Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom in der Vorschau: So baut ihr euer eigenes Königreich und kämpft im Skirmish-Modus
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Ein Rollenspiel wie ein Ghibli-Animationsfilm: Ni no Kuni 2 bleibt dem einzigartigen Look des Vorgängers treu, erzählt aber eine ganz neue Geschichte rund um den kleinen König Evan und dessen Mentor Roland. Wir haben in England den Kingdom Builder-Modus und die Skirmish-Gefechte ausprobiert und ein ganzes Kapitel der rührenden Geschichte des JRPGs erlebt.
In diesem Artikel
Licht am Horizont: Nach der letzten Verschiebung von Ni no Kuni 2: Revenant Kingdom in der allerletzten Minute scheint das JRPG nun wirklich beinahe fertiggestellt. Die Erwartungen an das Mammutwerk von Level-5 sind immens, schließlich bezauberte bereits der hochgelobte Vorgänger Ni no Kuni (unseren Test aus dem Jahre 2013 lest ihr an dieser Stelle) durch eine bittersüße Geschichte, tolle Anime-Grafik und fabelhafte Hintergrundmusik. Die Kämpfe allerdings, die hätten etwas aufregender ausfallen können. Erfreulicherweise nahm Level-5 an dieser Stelle Verbesserungen vor, und das ist bei Weitem nicht die einzige Neuerung!
Der kleine Evan möchte ein gütiger, weiser König werden. Da mutet es im ersten Moment unpassend an, dass die Presseveranstaltung rund um Ni no Kuni 2 in Hever Castle abgehalten wird, dem Geburtsort von Anne Boleyn. Dieser adligen Dame stattete König Heinrich der VIII. von England eine Reihe von Besuchen ab, bevor er sie zur Ehefrau nahm und schließlich köpfen ließ, weil sie ihm keinen Sohn gebar. Die traurige Vergangenheit der alten Mauern hält uns aber keinesfalls davon ab, als Evan in Ni no Kuni 2 den Grundstein für unser eigenes Königreich mit dem klangvollen Namen Evermore zu legen, in dem Gerechtigkeit und Frieden herrschen!
Ein neuer Anfang
Ni no Kuni 2 ist nur in Sachen Atmosphäre und Gestaltung die Fortsetzung des ersten Teils. Die Geschichte des Japano-Rollenspiels steht für sich: Der junge Prinz Evan, Erbe der Katzendynastie, staunt nicht schlecht, als plötzlich Roland, ein Bewohner unserer Menschenwelt, in seinen Gemächern auftaucht. Auch dieser kann sich seine Reise durch die Dimensionen nicht erklären. Doch es bleibt keine Zeit zum Grübeln, denn just in diesem Moment erobert der Rattenclan den Palast. Evan gelingt schließlich dank Roland die Flucht ins Exil. Und jetzt? Nun müssen ein neues Königreich zum Regieren und die Legitimation zum Herrschen her. Beim Spielen lassen wir ein paar Stationen vom Anfang der Reise des Heldenduos aus und starten in Kapitel drei, als Evan mit Zauberwesen Lofty, Piratentochter Tani und Muskelpaket Batu neben Roland bereits drei andere Begleiter im Gefolge hat. Unser Ziel ist die sagenhafte Metropole Goldpaw, wo Master Pugnacius über ein Volk von glücksspielverrückten Tierwesen herrscht. Doch nicht alles, was glänzt, ist Gold ...
Glitter und Gold
Eigentlich besucht die Gruppe um Evan und Roland das von Neonreklamen und Casinos geprägte Goldpaw, in dem selbst Urteile und Steuersätze per Würfel entschieden werden, um Unterstützung für ihr eigenes, neu gegründetes Königreich zu suchen. Als den beiden Helden jedoch gewisse Unregelmäßigkeiten - oder besser gesagt Regelmäßigkeiten - beim örtlichen Glücksspiel auffallen, steht es für sie außer Frage, Nachforschungen anzustellen und den Einwohnern des Fantasy-Las-Vegas zu helfen.
Doch so einfach lässt sich die Schuld von Obermotz Pugnacius nicht beweisen. Der Weg zur Lösung des Rätsels führt die Heldengruppe unter anderem in eine geheime Würfelfabrik mitten im dichten Wald, mehrere Kilometer von Goldpaw entfernt. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten, außer, dass Pugnacius Gründe für den Betrug an seinem eigenen Volk hatte. Das Kapitel findet seinen Abschluss passenderweise mit dem Ende der erschwindelten Glücksspielherrschaft und entlässt uns in den nächsten Part von Ni no Kuni 2, in dem wir uns zum ersten Mal auf dem Thron unseres blutjungen Königreiches namens Evermore niederlassen.
