Monster Hunter: Wilds - Eine neue Ära der Jagd beginnt

Special Dominik Pache
Monster Hunter: Wilds - Eine neue Ära der Jagd beginnt
Quelle: Capcom

Monster Hunter Wilds erweitert die Serie um eine offene Welt mit neuen Kreaturen, spannenden Herausforderungen und nahtlosen Übergängen - eine frische Entwicklung der beliebten Reihe.

Im Kampf greift Lala Barina auf ein ganzes Arsenal an Angriffen zurück. Es sticht mit seinem Stachel, schlägt mit den klauenartigen Vorderbeinen, schlitzt mit den stacheligen Beinen und beißt mit seinen Kieferklauen zu. Besonders gefährlich sind die blumenartigen Brennhaare, die es aus seinem Unterleib schießt und die uns schwer zusetzen.

Die markerschütternden Laute, die das Monster ausstößt, wirken irgendwie außerirdisch. Wir können nicht genau zuordnen, welches Tier, hier als Vorlage diente und das ist vollkommen beabsichtigt.

Jedes Monster in Wilds bekam seine ganz eigene Stimme verpasst. Da normale Instrumente den Sounddesignern zu sauber klingen, um als Schreie von skurrilen Monstern durchgehen zu können, haben sich die Musiker einfach selbst Instrumente aus allen möglichen Kram zusammengebaut. Die klingen schön dreckig und treffen auch nicht unbedingt jeden Ton, aber darum geht es nicht. Hier wird nicht der Sound für eine Ballade komponiert, sondern der Schrei eines Monsters.

Aus früheren Teilen bekannte Monster bekommen durch das Sounddesign eine neue Stimme verpasst, wodurch sie sich besser in die Welt von Monster Hunter Wilds integrieren. Als wir weiter durch den Wald streifen, treffen wir auch direkt auf einen Kollegen, der Spielern von Monster Hunter 2 bekannt vorkommen dürfte.

Der furzende Affe Congalala hält hier einen Mittagsschlaf. Sein breiter Kopf erinnert an ein Nilpferd, während seine langen Vorderklauen ihn als geschickten und gefährlichen Kämpfer auszeichnen. Besonders das übelriechende Gas, das er ausstößt, kann jeden hartgesottenen Jäger ins Straucheln bringen. Congalalas sind aber normalerweise nicht besonders aggressiv. Was hat den pupsenden Primaten also so aufgebracht?

Congalala schläft Quelle: PC Games Die Wudwuds sind ein Waldvolk, das man am besten als "garstige Ewoks" beschreiben kann. Nachdem sie unser Feldlager geplündert haben, nehmen sie uns gewissermaßen als Geiseln, denn wir wollen natürlich nicht, dass unser wertvolles Hab und Gut, das sie uns abgeluchst haben, zu Bruch geht. Sie möchten uns das Zeug aber erst zurückgeben, wenn wir für sie Leibwächter spielen, denn das flauschige rosa Fell des Congalalas hat es ihnen ganz besonders angetan.

Im Kampf hauen wir dem müffelnden Makaken natürlich immer auf den Po. Der ist zwar schon ziemlich rot, weil der Congalala immer aggressiver wird, doch im Fokus-Modus leuchten die Wunden, die wir ihm zufügen noch zusätzlich auf. Im Monster Hunter-Universum war es schon immer wichtig, das Verhalten der Monster zu beobachten, um sie zu verstehen und erfolgreich zu jagen. Dazu gehört auch, zu erkennen, wenn ein Monster verletzt, hinkend oder erschöpft wirkt.

Der Fokusmodus geht noch einen Schritt weiter und bietet mehr als nur realistische Schadensdarstellungen. Hier können Spieler durch gezielte Angriffe Schwachstellen markieren, die dann als leuchtende Wunden dargestellt werden. Treffer an diesen Stellen verursachen erhöhten Schaden.

Dieser Mechanismus verkürzt die langen Jagdzyklen, indem er kleinere, greifbare Erfolgsmomente schafft. Laut den Entwicklern fügt der Fokusmodus einen zusätzlichen Gameplay-Loop hinzu, der das Jagderlebnis noch befriedigender machen soll.

Was dem Jagderlebnis aber eine ganz neue Ebene hinzufügt, sind die verschiedenen Zyklen, die die Zonen von Wilds durchlaufen. So scheint die Windebene anfangs öde und leer, doch in schöner Regelmäßigkeit zieht ein massiver Sturm auf, der über das Land hinwegfegt. Ist er vorbei, erblüht die Landschaft in neuer Pracht.

