Nier Automata im Switch-Test: Existenzkrise für die Hosentasche
Test
Eines der bestenSpiele der letzten Konsolengeneration ist jetzt für Nintendo Switch verfügbar: Nier Automata. Wie gut ist der Port gelungen? Test!
Der überragende Soundtrack trägt dabei einen großen Teil zum emotionalen Impact des Spiels und seiner Atmosphäre bei. Obwohl die Stücke in einer Fantasiesprache eingesungen wurden, steckt enorm viel Gefühl in der Musik: Hier geben sich ruhige Piano-Melodien, gespenstischer Chorgesang und dramatischer Orchester-Sound die Klinke in die Hand und begleiten die emotionale Achterbahnfahrt der Geschichte auf eine äußerst einprägsame Weise.
Auch spielerisch steckt der Titel voller Überraschungen. Prinzipiell ist Nier ein klassisches Hack & Slay, und zwar, weil es von den Bayonetta-Machern bei Platinum Games entwickelt wurde, ein sehr gutes. Ihr dürft zwei verschiedene Nahkampfwaffen ausrüsten und intuitiv zu Combos verbinden, eure schwebenden Robo-Begleiter bieten außerdem eine Fernkampfoption. Perfektes Ausweichen lässt euch saftige Gegentreffer verteilen. Zwar ist das System insgesamt nicht so komplex wie bei der Hexenkollegin, für ein Action-Rollenspiel ist die Vielfalt an Waffen und vor allem Gegnern aber sehr gelungen.
In diesem Artikel
Genre: Einmal alles bitte
Nier ist darüber hinaus für seine häufigen Wechsel bei Gameplay und Kameraperspektive bekannt: Während ihr die kleine, aber recht offen gestaltete Spielwelt aus der Third-Person-Ansicht erkundet, schwenkt das Spiel in den Hauptmissionen auch gerne mal in die 2D- oder Vogelperspektive.
Seid ihr an Bord eurer Flugeinheiten unterwegs oder benutzt einen Hacking-Angriff, spielt sich Nier dagegen wie ein klassisches Shoot 'em Up.
Auch hier wechselt die Perspektive gerne zwischen vertikalem Shooter und Sidescroller. Wie beim Vorgänger, Nier: Replicant, haben die Entwickler sogar Text-Adventure-Passagen ins Spiel eingebaut! Euch erwartet also nicht nur eine Story-, sondern auch eine Gameplay-Wundertüte, und wegen der einheitlich gestalteten Steuerung gehen die Perspektivwechsel sehr gut von der Hand.
Quelle: PC Games
Das Kampfsystem ist wie von Platinum-Titeln gewohnt ein echtes Highlight und punktet dank der hohen Gegnervielfalt mit ordentlich Abwechslung.
Anleitung zum Menschwerden
Neben der Hauptgeschichte, die über mehrere Spieldurchgänge hinweg erzählt wird, gibt es bergeweise Nebenmissionen für Androiden, YoRHa-Kollegen und Maschinenwesen zu erledigen, die nach und nach auf der Weltkarte aufploppen. Zwar beschränkt sich der spielerische Gehalt dieser Missionen meist auf Hol- und Bring-Aufgaben. Doch viele der Sidequests liefern auch wichtige Story-Schnipsel, bereiten auf clevere Weise spätere Plot-Twists vor oder sind schlicht wegen ihrer schrägen Prämissen und liebenswerten Charaktere unterhaltsam.
Quelle: PC Games
Auf Sartres Spuren: Es macht großen Spaß, den Figuren im Spiel beim Entdecken und Entschlüsseln der menschlichen Kultur zuzusehen.
Eine freundlich gesinnte Maschine hat sich beispielsweise völlig in den Werken des Philosophen Jean-Paul Sartre verloren und versucht euch bei jedem Besuch mit existentialistischen Fragen ein Ohr abzukauen. Ein Widerstands-Androide sucht dagegen etwa nach Ersatzteilen für sein kaputtes Bein und fragt sich, wie viel von seinem Ich noch übrigbleibt, wenn er mehr und mehr seiner ursprünglichen Körperteile ersetzt.
Upgrades fürs Betriebssystem
Indem ihr Quests erledigt und Feinde besiegt, steigt ihr im Level auf und erhaltet Materialien zur Waffenverbesserung, sowie sogenannte Chips, mit denen ihr nützliche Boni freischaltet. Neben Standardkram wie höherer Bewegungsgeschwindigkeit, mehr Schaden oder besseren Drop-Raten gibt's auch interessante Upgrades, die euren Angriffen etwa Schockwellen verleihen, Items magnetisch anziehen oder in der Nähe von Projektilen die Zeit verlangsamen.
Quelle: PC Games
Bei den Bossgegnern setzt das Spiel gerne auf Bullet-Hell-Elemente: Ihr werdet mit Strahlen- und Kugelmustern beschossen und müsst die kleinen Lücken ausnutzen.
Dabei sind eurer Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Nier lässt euch beispielsweise seine Bildschirmanzeigen über dieses Chipsystem deaktivieren, wenn ihr noch mehr Speicherplatz möchtet. Sogar den System-Chip eures Androiden-Betriebssystems könnt ihr entfernen - was dann passiert, findet ihr aber lieber selbst raus!
