Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom: Charmant, wunderschön und abwechslungsreich - eine würdige Fortsetzung - jetzt auch mit Testvideo!

Test Lukas Schmid 49,99 €
Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom: Charmant, wunderschön und abwechslungsreich - eine würdige Fortsetzung - jetzt auch mit Testvideo!
Quelle: PC Games

Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs im Test: Charmant, kreativ und wunderschön - Mit Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs erscheint eines der besten JRPGs der letzten Zeit! In unserem Review verraten wir, was das Abenteuer so besonders macht und gehen auf die verschiedenen Spielelemente ein, welche euch erwarten!

Wir stellen fest: Die Definition dessen, was ein Königreich sein kann, ist schwammig. Während es Stadtkönigreiche tatsächlich gab und gibt, geht es in Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs noch einmal kleiner zu Werke. In der Welt des Spiels handelt es sich dabei nämlich nicht um ausufernde Landstriche voller verschiedener Gemeinden, oder zumindest um große Metropolen, sondern um einzelne, sehr übersichtliche Gemeinden, eben beherrscht von einem König. Aber diese kreative Definitionsfreiheit sei den Entwicklern von Level-5 gegönnt, denn um diese Idee herum haben sie ein derart charmantes Abenteuer gestrickt, das sich wirklich kein Japano-Rollenspiel-Fan entgehen lassen sollte.

Hauptfigur des zauberhaften RPG-Ausflugs ist der junge Evan, seines Zeichens seit dem Dahinscheiden seines Vaters König über ein ebensolches Stadt-Königreich namens Katzbuckel - und von der Situation heillos überfordert. Es kommt, wie es laut Dramaturgie kommen muss: Nach einem gewaltsamen Putsch unter Führung von Vizekönig Ratoleon muss Evan aus Katzbuckel fliehen.

Sind wir auf der Oberwelt unterwegs, so werden unsere Helden als putzige Chibi-Figuren dargestellt. Quelle: PC Games Sind wir auf der Oberwelt unterwegs, so werden unsere Helden als putzige Chibi-Figuren dargestellt. Zum Glück steht ihm der heldenhafte Roland zur Seite. Dieser wurde soeben aus unserer Realität in das Fantasy-Reich des Spiels geschleudert und muss sich ebenfalls erst mit der ungewohnten Situation arrangieren. Gemeinsam machen sie sich auf, das Unrecht, das in Katzenbuckel geschehen ist, wieder zurechtzurücken und gleichzeitig einen neuen Plan zu verfolgen: unter einem frischen Banner ein neues Königreich zu errichten und Bürger für sich zu gewinnen.

