Das MCU am Ende? Im Ernst, Disney - so fährt man Marvel garantiert an die Wand

Kolumne Tobias Tengler-Boehm
Das MCU am Ende? Im Ernst, Disney - so fährt man Marvel garantiert an die Wand
Quelle: Marvel / Disney

Disney befindet sich mit dem Marvel Cinematic Universe in einem echten Dilemma. Unser Autor schlackert bei diesen Zahlen mit den Ohren.

Das Marvel Cinematic Universe umfasst mittlerweile unglaubliche 33 abendfüllende Kinofilme. 2008 ging es mit Iron Man los, Robert Downey Jr. avancierte zum Megastar Hollywoods. Es folgten die Milliarden-Hits Iron Man 3 (2013), The Avengers (2012), Avengers: Age of Ultron (2015), Captain America (2016), Black Panther (2018), Spider-Man: Far From Home und Captain Marvel (beide 2019) sowie Spider-Man: No Way Home (2022).

Doch es geht noch besser. Mit Avengers: Infinity War (2018) und Avengers: Endgame (2019) gelang sogar der Sprung über die fabelhafte 2-Milliarden-Marke. Dies gelang in der Geschichte Hollywoods erst sechs Filmen, an der Spitze der Bestenliste thront Avatar (2009) als erfolgreichster Film aller Zeiten. Diese Aufzählung soll veranschaulichen, mit welch einem Schwergewicht wir es beim Marvel Cinematic Universe zu tun haben.

Das MCU spielt seit mehr als 15 Jahren zuverlässig Milliarden in die Kassen Disneys. Doch der Gelddruckmaschine Hollywoods geht mehr und mehr die Druckerschwärze aus. Zwischen all diesen fulminanten Kassenschlagern und Straßenfegern reihen sich immer mehr Enttäuschungen und Kassenflops. Marvel muss liefern und um immer spektakulärere Leinwand-Abenteuer ins Kino zu bringen sind offenbar extrem hohe Investitionen nötig.

Wie teuer ist eigentlich so ein Marvel-Film?

Die Kosten für eine Blockbuster-Produktion variieren selbstverständlich. Für den Mega-Flop The Marvels (2033) gab Disney beispielsweise 277 Millionen US-Dollar aus. Mit einem extrem enttäuschenden Einspielergebnis von 206 Millionen US-Dollar fuhr der Film mit Oscar-Gewinnerin Brie Larson einen fetten Verlust ein. Man muss beachten: in den Produktionskosten ist noch nicht das oftmals dreistellige Millionen-Budget für Werbung mit einberechnet. Und vom Einspielergebnis geht die Hälfte an die Kinos.

Die beiden Avengers-Filme Infinity War und Endgame verschlangen während der Produktion satte 1,265 Milliarden US-Dollar, spielten allerdings auch unglaubliche 4,85 Milliarden US-Dollar ein. An diesen beiden Beispiel wird das Hauptproblem Disneys mit dem Marvel Cinematic Universe deutlich. Die Filme sind abartig teuer. Ein ganz besonderes Beispiel aus der jüngeren Historie des MCU veranschaulicht dies auf besonders drastische Weise.

Disneys Problem mit Marvel: Die Filme sind viel zu teuer

Doctor Strange and the Multiverse of Madness mit Benedict Cumberbatch und Elizabeth Olsen spielte satte 956 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen ein und scheiterte somit nur knapp an der magischen Milliardengrenze. Handelt es sich also auch hier um einen riesigen Hit für Disney? Mitnichten.

Wie jetzt offiziell bekannt wurde, kostete Doctor Strange and the Multiverse of Madness unglaubliche 414,9 Millionen US-Dollar. Auch bei diesem Betrag sind die Kosten für Marketing noch nicht enthalten. Bei diesen Zahlen fällt schwer zu glauben, dass sich der Film für Disney gelohnt hat. Das Marvel Cinematic Universe ist also einerseits dazu verdammt, massiv Kosten zu sparen, was sich nicht gerade positiv auf die Qualität der Kinofilme auswirken dürfte. Anderseits müssen kommende Blockbuster wie Deadpool & Wolverine oder danach dann Captain America: Brave New World zwingend Milliarden-Erfolge werden, um das MCU in seiner bisherigen Form am Leben zu halten. Wie geht es weiter mit den Avengers?

Man muss angesichts der jüngsten Flops nicht gerade prophetisch veranlagt sein, um vorauszusagen, dass dies auf Dauer nicht gutgehen wird. Die Marvel-Formel scheint ausgelutscht, die Kosten explodieren und das Publikum bleibt fern. Mit einem Seitenblick auf Star Wars gerichtet wäre das MCU nicht das erste Milliarden-Film-Franchise, das Disney letztendlich gegen die Wand fährt.

Quelle: Comic Book Movie

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