Der Kontrast zwischen den harten und schönen Seiten der Natur ist ein wiederkehrendes Thema in Monster Hunter: Wilds. Zyklen von Dürre und Überfluss prägen die Umgebung. Diese duale Ästhetik trägt zur einzigartigen Atmosphäre des Spiels bei und beeinflusst sogar die Jagd. Monster verhalten sich anders und der Apex-Predator eines Gebiets kommt nur zu bestimmten Zeiten des Zyklus zum Vorschein.

Im Karminwald ist das Uth Duna. Der mächtige Leviathan tritt auf den Plan, wenn Platzregen den Wald in einen reißenden Fluss verwandelt. Uth Duna imponiert uns mit seiner imposanten Gestalt. Sein schmaler Kopf ähnelt einem Fisch, komplett mit kräftigen Kiefern und kleinen, scharfen Zähnen. Besonders auffällig sind die massiven Flossen, die wie Wasser zu schimmern scheinen und sich an seinem Kopf, Rücken, Gliedmaßen und Schwanz befinden.

Trotz seiner wuchtigen Erscheinung bewegt er sich im Wasser mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Eleganz. Seine Angriffe sind spektakulär: Er springt mit einem gewaltigen Satz aus dem Wasser und stürzt sich dann mit voller Kraft auf uns. Sein massiver Körper erzeugt riesige Wasserspritzer und Wellen, die uns aus dem Gleichgewicht bringen können.

Uth Duna hat zusätzlich die Fähigkeit, Feuchtigkeit in seiner Umgebung zu nutzen, um eine schützende Wasserschicht um sich herum zu bilden. Dieser Schleier dient als effektiver Schutz und macht ihn zu einer wahren Herausforderung für jeden Jäger.

Uth Duna im Wasser Quelle: Capcom Damit wir gegen mächtige Feinde wie ihn bestehen, müssen wir uns optimal ausrüsten. In der Schmiede lassen wir uns von Gemma neue Rüstungen zusammenbasteln oder unsere Waffen upgraden. Die bestehen aus Materialien, die wir auf unserem Abenteuer sammeln, oder aus Monsterteilen, die wir aus den Körpern der Viecher schneiden, wenn wir sie erlegt haben. Soweit wir das bisher beurteilen konnten, verändert sich bei der Ausrüstungsmechanik also nicht so viel wie im Rest des Spiels.

Das wiederholte Jagen von Monstern und Craften von immer besserer Ausrüstung gehört zum klassischen Gameplay-Loop von Monster Hunter, der besonders zum Zuge kommt, wenn ihr die Story abgeschlossen habt. Da müsst ihr aber erst einmal ordentlich lang spielen, denn die Geschichte wird - im Vergleich zu den Vorgängern - enorm an Umfang zunehmen.

Doch was passiert denn jetzt im Endgame? Hier wollten die Entwickler noch nicht allzu viel verraten, denn die genauen Details möchten sie für eine spätere Ankündigung aufbewahren. Was sie uns aber erzählen konnten: Die Endgame-Erfahrung soll sich in großem Maße um Erkundung drehen. Sie wird natürlich den beliebten Endgame-Loop enthalten, bei dem Spieler tief in die Anpassung ihrer Fähigkeiten und Dekorationen eintauchen können. Außerdem können sie spezialisierte Skill-Builds erstellen, ihre Ausrüstung verbessern und gezielt bestimmte Monster jagen.

Ein einzigartiger Aspekt wird aber mit dem System der Umweltveränderungen zusammenhängen. Es wird eine synergetische Beziehung zwischen den Monstern und der Umgebung geben. Zum Beispiel könnte das Jagen eines bestimmten Monsters dazu führen, dass ein anderes Monster später leichter oder schwieriger zu jagen ist.

Und natürlich werden auch nach dem Launch des Hauptspiels wieder haufenweise Events stattfinden, die das Spiel laufend mit neuem Content versorgen. Was das aber genau sein wird, erfahrt ihr noch bis zum Release des Spiels, denn die Entwickler versprechen noch massenhaft Infos und auch die ein oder andere Überraschung, bis das Spiel dann im Februar erscheint.

Monster Hunter Wilds kombiniert innovative Mechaniken, tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten und eine lebendige Open-World. Mit Verbesserungen in Zugänglichkeit, Performance und Monsterverhalten bleibt Capcom der bewährten Formel treu, ohne die Serie stillstehen zu lassen. Und wenn ihr Monster-Hunter-Fans der alten Schule seid: habt keine Angst! Die Entwickler werfen ein waches Auge auf das Feedback, das ihr gebt. Denn Monster Hunter: Wilds soll nicht nur für neue Spieler attraktiv werden. Es soll vor allem eins sein: ein Monster Hunter für die Fans.

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