40 Jahre Famicom/NES: Als Nintendo die Videospiele-Welt rettete

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
40 Jahre Famicom/NES: Als Nintendo die Videospiele-Welt rettete
Quelle: Evan-Amos, Public domain, via Wikimedia Commons

Vor dem NES kam das Famicom: Die Heimkonsole ebnete den Weg für Nintendos fortwährenden Erfolg und revolutionierte die Gaming-Welt. Unser Rückblick!

Erst danach wurde das System zum Erfolg. Innerhalb der ersten anderthalb Jahre verkaufte sich das Spielgerät über 1,5 Millionen Mal in Japan. Uemura bekam die steigende Beliebtheit am eigenen Leib zu spüren. Er lebte damals in einem großen Gebäudekomplex, in dem viele Menschen lebten und von denen einige seine Position bei Nintendo kannten. Und so wurde er immer häufiger auf Hardware-Probleme angesprochen und musste seine Nachbarn beraten.

Ein wichtiges Mittel zum Erfolg war die Lizenzierungspolitik von Third-Party-Spielen. Der Nintendo Family Computer startete zunächst ausschließlich mit intern programmierten Spielen. Wollten externe Firmen für das Famicom und auch spätere Konsolenmodelle Titel veröffentlichen, mussten diese von Nintendo lizenziert werden. Diese Vereinbarung untersagte Entwicklern beispielsweise, ursprünglich für Nintendo-Plattformen veröffentlichte Spiele an andere Konsolenhersteller zu verkaufen. Zugleich aber kontrollierte Nintendo auch, dass die Produkte einen gewissen Qualitätsstandard einhielten und zur Zielgruppe passten. Kontroverse Themen wie Gewalt, Politik oder gar Religion kamen daher nicht vor. In der Super-Nintendo-Version von Mortal Kombat (1993) beispielsweise fliegen statt des Blutes der Teilnehmer nur Schweißtropfen über den Schirm.

Um langfristigen Erfolg zu haben, musste der Nintendo Family Computer allerdings auch international groß rauskommen. Für den Start unter anderem in Nordamerika passte Nintendo die Plattform noch einmal an und nahm konzeptionelle und visuelle Veränderungen vor.

Tennis am Famicom/NES Quelle: Moby Games Die rot-weiße Hülle wich einem modernen, hellen Grau. Die eckige Form wirkte geradezu futuristisch. Zudem veränderte man die Ladefunktion der Cartridges und passte diese an die zu der damaligen Zeit sehr populäre Mechanik von Videorekordern an.

Man legte das Modul also ein und drückt es anschließend herunter, um eine optimale Verbindung der Kontakte herzustellen. Danach schloss man die Klappe, sodass die Cartridge im Gerät verschwand. Nintendo verwarf auch die fest verbauten Controller, sodass Kunden defekte Steuergeräte einfacher austauschen konnten. Hinzu kam eine Reihe weiterer Anpassungen bezüglich der TV- und Stromnormen.

Die internationale Expansion in Verbindung mit starken First-Party-Spielen à la Super Mario Bros., The Legend of Zelda und Metroid und auch hochwertiger Drittentwickler-Kost (allen voran von Konami und Capcom) ebnete schlussendlich den Siegeszug des Nintendo Family Computers beziehungsweise des Nintendo Entertainment Systems.

Gemeinsam verkauften sich die Konsolenversionen im Verlauf weltweit über 61 Millionen Mal. Über eine halbe Milliarde Spiele gingen für die Plattformen über die Ladentheke. Bis zum Erscheinen der Wii waren somit Famicom und NES (jetzt kaufen ) zusammengezählt Nintendos erfolgreichste stationäre Spieleplattform.

Auf die Fragen hin, wie die Entwicklung und der Erfolg des Nintendo Family Computers und des späteren Nintendo Entertainment Systems ihn selbst verändert hätten, meinte Uemura gegenüber Polygon: "Es war der Keim, der mich dazu brachte, über viele verschiedene Dinge nachzudenken. Früher war ich nur ein typischer Büromuffel, aber dann stieß ich auf Spielzeug und das veränderte meine Lebenseinstellung in vielerlei Hinsicht."

Und so veränderten die Konsolen nicht nur die Leben von Millionen von Menschen und die Videospielindustrie, sondern auch das ihres Schöpfers selbst.

Mit R&D2 erschuf Masayuki Uemura auch die Nachfolgekonsole Super Famicom beziehungsweise Super Nintendo und war zudem an der Entwicklung der nur in Japan erhältlichen Famicom Disk System und Super Famicom Satellaview sowie des NES Zappers beteiligt. Im Spielebereich konnte der Japaner ebenfalls seine Fußspuren hinterlassen, indem er als Produzent für einige Titel verantwortlich zeichnete, darunter NES-Hits wie Ice Climber, Golf und Tennis sowie die Heimversionen von Donkey Kong, Donkey Kong Jr. und Mario Bros. Aber das ist eine andere Geschichte ...

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