New Pokémon Snap im Test: Manchmal unlogisch, meistens spaßig - Foto-Safari auf Switch

Test Katharina Pache
New Pokémon Snap im Test: Manchmal unlogisch, meistens spaßig - Foto-Safari auf Switch
Quelle: Nintendo

Snap sie dir alle! Der ungewöhnliche Rail Shooter Pokémon Snap erhält 22 Jahre nach dem Original eine Fortsetzung auf Nintendo Switch. Wir haben uns mit der Kamera bewaffnet, auf die Inseltour begeben und jede Menge Monster geknipst. Wie viel Spaß das macht, erfahrt ihr in unserem großen Test zu New Pokémon Snap - inklusive Testvideo mit Gameplay.

Die Idee, in einem Rail Shooter mit Kamera statt mit Pistole bewaffnet durch die Gegend zu fahren und Bilder statt Monster zu schießen, ist so simpel wie genial. Dennoch wurde das Spielprinzip von Pokémon Snap seit dessen Release 1999 (in Japan, hierzulande erschien das Spiel 2000) nur sehr selten kopiert oder weiterentwickelt, auch wenn heutzutage viele Titel einen eingebauten Fotomodus als kleines Bonus-Feature haben. Wer seine Erinnerungen auffrischen will: Hier ist unser Retro-Special zu Pokémon Snap . Also muss Nintendo (mit Unterstützung von Bandai Namco) eben selbst wieder ran, 22 Jahre nach der Premiere der Fotosafari erscheint New Pokémon Snap - wir haben das Abenteuer durchgespielt, was wir davon halten, erfahrt ihr jetzt im Test mit Video-Review.

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Mehr zu tun als damals

Wer Pokémon Snap auf N64 damals gespielt hat, erinnert sich nicht nur an magische Momente - das erste Foto von Mew, Glurak beim Bad in einem Vulkan, festgehalten in einem Schnappschuss - sondern wohl auch an die Tatsache, dass der Titel im Grunde genommen nicht sehr umfangreich war. Von den damals 151 Monstern kamen nur 63 im Spiel vor; Levels gab es lediglich sieben, eines davon war Mew vorbehalten und ansonsten ziemlich leer. Wir waren im Vorfeld deshalb durchaus misstrauisch: Da es so lange kein Pokémon Snap gab, könnte sich Nintendo damit begnügen, das Abenteuer einfach optisch und technisch auf den aktuellen Status Quo zu heben, anstatt auch den Umfang zeitgemäß zu erweitern. An dieser Stelle geben wir aber nur allzu gerne Entwarnung. Um euch die Entdeckerlust am Erforschen von Flora und Fauna nicht zu verderben, liefern wir zwar keine genauen Angaben zu Level- und Pokémon-Anzahl, halten aber fest: es gibt von beidem viel, viel mehr als damals. Das kann sich sehen lassen! Es gibt weitere, wichtige Unterschiede, die für zusätzliche Langzeitmotivation sorgen, aber kommen wir nun zunächst zu den Gemeinsamkeiten mit dem von vielen geliebten Original. Viele Pokémon bleiben nicht stationär, sondern bewegen sich auf der Strecke, während wir fahren. Es liegt also an uns, den perfekten Moment für den Schnappschuss abzupassen. Quelle: Computec Media GmbH Viele Pokémon bleiben nicht stationär, sondern bewegen sich auf der Strecke, während wir fahren. Es liegt also an uns, den perfekten Moment für den Schnappschuss abzupassen.

