Nicht nur ein weiterer Stardew-Valley-Klon! Mirthwood hat viel mehr zu bieten als sein geistiges Vorbild

Special Vivien Ziermann
Nicht nur ein weiterer Stardew-Valley-Klon! Mirthwood hat viel mehr zu bieten als sein geistiges Vorbild
Quelle: Bad Ridge Games

Stardew-Valley-Alternativen gibt es wie Sand am Meer in unterschiedlicher Qualität. Mirthwood bietet jedoch viel mehr als nur eine mittelalterliche Farming-Sim - und ich verrate euch warum.

Seit dem enormen Erfolg von Stardew Valley sprießen regelmäßig Alternativen und Klone des beliebten Farming-Simulators aus dem Boden. Auch ich habe das Farming-Spiel mit seiner hübschen Pixel-Grafik liebgewonnen und unzählige Stunden in den Ausbau meiner Farm und der Beziehungen mit den Stadtbewohnern gesteckt.

Außerdem konnte ich auch bei dem einen oder anderen Stardew-Valley-Klon nicht widerstehen und habe mich in der langen Wartezeit auf Concerned Apes nächstes Spiel durch so einige Genre-Vertreter gespielt, von denen leider die wenigsten meinen Erwartungen standhalten konnten.

Dennoch kann ich eine gewisse Vorliebe zu Spielen dieser Art, insbesondere mit charmanten Grafikstilen, nicht leugnen. Daher brauchte ich nur einen kurzen Blick auf den Debut-Titel von Bad Ridge Games, Mirthwood, zu werfen und wollte mich direkt in dieser Welt verlieren.

Der einzigartige Grafikstil, alles handgezeichnet, und der eingängige Soundtrack haben mich direkt angesprochen. Was das Spiel aber besonders interessant machte, war sein Hang zum Düsteren, weswegen ich vorsichtig optimistisch war, nicht erneut auf einen mittelmäßigen Stardew-Valley-Klon hereinzufallen.

Nachdem ich nun einige Stunden in Mirthwood verbracht habe, kann ich eines mit Sicherheit sagen: Dieses Spiel bietet so viel mehr, als nur reine Farming- und Lebenssimulation, und die Bezeichnung als Stardew-Valley-Klon wird ihm in meinen Augen absolut nicht gerecht.

Krieg zieht über das Land

Gleich zu Beginn fällt auf, dass Mirthwood einen größeren Fokus auf Rollenspiel- und Survival-Elemente legt. Noch während der Charaktererstellung musste ich zwischen verschiedenen Klassen, Berufen und Herkünften wählen, die verschiedene Einflüsse auf meine Spielerfahrung haben sollten.

In der neuen Heimat angekommen Quelle: PC Games Zum Beispiel wäre ich als Fürst gesellschaftlich hoch angesehen, aber alle meine Rüstungsteile hätten einen schlechteren Wert. Außerdem wird an dieser Stelle bereits deutlich, dass Hunger im Spiel eine große Rolle spielen wird.

Schon im Prolog ist für mich klar: Mirthwood ist keine cosy Mittelalter-Farming-Sim. Nachdem ich gelernt habe, wie ich meinen Charakter vor dem Hungertod bewahre, nimmt die Geschichte eine düstere Wendung. Krieg zieht über das Land und schließlich auch über meine Heimat. Das Dorf steht in Flammen und schon folgen die ersten Kämpfe.

Eher dürftig ausgestattet muss ich für meinen Weg in die Freiheit mit Blut und den Leichen meiner Gegner bezahlen, um mich auf ein Schiff zu retten, dass mich in die Freien Lande bringt, um mir dort ein neues Leben aufzubauen.

In den Freien Landen angekommen, übernehme ich von einem mysteriösen Fremden ein altes Stück Land mit einem heruntergekommenen Haus, ähnlich wie bei Stardew Valley. Allerdings gibt es hier weder Werkzeuge noch eine Verkaufskiste oder den Hinweis, dass man den Hof auf Vordermann bringen und Saatgut anbauen soll. Denn nachdem ich das alte Anwesen bezogen habe, lässt mir das Spiel die freie Wahl, wie es weitergehen soll.

Ob ich das neue Land erkunde, mich mit den Bewohnern der Städte vertraut mache, mein eigenes Haus und Land auf Vordermann bringe oder mich direkt in den nächsten Kampf stürze - ich habe die Wahl. Denn in Mirthwood bin ich nicht der neue Farmer oder die neue Farmerin, sondern einfach ein neues Gesicht.

Eine Welt voller Gefahren und Abenteuer

Der Dreh- und Angelpunkt von Mirthwood liegt für mich im Erkunden der offenen Welt. Überall finden sich interessante Orte, wichtige Rohstoffe, Nahrung und Ausrüstung sowie Hinweise über die Welt und jede Menge Quests. Abseits der Hauptquest füllen gefundene Briefe, Gesuche an der Anzeigentafel und einige NPCs meinen Questlog bis zum Anschlag. Glücklicherweise muss ich mich nicht erst mit den Stadtbewohnern anfreunden, um deren Geschichten zu erfahren oder Aufträge zu erhalten.

In der düsteren Welt sind überall interessante Orte zu finden Quelle: PC Games Allerdings ist beim Erkunden und Erledigen der zahlreichen Aufgaben Vorsicht geboten, denn hinter jeder Ecke lauern Gefahren. Banditen, böse Ritter, Diebe, aber auch Wölfe und Bären haben sich überall in den Freien Landen niedergelassen und greifen bei jedem Sichtkontakt an. Besonders in den ersten Spielstunden bedeutete das den sicheren Tod, wenn ich es nicht schaffte, zu fliehen. Denn meine Waffe und Rüstung waren schwach und die Kampfmechaniken sind leider nicht gut umgesetzt.

Ich wollte jedoch in der interessanten Geschichte, die die Hauptquest von Mirthwood erzählt, vorankommen. Dadurch waren Kämpfe unvermeidlich. Also Ausrüstung verbessern, Heiltränke aufkaufen, zwischendurch das Essen nicht vergessen und ab ins nächste Gefecht. Außerdem leveln die auf verschiedene Fähigkeitsbäume aufgeteilten Skills im Kampf mit.

Je nachdem, ob ich mich mit meinem Schwert in den Nahkampf stürze oder mich mit Pfeil und Bogen im Fernkampf versuche, verbessere ich mein Geschick im jeweiligen Fähigkeitenbaum. Mit jedem höheren Level erleiden meine Gegner mehr Schaden und ab Level drei kann ich aus zwei verschiedenen Vorteilen des Skill-Trees wählen und diese ausrüsten.

Kampf gegen ein Sumpfmonster in Mirthwood Quelle: PC Games Die brauche ich auch unbedingt, denn in den Freien Landen treiben nicht nur irdische Gegner ihr Unwesen. Auch verschiedene mythische Kreaturen wie Werwölfe, Hexen, Sumpfmonster und Gespenster wollen mir an den Kragen und mit fortschreitender Geschichte erfahre ich auch, warum diese Kreaturen ihr Unwesen treiben und wieso ich eine zentrale Rolle spiele, das Land von den Wiedergängern zu befreien.

Bildergalerie

Um etwaige Spoiler zu vermeiden, werde ich an dieser Stelle des Textes nicht weiter auf die Geschichte von Mirthwood eingehen. Nur so viel sei gesagt: Wer einen Hang zu den düsteren Legenden und Mythen der nordischen und keltischen Überlieferungen hat, kommt hier mit Sicherheit auf seine Kosten.

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