Einzigartige Atmosphäre

Was klingt wie eine monarchische Glorifizierungsorgie, ist in Wahrheit eine trotz weltumspannender Entwicklungen relativ subtile, sehr gefühlvolle Erzählung. Wir wollen hier natürlich keine Details aus der Geschichte spoilern, aber sie entwickelt sich deutlich anders, als man das angesichts dieser Prämisse denken würde. Vor allem aber wird sie getragen von ungemein sympathischen Figuren, die zwar nicht außergewöhnlich tiefgründig gezeichnet daherkommen, aber alle über nachvollziehbare und glaubwürdige Emotionen und Motivationen verfügen. Das trifft natürlich vor allem auf unsere Heldentruppe zu - die im Laufe des Abenteuers freilich weiter anwächst und Evan und Roland in ihren Bestrebungen unterstützt -, aber auch auf viele der NPCs.
An allen Ecken und Enden der Spielwelt finden wir Gnuffis, deren Werte wir verbessern können und die uns im Kampf zur Seite stehen. Quelle: PC Games An allen Ecken und Enden der Spielwelt finden wir Gnuffis, deren Werte wir verbessern können und die uns im Kampf zur Seite stehen. Kaum eine Figur ist böse, nur um des böse sein willens, jede kommt mit ihren Stärken und Schwächen daher. Uns gefällt, dass das Spiel versucht, vor allem durch positive Emotionen zu überzeugen - selten haben wir ein so nettes Spiel erlebt! Auch auf allzu krasse Genre-Klischees, wie man sie aus vielen JRPGs gewohnt ist (die reine Jungfrau, der tollkühne Held, die Domina, der 35-jährige alte, weise Mann), wird dankenswerterweise verzichtet. Was bleibt zu sagen außer: toll! Da verzeiht man auch die etwas uneinheitliche Präsentation, in der gefühlt willkürlich zwischen vertonten Szenen und solchen, in denen wir Untertitel lesen müssen, gewechselt wird.
Das Kampfsystem ist nicht sonderlich kompliziert, die Schlachten gegen teils große Gegnerscharen machen aber Spaß. Quelle: PC Games Das Kampfsystem ist nicht sonderlich kompliziert, die Schlachten gegen teils große Gegnerscharen machen aber Spaß. Die Zwischensequenzen an sich sind aber sehr gut gemacht und profitieren ungemein von der Tatsache, dass niemand geringeres als Yoshiyuki Momose, (ehemals Charakter-Designer beim legendären japanische Animationsstudio Studio Ghibli) wie schon beim (nicht für PC erschienenen) ersten Nin No Kuni für den Artstyle des Spiels verantwortlich ist. Der einzigartige Zeichenstil passt hervorragend zu dem Abenteuer und verleiht ihm einen besonderen Flair. Überhaupt beeindruckt die Technik des Spiels, von vereinzelten Rucklern, wenn mal viel auf dem Bildschirm los ist, abgesehen. Die englischsprachigen, aber deutsch untertitelten, beziehungsweise wahlweise japanischen Sprecher machen ihren Job sehr gut und Ohrwurm-verdächtige Melodien untermalen das Spielgeschehen stets passend.
Die (simplen) Rätselarten des Spiels werden netterweise nicht ständig wiederholt. Hier etwa gilt es, riesige Zahnräder richtig anzuordnen, um weiterzukommen. Quelle: PC Games Die (simplen) Rätselarten des Spiels werden netterweise nicht ständig wiederholt. Hier etwa gilt es, riesige Zahnräder richtig anzuordnen, um weiterzukommen.

Kleiner Held, große Welt

Waffen, Klamotten, Zauber und Co. lassen sich im Menü anlegen und beeinflussen die Werte unserer Party-Mitglieder. Quelle: PC Games Waffen, Klamotten, Zauber und Co. lassen sich im Menü anlegen und beeinflussen die Werte unserer Party-Mitglieder. Ein Spiel kann bezüglich Handlung und Präsentation noch so überzeugen, dennoch muss es Gameplay-technisch was auf dem Kasten haben, um Spaß zu machen. Zwar ist Ni No Kuni 2 spielerisch nicht so außergewöhnlich wie in atmosphärischer Hinsicht, aber dennoch mehr als ordentlich gelungen. Nach einer kurzen Tutorial-Sequenz werden wir in die offene Spielwelt des Abenteuers geworfen. Auf dieser sind wir in anderer Ansicht unterwegs als in Kämpfen oder sobald wir Städte oder Dungeons betreten. In putziger Chibi-Optik steuern wir unseren Trupp hier durch die Gegend und verfügen nur über ein eingeschränktes Bewegungs-Repertoire - das kennt man so ähnlich aus anderen Japano-RPGs.

Trotzdem gibt es viel zu tun und zu entdecken, etwa allerlei Schatzkisten, versteckte Dungeons, Items und mehr. Anstatt die Oberwelt nur als Verbindungspunkt für die "richtigen" Areale zu nutzen, wirkt sie in Ni No Kuni 2 wie ein vollwertiges Gebiet, das noch dazu ohne Ladezeiten frei bereist werden kann. Einzig die ziemlich langsame Laufgeschwindigkeit der Figuren nervt, vor allem in Verbindung mit der Tatsache, dass die Welt ziemlich groß ist. Später erhält man zwar zwei alternative Reisemöglichkeiten, die das Tempo drastisch erhöhen; bis es soweit ist, vergeht aber eine ganze Weile. Zum Glück sorgen aber sehr fair gesetzte Schnellreisepunkte dafür, dass man an einmal besuchte Orte rasch zurückkehren kann.
Der Aufbau unseres Königreichs funktioniert simpel, ist aber wahnsinnig umfangreich und motiviert ungemein. Quelle: PC Games Der Aufbau unseres Königreichs funktioniert simpel, ist aber wahnsinnig umfangreich und motiviert ungemein.

