Myst 5

Test

Die Grande Dame der Render-Adventures meldet sich ein letztes Mal zurück und setzt wie gehabt auf Schalterrätsel.

Alles hat ein Ende. Auch die epische Geschichte der Familie von Weltenerschaffer Atrus, die Sie in bislang vier Render-Abenteuern erleben konnten, kommt zu ihrem großen Finale. In Myst 5 - End of Ages liegt es abermals an Ihnen, die hoch entwickelte Kultur der D'ni zu enträtseln und am Ende zu entscheiden, ob Atrus' Tochter Yeesha würdig ist, die große Macht der uralten Zivilisation in die Hände zu nehmen.

Puzzles Ex Machina

So weit, so mysteriös. Vergessen wir die abgehobene Story und kümmern uns lieber um das Wesentliche: die Rätsel. Wie in den Vorgängern treffen Sie in Myst 5 auf zahlreiche nicht funktionierende Maschinen. Anhand von Hinweisen, die Sie zum Beispiel in alten Tagebüchern oder auf versteckten Wandzeichnungen finden, setzen Sie die Apparate wieder in Gang. Bei Erfolg stoßen Sie ein Stück tiefer in die Welt von Myst 5 vor.

Eine Neuheit sind die Tafeln: Das sind Steinblöcke, auf denen Sie mit der Maus Symbole malen können. Mit den richtigen Zeichnungen können Sie die Umgebung und die auf den Myst-Inseln lebende Rasse der Bahro beeinflussen. Etwa auf der Eiswelt Taghira: Sie müssen einen glatten, gefrorenen See überqueren. Unterhalb verlaufen Rohre, die in gewaltigen Öfen münden. Die Sache ist klar: Sie müssen die Maschinen irgendwie wieder inGang setzen.

Nachdem Sie sämtliche Ventile aufgedreht haben, schreiben Sie das Bahro-Symbol für Hitze auf die Tafel. Schon erscheint eine der seltsamen Gestalten und aktiviert die Öfen für ein paar Minuten. Mit ein wenig Spielerei an den Ventilen können Sie bestimmte Rohre abkapseln, worauf der nun aufgetaute See an diesen Stellen wieder zufriert. So entsteht ein halbwegs sicherer Weg aus matschigem Eis, den Sie nun benutzen können.

Grafisch gewohnt eindrucksvoll

Myst 5 ist grafisch komplett dreidimensional. Sie können sich auf Wunsch wie in einem Shooter durch die Umgebung bewegen. Neben der sehr schicken, aber auch etwas sterilen Umgebung überzeugen vor allem die Animationen der sporadisch auftauchenden, wenigen Charaktere. Cyan hat dafür echte Schauspieler ins Studio gebeten, die per Motion-Capturing digitalisiert wurden. Insbesondere Mimik und Gestik sind daher absolut realistisch geraten. Allerdings haben sich die Designer ein wenig zu sehr in ihre Technik verliebt: Die minutenlangen, theatralischen Monologe zehren bisweilen an den Nerven.

Simon Fistrich

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