Ni no Kuni 2: Revenant Kingdom in der Vorschau: Ghibli-Charme und ein modernes Kampfsystem
Special 49,99 €
Ein Rollenspiel wie ein Ghibli-Animationsfilm: Ni no Kuni 2 bleibt dem einzigartigen Look des Vorgängers treu, erzählt aber eine ganz neue Geschichte rund um den kleinen König Evan und dessen Mentor Roland. Wir haben in England den Kingdom Builder-Modus und die Skirmish-Gefechte ausprobiert und ein ganzes Kapitel der rührenden Geschichte des JRPGs erlebt.
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Ein tolles Trio
Quelle: Bandai Namco
Gegner, die ein höheres Level besitzen als ihr, könnt ihr mit der richtigen Taktik dennoch besiegen. Beachtet das Elementsystem und denkt an das Blocken.
Die meiste Zeit stehen wir selbst aktiv auf dem Schlachtfeld, anstatt nur Truppen anzuführen. Zwischen den drei aktiven Figuren der aktuellen Party wechseln wir einfach per Knopfdruck, jeder der Recken unterscheidet sich in der Handhabung und der Bewaffnung. Die freche Tani etwa ist besonders flink, Roland verfügt über mächtige Zauber und Batu führt einen riesigen, aber langsamen Hammer. Wenn wir uns auf der Oberweltkarte bewegen, können wir gegnerische Mobs gezielt angreifen oder ihnen aus dem Weg gehen. Natürlich sollten wir aufpassen, dass uns kein Gegner aus dem Hinterhalt angreift und überrascht. Sobald wir Feinde berühren, startet ein Kampf - dieses Mal flott in Echtzeit. Mit den genreüblichen Manövern zwingen wir niedliche Monster in die Knie, wir blocken, zaubern, schlagen aus der Ferne oder mit Nahkampfattacken zu.
Außerdem greifen uns die Higgledies unter die Arme, koboldähnliche Gestalten, die selbständig attackieren, aber auch spezielle Unterstützung liefern, sobald wir ihnen den Befehl dazu geben. Die Higgledies sammeln, genau wie unsere Helden, mit jedem Kampf Erfahrung. Sobald sich ein farbiger Kreis um eine Gruppe der Zauberwesen bildet, können wir deren Fähigkeit aktivieren. Die grünen Higgledies etwa beschwören einen Bannkreis, der uns heilt, wenn wir uns in seinem Radius aufhalten. Andere Higgledies nehmen Widersacher mit einer großen Kanone unter Beschuss, bilden einen Schild oder sie vergiften Ziele in der Nähe. Dadurch sind wir stets angehalten, uns in der Arena zu bewegen und dynamisch zu reagieren. Das Echtzeitkampfsystem ist spannend und dank der farbenfrohen Optik wundervoll anzusehen - auch, wenn die Framerate bei allzu intensiven Effekten auf dem Bildschirm merklich Probleme damit hat, stabil zu bleiben.
Rundum gelungen
Ein Spiel besteht aus mehr Zutaten als nur Story und Kampfsystem. In Sachen Optik und Sound überzeugt Ni no Kuni 2 beinahe auf ganzer Linie. Dabei geht die orchestrale und extrem stimmungsvolle Musikuntermalung auf das Konto von Ghibli-Komponist Joe Hisaishi. Das Design von Helden, Welt und Monstern übernahm abermals Yoshiyuki Momose, der unter anderem am oscarprämierten Ghibli-Animationsfilm Chihiros Reise ins Zauberland als Animator mitarbeitete. Viel Wert gelegt wurde zudem auf die Sprachausgabe mit exzellenten Sprechern, allerdings wird diese in der fertigen Version nur auf Englisch und Japanisch erklingen. Letztlich sind nicht alle Dialoge vertont, oft verfolgen wir Unterhaltungen nur in schriftlicher Form in Textkästen, untermalt von gelegentlichen, wortlosen Lautäußerungen der Beteiligten. Immerhin bietet Ni no Kuni 2 deutsche Texte, Englischkenntnisse sind also zum Verständnis der Handlung nicht notwendig.
Quelle: Bandai Namco
Auf der Weltkarte seid ihr als Miniaturfiguren unterwegs. Monstern könnt ihr aus dem Weg gehen, wenn ihr gerade keine Lust auf einen Kampf habt.