Suchen und sammeln

Im Laufe der Haupthandlung treffen wir auf zahlreiche Bosse, die zwar toll gestaltet sind, aber uns bis auf wenige Exemplare am Ende kaum fordern. Quelle: PC Games Im Laufe der Haupthandlung treffen wir auf zahlreiche Bosse, die zwar toll gestaltet sind, aber uns bis auf wenige Exemplare am Ende kaum fordern. Die richtige Action geht aber in den grafisch aufwendigeren Gebieten ab, in denen unsere Figuren im normalen Look unterwegs sind. Das sind vor allem die verschiedenen, sehr abwechslungsreich gestalteten Königreiche, die wir im Verlauf des Abenteuers besuchen müssen. Hier treffen wir die meisten NPCs, hier führen wir Gespräche und hier erwarten uns die relevantesten Herausforderungen. Wie es sich für ein RPG gehört, agieren wir als Laufbursche für alle und bekommen allerlei Aufgaben aufs Auge gedrückt. Da gilt es dann etwa, mit verschiedenen Figuren zu sprechen, Gegenstände zu finden und mehr.

Zu Anfang sind wir nur zu Fuß auf der Oberwelt unterwegs. Später erhalten wir schnellere Reisemöglichkeiten wie dieses nette Bötchen. Quelle: PC Games Zu Anfang sind wir nur zu Fuß auf der Oberwelt unterwegs. Später erhalten wir schnellere Reisemöglichkeiten wie dieses nette Bötchen. Leider erwarten uns solche Sammelaufgaben und andere, kaum herausfordernde Tätigkeiten etwas zu häufig, auch im Rahmen der Haupthandlung. Wenn wir für eine alte Bibliothekarin allerlei Fetchquests erledigen müssen, die ordentlich Zeit schlucken, aber spielerisch kaum Gehalt haben, riecht das doch relativ stark nach Spielzeitstreckung. Auch in den Sidequests wird für unseren Geschmack zu häufig auf solche Elemente zurückgegriffen. Diesen Fleißaufgaben stehen aber auch jede Menge kreative Momente gegenüber, in denen wir zum Beispiel Umgebungsrätsel lösen müssen oder versuchen, den Geheimnissen der verschiedenen Königreiche auf die Schliche zu kommen. Jedes Gebiet erzählt nämlich zusätzlich zur Haupthandlung eine eigene, kleine Geschichte, die der Erzählung zusätzlichen Reiz verleiht.

Kampf für die Krone

Doch in Ni No Kuni 2 geht es freilich nicht nur um Sammelaufgaben, Rätsel und Narration, es wird auch fleißig gekämpft. Das teilrundenbasierte Kampfsystem des Vorgängers ist Geschichte, stattdessen geht es hier sehr Action-lastig zur Sache. Berühren wir einen Feind in einem Dungeon oder auf der Oberwelt, werden wir in ein kreisrundes, Arena-artiges Areal transportiert und stehen dort teils zehn Gegnern und mehr gegenüber. Direkte Kontrolle haben wir nur über eine Figur aus unserer Party, die wir frei wählen dürfen. Segnet diese das Zeitliche, übernimmt automatisch ein anderes Teammitglied diese Rolle.
Militäreinsätze müssen mehrmals im Verlauf der Haupthandlung verpflichtend bestritten werden. Quelle: PC Games Militäreinsätze müssen mehrmals im Verlauf der Haupthandlung verpflichtend bestritten werden. Unsere Begleiter agieren derweil vollkommen selbstständig. Unsere Standard-Attacken sind auf einen leichten und einen schweren Angriff beschränkt, wobei wir jederzeit zwischen drei auf einmal mitführbaren Waffen wechseln können. Zusätzlich verfügt jede Figur über eine Waffe für den Fernkampf, etwa eine Pistole oder Pfeil und Bogen, wobei wir hier nicht selber zielen, sondern dies eine Auto-Aim-Funktion für uns übernimmt.
Nicht nur unsere Stadt wächst und gedeiht, auch unser Thronraum gewinnt nach und nach an Luxus dazu. Quelle: PC Games Nicht nur unsere Stadt wächst und gedeiht, auch unser Thronraum gewinnt nach und nach an Luxus dazu.

