Portfolio zählen unter anderem Heimumsetzungen von Rally-X und Pac-Man für den VIC-20. Iwata engagiert sich damals auf allen Ebene des Unternehmens: Er designt Spielideen, programmiert, kümmert sich um Marketing-Angelegenheiten, bestellt Essen fürs Team und hilft sogar beim Putzen kurz vor Feierabend. Lohn der Mühe: eine sofortige Vollzeitstelle nach seinem Uni-Abschluss im Jahr 1982. Viel Verständnis von seiner Familie erhält er dafür jedoch nicht. Im Gegenteil, sein Vater, der nun endgültig einsehen muss, dass Iwata eigene Wege außerhalb der Politik geht, redet ein halbes Jahr lang nicht mehr mit seinem Sohn.

Iwatas Deal mit Nintendo

Iwata lässt sich von solchen persönlichen Rückschlägen aber nicht unterkriegen, kniet sich noch mehr rein und wird bereits 1983 zum obersten Strippenzieher der Software-Entwicklung bei HAL befördert. Im selben Jahre erscheint in Japan außerdem Nintendos Family Computer, kurz Famicom.

Der damals noch 23-Jährige ist von Anfang an hingerissen von den technischen Möglichkeiten der Hardware und nimmt sich vor, selbst Games für die Heimkonsole zu entwickeln, die mit einer modifizierten Fassung der Commodore PET 6502-CPU arbeitet - der Chip, den Iwata bereits in- und auswendig kennt. Mit Erfolg!

Dank eines anderen Geschäftskontakts ist der Draht zu Nintendo schnell hergestellt und Iwata besucht kurze Zeit später das Hauptquartier in Kyoto, um die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten und einen Lizenzdeal einzutüten. Erstes Famicom-Projekt von HAL?

Golf Quelle: Moby Games Golf

Eine von Iwata innerhalb von knapp zwei Monaten (ein Monat schneller als vorgegeben) auf die Beine gestellte Portierung des Arcade-Kassenschlagers Joust von Williams Electronic, die aufgrund verschiedener Lizenz-Widrigkeiten mit Atari allerdings erst 1987 für das System erscheint.

Ein Beinbruch ist das aber nicht, denn Nintendo weiß spätestens seit Joust, wie gut, sauber und gleichzeitig schnell Iwata programmieren kann und weist ihm deshalb umgehend weitere Programmierprojekte zu, die allesamt 1984 erscheinen. Den Anfang macht Pinball am 02. Februar, gefolgt von Golf am 01. Mai und F1 Race am 02. November.

Was viele nicht wissen: Golf, das nur dank Iwatas innovativer Datenkompressions-Algorithmen als erster Konsolen-Titel seiner Zeit über 18 verschiedene Kurse verfügt, taucht Jahre später sogar in der Firmware der Nintendo Switch auf, um Iwata zu ehren.

Doch zurück in die Blütezeit des Famicom. Iwatas Talent, Zielstrebigkeit und Aufopferungsbereitschaft, gepaart mit der Expertise von HAL, führen dazu, dass Nintendo-Boss Hiroshi Yamauchi das aufstrebende Entwicklerstudio durch Investitionen enger an sich bindet und mit neuen Herausforderungen betreut.

Los geht's mit einer Arcade-Umsetzung von Vs. Balloon Fight (1984), das auf dem Famicom am 22. Januar 1985 mit dem verkürzten Namen Balloon Fight erscheint und dank einem von Joust inspirierten Zwei-Spieler-Modus ein großer Hit unter Multiplayer-Fans wird. Iwatas genialer Programmcode sorgt außerdem dafür, dass der NES-Port eine deutlich bessere Performance liefert als das Spielhallen-Original.

Iwata steigt dank seiner anhaltenden Erfolge bei HAL erneut auf und agiert nun zusätzlich als Produzent für NES-Titel wie die Brettspielumsetzung von Othello (1986), die Knobelei Eggerland (1987), das Sci-Fi-Actiongame Air Fortress (1987), den Flipper-Spaß Rollerball (1988) oder das Game-Boy-Puzzlespiel Shanghai (1989).

F1 Race Quelle: Moby Games F1 Race

Seine famosen Programmierkenntnisse sind natürlich weiterhin gefragt und zeigen sich Ende der 1980er-Jahre insbesondere in Famicom Grand Prix 2: 3D Hot Rally, welches der Offroad-Renn-Action dank gelungener Unterstützung für Nintendos Famicom 3D System - einer innovativen Stereoskopie-Brille - viel mehr Immersion verleiht.

Iwata selbst arbeitet während der Entwicklung des später nur in Japan für das Famicom Disk System erhältlichen Spiels eng mit Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto zusammen und eignet sich dadurch viele weitere Gamedesign-Kenntnisse an. Fähigkeiten, die er sich später unter anderem in Spielen wie Kirby's Adventure (März 1993) zunutze macht.

Aufstieg zum Firmenpräsidenten bei HAL

Anders als bei Nintendo, die Anfang der 1990er-Jahre dank des Super Nintendos auf einer weiteren Welle des Erfolgs reiten, sieht es bei HAL düsterer aus.

Das schnelle Anwachsen der Belegschaft, der Umzug in neue, teurere Räumlichkeiten und die Kostenexplosion während der insgesamt vierjährigen Entwicklung des nur für den japanischen Markt konzipierten Adventures Metal Slader Glory (Producer: Satoru Iwata) reißen damals große Löcher in das Budget von HAL. So große, dass das Studio im wahrsten Sinne des Wortes vor dem finanziellen Aus steht und ausstehende Schulden von 1,5 Milliarden Yen nicht begleichen kann.

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