Willkommen im Dschungel

Als frischgebackener Pokémon-Fotograf, wahlweise männlich oder weiblich, startet die Exkursion für uns auf der Insel Floreo. Dort hat uns Professor Mirror angeheuert, ihm bei der Erforschung der hiesigen Pokémon-Welt zur Hand zu gehen. Und im Grunde funktioniert das genauso wie vor über 20 Jahren: Wir werden von unserem flüsterleisen Geländefahrzeug namens Neo-One durch die Natur kutschiert, um die Steuerung müssen wir uns dabei nicht kümmern. Wie in einem klassischen Rail Shooter wird die Strecke automatisch abgefahren, sodass wir die Hände frei haben, um die Impressionen per Foto festzuhalten. An dieser Stelle gleich eine Empfehlung vor eurem Start ins Abenteuer: Stellt die Empfindlichkeit von Kamera und Sucher am besten sofort auf die höchste Stufe, sonst bewegt sich die Linse sehr träge. Bis zu 72 Aufnahmen können wir speichern, dann kehren wir zurück - oder wir erreichen das Ende des festgelegten Kurs, auch dann ist die Safari beendet. Gefahr droht auf Exkursion keine, New Pokémon Snap (jetzt kaufen 58,99 € ) ist, genau wie der Vorgänger auch, ein friedliches, gewaltloses Spiel und somit auch für Nachwuchs-Paparazzi uneingeschränkt geeignet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es ein wortwörtliches Kinderspiel darstellt, Fotos zu schießen, die den hohen Ansprüchen des Professors genügen, doch dazu in Kürze mehr.

Die Tricks der Fotografen

Als Hilfsmittel steht uns zunächst rein gar nichts zur Verfügung, wir beobachten und knipsen die Tierchen also, ganz ohne mit ihnen zu interagieren. Mit der Zeit aber können wir Einfluss nehmen und so bessere Motive festhalten. Wie im Vorgänger sind unsere Taschen bald prall gefüllt mit leckeren Äpfeln, die wir den Pokémon vor die Pfoten (oder an die Birne) werfen. So können wir verewigen, wie sie das Obst verspeisen, oder sie aufwecken, wenn sie ein Nickerchen halten. Außerdem locken wir sie auf diese Weise zu anderen Orten und werden dann vielleicht Zeuge einer neuen Verhaltensweise. Die Pokéflöte aus Pokémon Snap kehrt ebenfalls zurück, wenn auch in einer digitalen Version: Auf Knopfdruck spielt die Kamera eine Melodie, die schlafende Monster aufweckt und andere Exemplare zum Tanzen animiert. Die Dudelei ist allerdings ziemlich nervig. Kein Äquivalent gibt es zum Räucherball, der Pokémon einst wütend machte, dafür ist der Beschleuniger wieder dabei, mit dem wir schneller fahren und uns für bestimmte Momente in eine bessere Position bringen. Freigeschaltet wird dieses Feature allerdings erst recht spät, genauso wie die Möglichkeit, Serienaufnahmen anzufertigen. Bis zu sechs Bilder nehmen wir so mit nur einem Knopfdruck schnell hintereinander auf, sodass wir es einfacher haben, den perfekten Moment zu erwischen, aber auch rasend schnell unseren Film vollknipsen und deshalb wieder zur Basis zurückkehren müssen.

Es leuchtet überall

Die Auswahl der Pokémon ist insgesamt gut und viele Favoriten haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Es gibt allerdings auch ein paar Exemplare, die schon in den damaligen Editionen nicht besonders gut ankamen - wir sagen nur Unratütox. Aber Morlord, hier auf dem Bild, ist natürlich unverzichtbar! Quelle: Computec Media GmbH Die Auswahl der Pokémon ist insgesamt gut und viele Favoriten haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Es gibt allerdings auch ein paar Exemplare, die schon in den damaligen Editionen nicht besonders gut ankamen - wir sagen nur Unratütox. Aber Morlord, hier auf dem Bild, ist natürlich unverzichtbar! Neu in New Pokémon Snap sind die sogenannten Lumina-Kugeln. Auf dem ganzen Archipel wird von leuchtenden Pokémon berichtet, und die Lumina-Blüten scheinen mit dem Phänomen etwas zu tun zu haben. In jedem Level müssen wir für den Professor ein Bild einer leuchtenden Lumina-Blüte anfertigen, damit er die zur Insel passenden Lumina-Kugeln herstellen kann. Ist das erledigt, haben wir einen grenzenlosen Vorrat des Item stets in der Hosentasche. Mit den Kugeln aktivieren wir schlummernde Blüten und locken so mitunter neue Pokémon an oder ändern deren Verhalten, oder wir werfen sie mit unterschiedlichen Resultaten auf die Monsterchen selbst. Zu guter Letzt nutzen wir einen Scanner, der uns Blüten, Pokémon und Besonderheiten in der Nähe anzeigt. Das Geräusch des Geräts kann ebenfalls Tiere aufschrecken.

