ZDF Magazin Royale übt heftige Kritik an Lootboxen in Spielen und Streamern - zurecht!
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In der neuen Folge des ZDF Magazin Royale übt Jan Böhmermann heftige Kritik an Lootboxen und Mikrotransaktionen in Videospielen sowie an Streamern, die solche bewerben. Zurecht, findet unser Autor. Ein Kommentar.
In der Late-Night-Show ZDF Magazin Royale sorgte Moderator und Satiriker Jan Böhmermann schon oft für heftig diskutierte Schlagzeilen und bezog Stellung zu allerlei gesellschaftlich relevanten Themen. Dabei spart er nie an Kritik und offenbarte in der Vergangenheit auch schon Missstände, die zuvor nicht offen bekannt waren. In der neuen Folge der Show dreht sich diesmal alles um Mikrotransaktionen und Lootboxen in Videospielen und um Streamer (und andere Influencer), die ebensolche bewerben. Böhmermann weist auf die Gefahren hin und benennt diese Geschäftspraktiken als das, was sie sind: Glücksspiel - mit allen Gefahren wie Spielsucht und zerstörten Existenzen. Es ist dringend notwendig und daher zu begrüßen, dass Böhmermann das Thema mit seiner Show und Reichweite mehr in den Mainstream holt.
Heute Gamer, morgen Glücksspiel-abhängig?
Andere Länder wie Belgien sind schon weiter als Deutschland und haben Lootboxen in Games einfach komplett verboten. Wiederum anderswo werden solche Mechaniken in Videospielen sehr klar als Glücksspiel benannt und auch so behandelt. Hierzulande allerdings konnte sich die USK bisher nur zu kleinen Symbol-Hinweisen durchringen. Eingeschränkt werden Mikrotransaktionen, Lootboxen und In-Game-Währungen allerdings nicht. Auch auf die Altersfreigabe haben solche Mechaniken keinen Einfluss, sodass auch Minderjährige auf diese Art und Weise mit Glücksspiel nicht nur in Berührung kommen, sondern sogar von einem frühen Alter an damit sozialisiert werden. Das birgt durchaus die Gefahr, dass gerade eine ganze Generation von in Zukunft von klassischem Glücksspiel Abhängigen geschaffen wird - durch Videospiele.
Der Markt ist viel zu groß und lukrativ
Eine Zahl aus der neuen Folge des ZDF Magazin Royale bleibt besonders im Gedächtnis: 4,2 Milliarden Euro - so viel Geld haben Spielerinnen und Spieler im vergangenen Jahr für In-Game-Käufe ausgegeben - nur in Deutschland. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurde mit dem klassischen Verkauf von Videospielen hierzulande "nur" ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro erzielt. Es ist daher natürlich nicht verwunderlich, dass viele Seiten gar kein Interesse an einer Einschränkung und stärkeren Kontrolle von Lootboxen und In-Game-Käufen aller Art, zum Beispiel Mikrotransaktionen haben. Der Markt ist einfach viel zu lukrativ und groß.
Geniale Kritik an Streamern
Auch an Streamern und anderen Influencern, die Lootboxen und Co. bewerben, übt Jan Böhmermann heftige Kritik - völlig zurecht. Um seinen Standpunkt zu untermauern, hat sich das ZDF Magazin Royale (mal wieder) etwas Geniales ausgedacht: Jan Böhmermann, verkleidet als Deutschlands bekanntester Streamer MontanaBlack, "reacted" in typischer Streamer-Manier während der gesamten Folge auf die Show. Das ist einerseits enorm unterhaltsam, andererseits zudem eine sehr kluge Art der Kritik. Und beschert dem Thema Glücksspiel in Videospielen dadurch auch viel mehr Aufmerksamkeit, weil die neue Folge des ZDF Magazin Royale durch die Einbindung des bekanntesten deutschen Streamers das Interesse der streamenden Zunft weckte - die bereits am Freitagabend in zahlreichen Reaction-Streams die neue Folge des ZDF Magazin Royale den eigenen Zuschauern präsentierte. Ergo: Ganz viel Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für das Thema bei genau den Leuten, die der Glücksspiel-Gefahr durch Videospiele am stärksten ausgesetzt sind. Und dafür kann man Jan Böhmermann und dem Team vom ZDF Magazin Royale einfach mal Respekt zollen.
