Nightmare Reaper im Test: Einer der besten Shooter des Jahres

Test Felix Schütz
Nightmare Reaper im Test: Einer der besten Shooter des Jahres
Quelle: Blazing Bit Games

Außen retro, innen ein Brett: Die unscheinbare Indie-Überraschung entpuppt sich im Test als modernes Action-Juwel. Wir haben den Mix aus Rogue-lite und Loot Shooter rauf und runter gespielt. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer hinter die pixelmatschige Fassade blickt, wird mit einem der besten Singleplayer-Shooter des Jahres belohnt.

Ähnlich wie in einem simpel gestrickten Diablo haben Waffen auch Seltenheitsstufen und zufällige Boni, die für Abwechslung sorgen. Da verschießt die AK-47 plötzlich Sprengstoffgeschosse oder der Raketenwerfer ballert blitzschnell, ohne nachzuladen. Eine Mordsgaudi! In jedem Level gibt's außerdem spezielle Kammern, in denen kleine Geschicklichkeitsaufgaben warten. Die sind zwar freiwillig und können sogar etwas nerven, doch am Ende lockt immer eine hübsche Schatzkiste, die eine neue Knarre enthält. Doch die Sache hat natürlich auch einen Haken: Jedes Mal, wenn ihr einen Level beendet, müsst ihr eure schönen Fundsachen wieder abgeben. Anfangs dürft ihr nur eine einzige Kanone behalten und in den nächsten Level mitnehmen, der Rest wird automatisch zu Geld gemacht. Noch mehr Kohle gibt's, wenn ihr es schafft, alle Gegner zu erledigen, alle Schätze zu sammeln und alle Secrets zu entdecken. Das sorgt für einen dicken Goldbonus und motiviert, jede Ecke gründlich abzusuchen und auf brüchige Wände zu achten. Dahinter verbergen sich nämlich immer Geheimkammern, in denen ein paar Schätze auf uns warten.
Fette Beute: Ihr dürft mehr als 80 Waffen in mehreren Qualitätsstufen abstauben. Quelle: PC Games Fette Beute: Ihr dürft mehr als 80 Waffen in mehreren Qualitätsstufen abstauben.

Motivierende Upgrades

Und wozu das viele Gold? Im Spielverlauf schaltet ihr drei Retro-Minigames frei, die ihr danach jederzeit starten könnt. Das erste ist ein simpel gestricktes Jump & Run im Stil von Super Mario Bros. Danach folgt eine Schmalspurversion von Pokémon und das dritte Minispiel lässt euch in einen Raumjäger steigen, mit dem ihr euch im Gradius-Stil durch kurze Levels ballert. Diese Retro-Einlagen sind zwar sympathisch, aber auch zeitaufwändig und machen höchstens ein paar Minuten lang Spaß. Trotzdem lohnt es sich, hier möglichst viel zu erledigen, denn über diese Minispiele schaltet ihr auch tonnenweise dauerhafte Upgrades frei. Mit eurem gesammelten Gold könnt ihr beispielsweise mehr Munition, einen nützlichen Dash, einen praktischen Doppelsprung, wertvolle Resistenzen, mehr Lebenspunkte und vieles, vieles mehr kaufen. Das zweite Minigame lässt euch Slots freispielen und diese mit Tränken befüllen, dadurch erhaltet ihr für jeden Run starke Boni, aber auch zufällige Nachteile. Und wer den hohen Zeitaufwand nicht scheut, kann sich im Raumjäger-Minispiel sogar dauerhafte Pets verdienen, die dann automatisch Gegner angreifen oder euch heilen - damit spielen sich die letzten Levels fast schon von selbst.

Bildergalerie

Tödlicher Kreislauf

Nightmare Reaper verwendet zwar einige Rogue-lite-Mechaniken, ist im Kern aber trotzdem ein linearer Shooter mit Anfang, Mitte und Ende. Sobald ein Level abgeschlossen ist, geht es ab in den nächsten, ihr müsst also nach einem Tod nicht wieder von vorne anfangen. Zwischen den Albträumen landet ihr allerdings immer wieder im kargen Klinikzimmer. Hier öffnen sich nach und nach neue Wege, wie genau, verraten wir nicht. Nur so viel: Wer die Augen offenhält und das gruselige Gebäude sorgfältig absucht, schaltet am Ende einen New-Game-Plus-Modus frei.

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Doch selbst wenn ihr es bei nur einem Durchgang belasst, könnt ihr locker 20 Stunden einplanen, bis ihr eines der beiden Enden erlebt habt. Das ist zwar ein satter Umfang, allerdings bleibt das Spielprinzip auch immer gleich - und deshalb könnten manche das Spiel sogar als zu lang empfinden. Trotzdem waren wir bis zum Finale motiviert: Der Kreislauf aus Waffen sammeln, Zufallslevels erkunden und Upgrades kaufen lässt zwar Abwechslung vermissen, eignet sich aber perfekt für den Feierabend. Und wem das alles noch nicht reicht, kann sich auch an den zahlreichen Arenen versuchen, die man im Spielverlauf freischaltet. Dort spawnen immer stärkere Gegnerwellen, die irgendwann für eindrucksvolle Massenschlachten sorgen, in denen die Framerate auch mal spürbar einknicken kann.

Brachialer Soundtrack

Während man über die pixelige Retro-Grafik geteilter Meinung sein kann, verdient der Sound uneingeschränktes Lob: In den Kämpfen sorgt das Spiel mit deftigen Gitarren-Riffs für Pulsrasen, beim Erkunden wird das Geschehen dagegen von ruhigen Klängen stimmungsvoll untermalt. Auch die satten Soundeffekte sind ein Pluspunkt und verpassen vielen Waffen den nötigen Wumms. Wenn dazu noch die Pixelfetzen fliegen (und glaubt uns, das tun sie!), ist für Atmosphäre gesorgt. Die Musik wurde von Andrew Hulshult komponiert, der sein Können schon mit Shootern wie Dusk, Amid Evil oder Doom Eternal: The Ancient God s unter Beweis gestellt hat.

Wertung zu Nightmare Reaper (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Fantastische WaffenauswahlBefriedigendes GunplayGelungene Elemente aus Loot-Shootern und Rogue-litesStarker SoundtrackAtmosphärisches Retro-DesignSchweißtreibende ArenenVielfältige UmgebungenSolide ZufallselementeSehr ordentlicher UmfangNew Game PlusFairer Preis
Wenig echte Highlights, der Gameplay-Loop bleibt immer gleichMinispiele kosten viel Zeit und lassen sich nicht überspringenGeschmackssache: Der GrafikstilWird gegen Spielende zu leichtSchwaches Story-FinaleKein Multiplayer oder Koop

Meinung

Nightmare Reaper ist auf Steam und GOG erhältlich, der Preis liegt bei fairen 21 Euro. Eine Konsolenfassung ist bislang nicht angekündigt. Für noch mehr Tests und Eindrücke zu modernen Retro-Shootern schaut einfach mal in diesem Special vorbei, in dem wir ein paar Highlights für Shooter-Fans zusammengestellt haben.

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