Hey Disney: Die Zukunft des MCU ist mausetot - daran wird auch Deadpool 3 nichts ändern
Kolumne
Unser Autor fordert einen baldigen Neustart des Marvel Cinematic Universe mit mehr Köpfchen und weniger Action.
Das Marvel Cinematic Universe ist zurück und präsenter denn je. Eine unglaubliche Flut an Online-Werbung, News-Artikeln und Social Media-Beiträgen feiern den anstehenden Kinostart von Deadpool & Wolverine. Obwohl der letzte Film des MCU im Kino zum Mega-Flop wurde, stehen die Chancen gut, mit Deadpool wieder einen richtigen Hit zu landen.
Retten Deadpool & Wolverine das Marvel Cinematic Universe?
Alles Friede, Freude, Eierkuchen im MCU? Mitnichten: Selbst wenn Deadpool & Wolverine die magische Grenze von 1 Milliarde US-Dollar an den internationalen Kinokassen knacken sollte, wird dieses Strohfeuer das Ende des MCU nicht verhindern können. Zumindest, wenn es nach meiner bescheidenen Einschätzung geht.
Um eines klarzustellen: Ich wünsche dem Marvel Cinematic Universe noch unzählige weitere Serien und Blockbuster in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Doch was Disney aktuell macht, ist durchschaubar und wird das MCU krachend an die Wand fahren. Ich erkläre dies anhand von zwei aktuellen Beispielen und mache Vorschläge für einen Neustart.
Das Marvel Cinematic Universe wird immer lächerlicher
Man stelle sich einmal vor, jemand hätte vor zehn Jahren das Gerücht aufgebracht, Wolverine und Deadpool würden das MCU entern und zahlreiche Varianten der beiden Anti-Helden bis hin zu einem Deadpool-Hund im Film zu sehen sein. Klingt aus damaliger Sicht völlig aberwitzig, aber es wird noch besser.
Hätte eine Expertin oder ein Experte damals predictet, dass Star Wars-Legende Harrison Ford einmal den Präsidenten der USA im Marvel Cinematic Universe spielen wird und sich in einen roten Hulk verwandelt, hätte man bei dieser Person eher Fieber gemessen, als ihm zu glauben.
Mit Deadpool 3, dem 34. Film des MCU, sind wir an einem Punkt angekommen, an dem Marvel zu einer Karikatur seiner selbst verkommen ist. Und die Tatsache, dass Captain America 4 als angeblich "bodenständiger Thriller" ebenfalls zu außerirdischen Monstern und einem Präsidenten als rot angelaufene Wüterich greifen muss, offenbart das ganz Dilemma.
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Diese effektheischenden Kniffe mit Varianten von Helden, Hollywood-Legenden in aberwitzigen Rollen und immer neuen Dimensionen und Zeitlinien werden sich beim Publikum meiner Meinung nach sehr schnell abnutzen. Die Marvel-Formel scheint immer mehr ausgelutscht. Und wenn ich zu den chaotischen Problemen bei Avengers 5 rüberschiele, frage ich mich, wo das alles enden soll. Ich hätte da einen Vorschlag.
Wie könnte ein Reboot des MCU aussehen?
Das aktuelle Marvel Cinematic Universe könnte man mit einem finalen Avengers-Film enden lassen. Gerne auch mit einer letzten Rückkehr von Robert Downey Jr. als Iron Man. Anschließend ist für mindestens drei Jahre Ruhe und man wagt einen behutsamen Neuanfang. Als genau das Gegenteil von dem, was DC mit dem neuen Superman macht.
In Superman: Legacy stopft Ex-Marvel-Regisseur James Gunn unzählige Charaktere und lässt sie in fast schon lächerlich anmutenden Kostümen vor der Kamera herumhampeln. Wer, wenn nicht Marvel wäre in der Lage, das Genre des Superhelden-Kinos zu revolutionieren?
Weniger Bombast, weniger Multiversum. Stattdessen tiefgründige Charaktere und packende Stories ohne viel CGI. Ausgerechnet Konkurrent DC hat es mit Joker und The Batman vorgemacht. Los, Disney und Marvel: Gönnt dem MCU einen schnellen und würdigen Abgang und wagt einen Neuanfang, der voll und ganz auf Qualität und weniger auf Bombast setzt. Wir Superhelden-Fans sind wesentlich smarter, als ihr offenbar denkt.
