Nicht nur ein weiterer Stardew-Valley-Klon! Mirthwood hat viel mehr zu bieten als sein geistiges Vorbild

Special Vivien Ziermann
Nicht nur ein weiterer Stardew-Valley-Klon! Mirthwood hat viel mehr zu bieten als sein geistiges Vorbild
Quelle: Bad Ridge Games

Stardew-Valley-Alternativen gibt es wie Sand am Meer in unterschiedlicher Qualität. Mirthwood bietet jedoch viel mehr als nur eine mittelalterliche Farming-Sim - und ich verrate euch warum.

Das ruhige Leben genießen

Natürlich kann ich mich in Mirthwood auch dafür entscheiden, auf jegliche düstere Mythologie und Kämpfe zu verzichten und in Ruhe und Frieden meinen Hof bewirtschaften, Saatgut anbauen und Hoftiere halten.

Von einer Bäuerin aus der Stadt bekomme ich das entsprechende Werkzeug geschenkt, dafür muss ich nur ein kurzes Gespräch mit ihr führen und den Platz finden, an dem ihr Mann die Werkzeuge verloren hatte. Praktischerweise kaufe ich bei ihr auch mein erstes Saatgut und schon steht dem ruhigen Farmer-Leben nichts mehr im Weg.

Felder anlegen, pflanzen, bewässern, ernten, nebenbei den Hof von Gräsern, Bäumen und Steinen befreien, alle Hoferzeugnisse weiterverarbeiten und schließlich gewinnbringend verkaufen: Man kennt es. In diesem Punkt steht Mirthwood seinem geistigen Vorbild in nichts nach, auch wenn mein innerer Monk das pixelgenaue Anlegen der Felder in Stardew Valley aus rein ästhetischen Gründen bevorzugt. Es geht doch nichts über eine Farm mit vielen, in sauberen Quadraten angelegten Feldern.

Um Nutztiere zu halten, muss ich mir den Bauplan für den entsprechenden Stall oder die entsprechende Scheune in der Stadt kaufen, danach kann ich alles an meinem Handwerkstisch selbst herstellen und frei auf meinem Grundstück platzieren. Ein entscheidender Vorteil bei Mirthwood: Sollte mir der Platz meines Hühnerstalls irgendwann nicht mehr gefallen, kann ich ihn ganz einfach neu platzieren, ohne Wartezeit oder Extrakosten.

Gemütliches Farmerleben in Mirthwood Quelle: PC Games Und was wäre ein eigener Bauernhof ohne Partnerin beziehungsweise Partner und Familie? Auch das läuft in Mirthwood wie gehabt: durch regelmäßige, freundliche Interaktion kann ich früher oder später die Person meiner Wahl für mich gewinnen - oder aber es mir bei allen Bewohnern verscherzen und fortan gemieden werden. Denn anders als bei Stardew Valley gibt es bei Mirthwood ein ausgefeiltes Socializing-System mit verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten.

Ich kann mich mit den NPCs über verschiedene Themen unterhalten, tratschen, Witze erzählen, flirten oder versuchen, sie zu beeinflussen. Je nachdem, wie die Beziehung und der Charakter ausgeprägt sind, fallen die Reaktionen auf meine Konversationsversuche ganz unterschiedlich aus. Einige Figuren sinnieren mit mir über den Untergang der Welt und andere beleidigen meine Mutter, weil sie keinen Smalltalk mögen. Dann eben nicht.

Verschiedene Interaktionsmöglichkeiten, um mit NPCs zu kommunizieren Quelle: PC Games

Ist Mirthwood eine gute Stardew-Valley-Alternative?

Alles in allem verstehe ich natürlich, warum Mirthwood oft als Stardew-Valley-Klon betrachtet wird. Mich selbst hat genau dieser Punkt erst auf das Spiel aufmerksam gemacht und auch die Entwickler betonen, dass sie sich von dem Farming-Sim haben inspirieren lassen. Doch für mich ist der Farming-Aspekt nur ein sehr kleiner Teil des Gesamtwerks, das Mirthwood bietet.

Kämpfe, Geheimnisse, eine mystische Geschichte, ein Fluch, der dem Land auferlegt wurde und nur ich kann ihn brechen: Das ist der Stoff aus dem Abenteuer gemacht werden. Wer sich bei all dem, was Mirthwood zu bieten hat, nur für den Mittelalter-Farming-Part entscheidet, verpasst in meinen Augen unglaublich viel.

Durch die Kombination der actionreichen Erkundung und Kämpfe mit dem ruhigen Bestellen des Hofs sehe ich in Mirthwood das Potenzial, eine deutlich größere Zielgruppe abzuholen als ein Farming-Simulator allein. Werden die Kämpfe zu schwer, ziehe ich mich für ein paar Tage auf meinen Hof zurück, um meine Wunden zu lecken.

Wird der Farmer-Alltag zu trist, schnappe ich mir mein Schwert und stürze mich ins nächste Abenteuer. An Ausgleich und Abwechslung mangelt es mir auf keinen Fall. Bleibt nur die Frage, ob ich das Land letztendlich von seinem bösen Fluch befreien kann oder ich mich mit eingezogenem Schwanz endgültig in ein anonymes Farmer-Leben zurückziehen werde.

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