Square Enix bewirbt Musashis neues Abenteuer mit dem Schlagwort "Manga-Shading" -- eine Innovation?
Vor sieben Jahren konnte Rollenspielgigant Square Enix (damals noch Square) mit seinem ebenso cleveren wie sympathischen PSone-Abenteuer "Brave Fencer Musashi" einen Überraschungserfolg feiern. Seinem Nachfolger ist leider nicht so viel Glück beschieden.
Fantasy-Standard
Die Hintergrundgeschichte des zumindest optisch ungewöhnlichen Mangatrips liest sich wie ein Kapitel aus dem Standardwerk für Videospiel-Fantasy: Der fiese Konzernmogul Gandrake entführt die Bewohner eines friedlichen Königreichs, um mit deren magischer Energie seine mächtigen Maschinen zu betreiben. Als auch noch die süße Thronfolgerin von dem Halunken gemopst wird, greift der Schwert schwingende Comicheld Musashi ein, um Gandrake endgültig das Handwerk zu legen.
Auch das eigentliche Spielgeschehen präsentiert sich traditionell: Auf seiner beschwerlichen Reise stellen sich dem Mini-Samurai wahre Heerscharen klappriger Blechkumpane entgegen. Für jeden erlegten Robo-Rüpel erhaltet ihr Erfahrungspunkte und funkelnde Goldmünzen. Während Punkte eure Statuswerte verbessern, investiert ihr die Dukaten in bessere Ausrüstung oder dringend benötigte Heilkräuter.
Interessant ist die Möglichkeit, bestimmte Attacken der Gegner zu "stehlen". Drückt ihr im richtigen Kampfmoment die Schwerttaste, fügt ihr eurem Repertoire eine Angriffsmöglichkeit hinzu.
Gewöhnungsbedürftig
Japano-Fans jubeln, alle anderen kämpfen mit Berührungsängsten: Die stilisierte Anime-Optik ist sicherlich nicht jedermanns Sache. So rennt Titelheld Musashi stets mit absurd langem Haarzopf herum, alle Figuren erscheinen flach und eindimensional -- wie in einem Comic eben. Nach wenigen Spielminuten sollte sich allerdings auch der starrsinnigste Zeichentrick-Verweigerer mit dem ungewöhnlichen Look angefreundet haben.