Zwar ist die Menge an benutzbaren Gegenständen begrenzt, mitunter bleibt es aber dennoch unklar, welches Objekt nun zum beabsichtigen Resultat führt. Manche Pokémon reagieren gar nicht auf Lumina-Kugeln, andere wechseln den Ort, schlafende Monster wachen mitunter nicht von der Flöte auf, sondern müssen erst einen Apfel an die Stirn geschmissen bekommen. Wie locken wir eine Kreatur aus ihrem Schlammbad? Vielleicht, indem wir eine Blume in der Nähe zum Leuchten bringen, eventuell müssen wir eine Apfelspur legen, oder das Aufwachlied spielen ... logisch ableitbar ist die gewünschte Herangehensweise nicht immer. Mangelnde Klarheit ist auch an anderen Stellen im Spiel ein Problem, zumindest führt das aber dazu, dass wir sehr viel herumprobieren und so immer wieder nette Überraschungen erleben. Frustrierend kann das aber auch sein, gerade, wenn das Problemmotiv am Anfang eines Kurses wartet - zurückzufahren ist natürlich nicht möglich, wer das Zeitfenster mit der richtigen Aktion verpasst, muss das Level neu starten oder es beenden, beides bringt eine Ladezeit mit sich. New Pokémon Snap verbindet quasi die Rail-Shooter-Mechanik mit nicht immer ganz durchsichtigem Puzzle-Gameplay.

Vier-Sterne-Fotos

Während im alten Pokémon Snap nur ein Foto pro Art gefragt war, braucht Professor Mirror für seinen Fotodex von jeder Kreatur vier Schnappschüsse, und zwar von unterschiedlichen Verhaltensweisen. Die vier Fotos pro Eintrag sind nach Sternewertung sortiert, diese stehen für die Auf der Karte werden die Monster an den Orten eingezeichnet, an denen wir sie zu Gesicht bekommen. So können wir im Voraus besser planen, wo und wie wir die Kamera zücken. Quelle: Computec Media GmbH Auf der Karte werden die Monster an den Orten eingezeichnet, an denen wir sie zu Gesicht bekommen. So können wir im Voraus besser planen, wo und wie wir die Kamera zücken. Seltenheit. Ein Pikachu, das einfach nur dasitzt und Löcher in die Luft starrt, entspricht dem ersten Foto des Pokédex-Quartetts, also dem Ein-Sterne-Motiv. Auch hier ist nicht immer nachvollziehbar, was man für die anderen drei Aufnahmen im Bild festhalten muss. Bei manchen Pokémon ist das "seltenste" Motiv, sprich das Bild mit den meisten Sternen, ein Moment, den man ohne große Probleme von Anfang an ablichten kann. Eine Kreatur ist schlafend laut Sternewertung "seltener" als wach, obwohl man sie immer schlafend antrifft - merkwürdig. Womöglich spielt bei der Einteilung in Sternekategorien auch eine Rolle, wie viel Zeit man hat, um die geforderte Pose festzuhalten? Wir können tatsächlich nur spekulieren. Auf jeden Fall ist es nicht möglich, einfach nachzuschlagen, was der Professor sehen möchte. Ob das Spieler zum Experimentieren anregt oder eher frustriert, hängt mit der Persönlichkeit des Fotografen zusammen.

(Haus-)Aufgaben daheim vergessen

Kleine Hinweise, wie man Pokémon dazu bringt, besondere Posen einzunehmen oder das Verhalten zu ändern, erhalten wir über die Aufträge. Das sind quasi Mini-Quests, versteckt im Hub des Spiels im oberen rechten Bildschirmeck. Als wir das erste Mal einen Blick in die Liste werfen, warten dort über 100 Missionen, die unbemerkt aufgelaufen sind. Eine Handvoll hatten wir bereits erledigt, bei einigen erhalten wir als Lohn Filter oder Stempel für Fotos.

Bildergalerie

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