Bei jeder unserer Nahkampfwaffen steigt durch Nutzung ein Wert an, der, erreicht er die Maximalstufe, dafür sorgt, dass wir besonders stark angreifen können. Das ist vor allem in Kombination mit unseren magischen Attacken von Bedeutung, von denen wir vier auf einmal mitführen können. Führen wir sie mit einer Waffe auf Maximalwert in der Hand aus, so erweisen sich auch diese Zauber als besonders stark beziehungsweise verfügen manche von ihnen dann sogar über spezielle Effekte. Unseren Mana-Vorrat füllen wir wieder auf, indem wir Gegner normal angreifen oder Items aus dem Menü nutzen. Hier finden sich natürlich auch Lebensenergie-Tränke, Gegenstände, mit denen wir gefallene Kämpfer wiederbeleben können, und mehr.

Wer will, dass sein Königreich immer größer wird, kommt nicht umhin, in Nebenmissionen neue Bewohner für sein Reich zu gewinnen. Quelle: PC Games Wer will, dass sein Königreich immer größer wird, kommt nicht umhin, in Nebenmissionen neue Bewohner für sein Reich zu gewinnen. Unser ständiger Begleiter Remmi, ein kleiner gelber, gutgelaunter Wächter-Geist, der uns mit Lebensenergie- oder Mana-Kugeln versorgt oder uns temporär stärker angreifen lässt, greift selbstständig in den Kampf ein. Und zu guter Letzt mischen auch die Gnuffis mit, kleine Kreaturen, die wir in der Welt finden und die sich im Austausch für Items unserer Truppe anschließen. Bis zu vier davon auf einmal sind im Kampf mit dabei und sie lassen ohne unser Zutun Lichtkreise auf dem Boden der Arena entstehen. Treten wir darauf, lösen wir per Tastendruck verschiedene, praktische Effekte aus, zum Beispiel einen Heilkreis oder einen mächtigen Flächenangriff gegen unsere Widersacher.

Wer sich jetzt denkt, dass sich das alles ziemlich simpel anhört - das ist es auch. Die Kämpfe machen durchaus Laune, allzu viel Strategie oder sonstigen Einsatz benötigen sie aber nicht, auch nicht die toll inszenierten, aber einfachen Bosskämpfe. Überhaupt ist das Spiel sehr leicht. Bis auf einige optionale Gefechte wird man kaum gefordert - und auch hier hat man keine Probleme, wenn man genug aufgelevelt hat. Darum geht es aber auch nur bedingt, denn langweilig werden die Schlachten durch den rasanten Ablauf und die sehr präzise Steuerung trotzdem nie. Für wen ein Rollenspiel unweigerlich mit einer Herausforderung verbunden ist, der ist hier aber fehl am Platz.
Die verschiedenen Königreiche sind wirklich wunderschön gestaltet. Vor allem das Glücksspiel-Paradies Goldorado hat es uns angetan. Quelle: PC Games Die verschiedenen Königreiche sind wirklich wunderschön gestaltet. Vor allem das Glücksspiel-Paradies Goldorado hat es uns angetan. Apropos Aufleveln: Das funktioniert ganz klassisch durch in Kämpfen oder durch den Abschluss von Missionen gewonnene Erfahrungspunkte und steigert unsere verschiedenen Statuswerte automatisch. Zusätzlich beeinflussen können wir unsere Werte durch das Anlegen von Waffen und verschiedenen Kleidungsstücken. Ebenfalls durch Level-ups gewonnene, sogenannte Kampfpunkte können wir in einem speziellen Untermenü investieren und dort Parameter verändern, die Resistenzen gegen besondere Gegner- oder Angriffsarten zur Folge haben oder uns gegen ebenjene im Angriff besonders effektiv werden lässt.

  1. Seite 1 Handlung, Atmosphäre, Technik, Oberwelt, Missionsdesign, Kampfsystem
  2. Seite 2 Militäreinsätze, Königreichs-Bau, Fazit, Meinung, Wertung
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