Anstatt sich in einer ausufernden offenen Spielwelt zu verlieren, konzentriert sich Ni no Kuni 2 auf das Wesentliche. Das Fantasy-Land ist nicht abschreckend weitläufig, sondern nutzt die Fläche effektiv, versteckt Geheimnisse lieber klug als in kilometerweiter Entfernung und punktet mit märchenhafter Atmosphäre. Genauso sind die Städte im Vergleich zu denen westlicher Konkurrenten eher klein, trotzdem entdecken wir verwinkelte Gassen und versteckte Items in der auf den ersten Blick linear wirkenden Karte von Goldpaw. Für Komfort sorgt ein Schnellreisesystem mit großzügig platzierten Teleporter-Stationen. Vor fordernden Kämpfen finden wir praktische Heilungsstationen, dennoch sind die Herausforderungen nicht trivial. Im Übrigen heißt es erst dann "Game Over", wenn alle Mitglieder der Gruppe kampfunfähig sind. Wird Evan zum Beispiel ohnmächtig, wechselt das Spiel automatisch zum nächsten verfügbaren Kämpfer auf dem Feld.
Einwohner gesucht
Quelle: Bandai Namco
Die Würfel sind gezinkt! Doch die üblen Machenschaften in Goldpaw zu beweisen, wird für Evan und seine Freunde kein einfaches Unterfangen.
Abseits der Hauptstory gibt es eine Menge Nebenmissionen zu erledigen, viele davon drehen sich um die Rekrutierung von Mitgliedern für das neugeborene Königreich Evermore. Einige Anwärter, wie etwa der Sohn des Schmiedes in Goldpaw, begnügen sich damit, dass wir für sie ein bestimmtes Monster erschlagen, für andere Personen müssen wir spezielle Items sammeln, bevor sie sich uns anschließen. Das klingt im ersten Moment wenig spannend. Die Aussicht auf zusätzliche Einkünfte, die Verbesserung der heimatlichen Basis und Forschungsoptionen motiviert jedoch ungemein, möglichst viele Bekanntschaften zum Umzug zu bewegen. Außerdem ist die Präsentation herzallerliebst. Zum Verwalten der eigenen Siedlung wechseln wir jederzeit einfach per Schnellreise in den Thronsaal - und das sollten wir auch regelmäßig tun, um neue Forschungsaufträge zu vergeben und die gefüllten Staatskassen für Neuinvestitionen zu nutzen. Ist die Truhe nämlich voll, herrscht Stillstand statt Fortschritt. Trotz der unterhaltsamen Aufbaumechanik sollte man Ni no Kuni 2 keinesfalls mit einer reinrassigen Wirtschaftssimulation verwechseln: Das Aufbauen stellt eher eine kurzweilige Facette eines abwechlungsreichen Rollenspiels dar. In den gespielten Kapiteln bewegten sich alle Herausforderungen - egal, ob Kingdom-Building-, Skirmish- oder Story-Missionen - in einem angenehmen Rahmen zwischen Unter- und Überforderung.
Eine lebendige Welt
Quelle: Bandai Namco
Pugnacius ist der Herrscher der Glücksspielstadt Goldpaw. Über Schuld und Unschuld sowie die Höhe der Steuern entscheidet hier alleine das Würfelglück.
So vielgestaltig wie die Party-Mitglieder ist die Welt von Ni no Kuni 2. Zwar bewegten wir uns auf unserer Reise nur zwischen Goldpaw, der Wüste, dem Wald und dem Flachland, es warten aber weitere exotische Orte darauf, entdeckt zu werden. Die Karte kündigt bereits eine Schneelandschaft und einen Archipel an, zudem konnten wir einen Blick auf Konzeptzeichnungen einer futuristischen Technikmetropole sowie einer Stadt mitten im Wasser erhaschen. Dort, auch das wissen wir, werden wir auf einen weiteren Begleiter treffen. Doch so kurz vor dem Release des Japano-Rollenspiels mit Ghibli-Charme wollen wir euch nicht die Freude am Erkunden dieses extrem liebevoll umgesetzten Videospielmärchens nehmen, das dank eines dynamischen Heldenduos sowohl jüngere als auch ältere Semester bestens unterhalten wird.
Dank unserer ausgedehnten Spielsession haben wir nun endlich ein Gefühl dafür, wie die einzelnen Elemente in Ni no Kuni 2: Revenant Kingdom ineinandergreifen - nämlich ziemlich gut. Die Qualität der Story lässt sich freilich noch nicht abschließend beurteilen, aber was wir erlebt haben, macht Lust auf mehr. Die Aussicht, einen Jungen unter der Führung eines liebenswerten Mentors zum weisen Regenten heranreifen zu sehen, ist reizvoll und mal etwas anderes als die übliche Auserwählter-mit-Amnesie-rettet-die-Welt-Standardkost. Wir hoffen darauf, dass Evans Herrschaft nicht von einer Handvoll geköpfter Ehefrauen und anderen Grausamkeiten gesäumt sein wird!
