Militäreinsätze, Königreichs-Bau, Fazit, Meinung, Wertung
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Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs im Test: Charmant, kreativ und wunderschön - Mit Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs erscheint eines der besten JRPGs der letzten Zeit! In unserem Review verraten wir, was das Abenteuer so besonders macht und gehen auf die verschiedenen Spielelemente ein, welche euch erwarten!
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Chibi-Schlachtplatte
Neben den normalen Gefechten erwarten uns auch die sogenannten Militäreinsätze. Erkennbar durch spezielle Marker auf der Oberwelt, treten wir hier in der Chibi-Optik und etwas weniger direkt an. Wir steuern Evan, haben aber stets bis zu vier Einsatztruppen, bestehend aus mehreren Soldaten, an unserer Seite, die wir auf Knopfdruck kreisförmig um uns herumbewegen können. Mit diesen treten wir gegen feindliche Truppen und ihre Anführer an und geben uns in Schere-Stein-Papier-Manier auf die Mütze. Jede Einheit verfügt nämlich über eine bestimmte Angriffswaffe, etwa Pfeil und Bogen oder Schwert, die gegen eine der anderen Waffen besonders effektiv oder eben besonders anfällig ist. Durch geschicktes Manövrieren müssen wir hier versuchen, gleichzeitig möglichst viel Schaden auszuteilen und unsere Verluste in Grenzen zu halten.
Quelle: PC Games
Dank sehr fair gesetzter Schnellreisepunkte hält sich der Frust auch bei den zu häufigen Sammelmissionen in Grenzen.
Dank unseres sogenannten Einsatzmittel-Wertes können wir zwar neue Soldaten herbeirufen, und auch mächtige Attacken wie ein Bombardement von oben auslösen, wenn dieser zu niedrig ist oder gar auf Null fällt, war es das aber mit dem Nachschub und wir verlieren unweigerlich. Also ist es klug, auch auf die Umgebung zu achten und zum Beispiel gegnerische Gefechtstürme zu zerstören und für unsere Seite wieder aufzubauen, um externe Angriffskraft verfügbar zu machen und gleichzeitig Ressourcen zu sparen
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Quelle: PC Games
Über die Welt verteilt treffen wir auf verfluchte, besonders starke Feinde, die zu den größeren Herausforderungen des Abenteuers zählen.
Auch diese Schlachten sind sehr simpel, machen aber ebenfalls Laune. Das Dumme ist nur, dass wir unsere Truppen nicht wie unseren normalen Erfahrungslevel quasi im Vorbeilaufen verbessern können. Exzessives Grinding ist dank einer gut ausbalancierten Anspruchskurve und des geringen Schwierigkeitsgrades in den normalen Kämpfen nämlich nicht notwendig. Bei den Militäreinsätzen muss man aber ganz gezielt in die Schlacht ziehen, um besser zu werden. Da im Verlauf der Haupthandlung mehrere Militäreinsätze zwingend geschlagen werden müssen, kommt man hier um etwas Fleißarbeit nicht umhin, auch, wenn einem diese Art von Kämpfen nicht zusagen sollten. Glücklicherweise verliert man aber auch die Erfahrung nicht, die man in verlorenen Schlachten erhalten hat - das mildert diesen Umstand etwas.
Kingdom Come
Das wohl beste Spielelement von Ni No Kuni 2 haben wir uns für den Schluss aufgehoben: den Aufbau unseres Königreichs! Wie bereits erwähnt, wurde unserem spitzohrigen Protagonisten Evan sein Thron unterm Hintern weggemopst und er steht nun vor der Aufgabe, aus dem Nichts eine neue Monarchie aus dem Boden zu stampfen. Gesagt, getan! Ab einem bestimmten Punkt in der Handlung siedeln wir uns auf einem idyllischen Flecken Erde an und lassen dort unsere neue virtuelle Heimat Minapolis entstehen.
Spielerisch wird dies im Rahmen einer Art simplem Städtebau-Simulator gelöst. Mit dem Thronraum als Dreh- und Angelpunkt bauen wir nach und nach neue Einheiten wie Läden, Produktionsstätten für Ressourcen, Forschungsinstitute, mit denen wir neue Fähigkeiten auch für Kämpfe, Militäreinsätze und Co. erlernen können, und mehr.
Quelle: PC Games
Die Welt des Abenteuers unterteilt sich in zwei Kontinente. Nicht alle Bereiche sind allerdings im Laufe der Handlung relevant.
