Bei der Gamescom 2022 ging es mehr um Streamer und Influencer als um Videospiele
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Die Gamescom 2022 hat eindrücklich gezeigt, dass es bei der Messe mittlerweile viel mehr um Streamer und Influencer geht als um Videospiele. Ein Kommentar.
Die Gamescom 2022 war in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Es war die erste (weitestgehend) klassische Messe seit Beginn der Coronavirus-Pandemie und somit seit drei Jahren. Die Sehnsucht der Gamerinnen und Gamer nach Großveranstaltung und Get-Together mit Gleichgesinnten: Groß. Und offenbar auch das Verlangen, die eigenen Stars und Sternchen zu treffen, die bei der vornehmlich jungen Generation heutzutage ganz andere sind als noch früher: Streamer, Influencer, Social-Media-Stars, YouTuber, Twitcher, TikToker. Dabei wurde bei der Gamescom heuer besonders deutlich: Bei der Messe geht es mittlerweile (fast schon) überwiegend um eben jene neuen Stars - Videospiele rücken immer weiter in den Hintergrund. Und es scheint auch niemanden wirklich zu stören.
Etliche Streamer und Influencer auf der Gamescom
Während viele Branchengrößen wie etwa Nintendo der Gamescom 2022 eine Absage erteilten, schien bei den Streamern und Influencern genau das Gegenteil der Fall zu sein: Noch mehr YouTube-Stars, Twitch-Sternchen, Instagram-Models und Co. schienen das Gelände der Koelnmesse zu fluten als jemals zuvor. Wer was auf sich hält und Nähe zum Fußvolk, pardon, zu den Fans beweisen will, zeigt sich auf der Gamescom.
So waren die Hallen dann zwar spürbar leerer als sonst, das betraf aber vorrangig Messestände von Entwicklern und Publishern sowie die Zahl vorgestellter Videospiele. Vergleichsweise wenig Rückgang hingegen bei der Besucherzahl, und das trotz weiterhin irgendwie-pandemischer Lage und angeblichem Hygienekonzept, das eigentlich nur aus Spendern mit Desinfektions-Gel bestand. Rund 265.000 Besucherinnen und Besucher waren 2022 auf der Gamescom. Und gefühlt 264.000 davon waren vor allem wegen der Streamer und Influencer da.
Streamer vor Games bei der Gamescom
So dominierten die Schlagzeilen in Bezug auf die Gamescom dann vor allem Streaming-Stars wie Marcel Eris alias MontanaBlack, kurz Monte. Als der auf dem Gelände mit einer Security-Entourage wie der Papst höchstpersönlich auftauchte, verfolgt von tausenden grölenden Fans, gerieten die Videospiele endgültig in den Hintergrund. Gamer in Warteschlangen fürs Ausprobieren neuer Spiele, also die eigentlich mal klassischen Gamescom-Besucher, wurden da am Rande des Messegangs des deutschen Twitch-Messias zum Kollateralschaden - und einfach überrannt und beleidigt.
Monte dominierte dann am Montag im Nachgang zur zu diesem Zeitpunkt schon beendeten Gamescom mit seinem Auftritt auch noch die Twitter-Trends und belegt bei den Charts der Gamescom-"Momente" den ersten Platz, noch vor der großen "Opening Night Live"-Eröffnungsshow mit Geoff Keighley. Allein das ist natürlich schon eine ganz klare Aussage: Streamer vor Games.
Schlägereien unter Streaming-Stars
Welche Gamescom-Momente waren sonst noch so in den Schlagzeilen? Insbesondere eine Schlägerei zwischen YouTuber Tanzverbot und zwei anderen, unbekannteren Streamern, weshalb immer nur der deutlich bekanntere Tanzverbot genannt wurde. Orangemorange und Scurrows heißen die Influencer übrigens. Auch am Start, aber ohne (bekannte) Messe-Skandale: Trymacs, Rezo, Gnu, Fritz Meinecke, Varion, Lara Loft, Leeroy, Marc Gebauer - und noch viele mehr. Immerhin haben ein paar davon sogar was mit Gaming am Hut.