Der Grundstein ist gelegt
Quelle: Bandai Namco
Mit den Einkünften eures Reiches finanziert ihr neue Gebäude, wie etwa dieses Forschungsinstitut, an dem Zauber erschaffen werden – Personal vorausgesetzt.
Der Kingdom-Builder-Modus ist simpel, aber außerordentlich charmant. Auf vorbestimmten Plätzen unseres Landes ziehen wir praktische Gebäude wie etwa Bauernhöfe, Waffenschmieden oder Zauberforschungslabore hoch. Die Gestaltung der Bauten ist niedlich, allerdings können wir nicht selbst bestimmen, wo wir welches Haus errichten, denn die Plätze für Minen, Farmen und Märkte sind vorgegeben. Je größer die Stadt, desto mehr Freude bereitet ein Bummel durch die Straßen von Evermore. Jede Einrichtung versieht uns mit praktischen Boni, so lassen wir zum Beispiel beim Rüstungsschmied neue Ausrüstung fertigen, außerdem erhöht jedes Dach das Einkommen und den Einfluss unseres Königreiches. Das erwirtschaftete Geld investieren wir in neue Bauprojekte, obendrein können wir jedes Haus, darunter auch der Königspalast, verbessern und mit Forschungsaufträgen betrauen.
Dafür sollten wir passende Angestellte an den jeweiligen Orten unterbringen, denn jeder Charakter hat besondere Talente und spezifische Werte, die zu unterschiedlichen Einrichtungen passen. Unser Luftpiraten-Kumpel etwa eignet sich besonders als Aufseher in den Kasernen und beschleunigt dort die Forschung. Einkommen und Forschungsfortschritt orientieren sich nicht an der internen Uhrzeit des Spiels, sondern an der Realität; unser Rüstungsforschungsprojekt benötigt 25 Minuten Echtzeit, bevor es fertiggestellt wird. In jedem Häuschen ist Platz für mehrere fleißige Figuren und einige der Forschungsprojekte benötigen eine so hohe Menge an Fähigkeitspunkten in der entsprechenden Kategorie, dass sie unmöglich von einem Bewohner alleine gestemmt werden können. Deshalb versuchen wir, möglichst viele NPCs dazu zu bewegen, in unser Königreich Evermore zu ziehen. Nur so haben wir Zugriff auf alle Verbesserungsoptionen und bringen unser Land zum Blühen.
Quelle: Bandai Namco
In den Skirmish-Schlachten führt ihr Einheiten unter dem Kommando eurer Generäle aufs Feld. Die drei Soldatenarten schlagen sich im Stein-Schere-Papier-Prinzip.
Auf ins Gemetzel
Der neue Erbauer-Modus ist nicht die einzige Neuerung gegenüber dem Vorgänger. Etwas taktischer und indirekter als in den normalen Kämpfen geht es bei den sogenannten Skirmish-Missionen zu. Auch hier spielen unsere Freunde eine wichtige Rolle, denn sie führen als Kommandanten einzelne Bataillone an, die unter unserer Fahne in die Schlacht ziehen. Um eine solche Mission zu starten, wählen wir auf der Oberwelt leuchtende Flaggensymbole an. Dann stellen wir unsere Truppen zusammen - anfangs haben wir nur Zugriff auf eine Gruppe Bogenschützen und eine Gruppe Nahkämpfer. Dazu kommen noch Spezialangriffsoptionen wie etwa Luftbombardements oder Schockfallen. Der Einsatz dieser Hilfsmittel kostet allerdings Punkte und von denen steht uns pro Match nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung.
Die Angriffsmechanik entspricht einem einfachen Stein-Schere-Papier-Prinzip, bei dem jeder Einheitentyp gegen den einen Typus effektiv und gegen den anderen schwach ist. Als Anführer bestimmen wir, wo es langgeht und welcher Teil der gegnerischen Armee als Erstes angegriffen wird, ansonsten entscheiden unsere Soldaten selbstständig. Zwar war der Level der feindlichen Einheiten meist niedriger als der unserer Truppen, dies machten unsere Widersacher mit Mannesstärke wieder wett. Mit einem reinrassigen Taktikspiel sind die Skirmish-Abschnitte nicht vergleichbar, doch sie erweitern das Spielprinzip um eine willkommene Facette und motivieren zum Ausbau des Königreichs. Denn dort können wir natürlich weitere Truppenverstärkungen und Boni für die Skirmish-Einsätze erforschen.