Anstatt mit der Standard-Währung Gold, mit der wir etwa in Shops in den verschiedenen Königreichen einkaufen können, werden Bauaufträge und mehr in unserem eigenen Reich mit speziellem Geld erstanden. Mit jedem errichteten Gebäude und jeder anderen Aktion, die Minapolis nach vorne bringt, steigt unser Einflusswert an. Der bestimmt, wie viel Geld in unsere Kasse wandert. Muss man hier zu Beginn viele Echtzeit-Minuten warten, bis man ein paar mickrige Kröten beisammen hat, bekommt man nach und nach immer gewaltigere Summen ausgezahlt, sobald das Königreich eine gewisse Größe erreicht hat. Doch Gebäude allein reichen natürlich nicht für eine funktionierende Gesellschaft. Ebenso wichtig ist es, Bewohner anzuwerben. Ein paar wenige schließen sich uns automatisch im Spielverlauf an, die meisten gilt es jedoch in Nebenmissionen von unserer Sache zu überzeugen.
Quelle: PC Games
Die Gestaltung der Dungeons ist etwas rudimentär ausgefallen. Höhlen, Waldgebiete, Schreine und Co. sehen einander stets ziemlich ähnlich.
Einmal da, können und müssen wir sie den verschiedenen Einrichtungen zuweisen. Eine Schreinerei versorgt uns logischerweise nur mit Holzwaren, wenn auch jemand dort arbeitet. Ebenso müssen Forschungen von zugeteilten Bewohnern ausgeführt werden - je mehr, desto schneller geht's voran. Zusätzlich verfügen viele Figuren über spezielle Talente, die für bestimmte Rollen in der Stadt zwingend notwendig sind. Als Sänger in der königlichen Oper ist zum Beispiel eine Figur mit dem Talentprofil "Legendäre Diva" vonnöten. Es lohnt sich also, auch gezielt nach neuen Bewohnern zu suchen!
Gebäude, Einfluss und Bewohner zusammen sind notwendig, damit wir unser Königreich als Ganzes in mehreren Stufen weiter ausbauen können. Dadurch wird es nicht nur größer und schöner, wir erhalten auch neue Bauflächen, erweiterte Forschungsfelder und allerlei andere nette Stadt-Updates.
Auch beim Königreichs-Bau gilt: De facto funktioniert er sehr simpel. Die Grundlagen hat man schnell verstanden und kreativen Freiraum, etwa durch frei setzbare Gebäude, gibt es leider nicht. Der Aufbau der Stadt ist also fest vorgegeben. Tatsächlich verbringen wir den Großteil unserer Zeit mit Warten - auf abgeschlossene Forschung, auf Geld, auf neue Ressourcen. Da man diese Zeit aber stets nutzen kann, um die Handlung weiter voranzutreiben, Nebenmissionen zu absolvieren oder neue Bewohner für das Königreich zu gewinnen, kommt hier nie Langeweile auf. Und die schiere Größe der Stadt und die Menge an Dingen, die man darin tun kann, machen diese Mikromanagement-Orgie zu unserem persönlichen Highlight des Abenteuers. Schön auch, dass jeder unserer Bewohner zumindest über einen Namen und eine kleine Vorgeschichte verfügt, was dem ganzen Treiben deutlich mehr Persönlichkeit verleiht.
Quelle: PC Games
Mit durch Kämpfe erhaltenen, speziellen Punkten können wir verschiedene Parameter ändern, die bestimmen, wie stark wir gegen bestimmte Feindesarten sind.
Wie bei den Militäreinsätzen gilt aber auch hier: Es war vielleicht nicht die klügste Entscheidung der Entwickler, den Bau des Königreichs als integralen Bestandteil der Kampagne umzusetzen. Wer das Ende des Spiels sehen will, gelangt zweimal an Stellen, an denen er nicht umhin kommt, sich um den Aufbau seines Reiches zu kümmern - wer daran keinen Spaß hat, hat Pech gehabt.
Einfach bezaubernd!
Wer mit diesen künstlichen Wegblockaden leben kann - beziehungsweise ohnehin seine Freude an den verschiedenen Spielelementen findet, der bekommt eines der charmantesten JRPGs der letzten Jahre spendiert. Ja, es gibt anspruchsvollere Abenteuer. Aber die schiere Menge an kreativem Herzblut, die hier in die Gestaltung der Welt und die Erzählung geflossen sind, machen alle Kritikpunkte wieder wett.
