Redakteur und Nintendo-Experte Lukas "NintenToker" Bohnau konnte bereits einige spaßige Stunden in Mario Kart World verbringen. Aber wie sieht es mit der offenen Spielwelt aus? Hat sie das Potenzial langfristig zu motivieren?
Offene Welt auch abseits vom freien Fahren?
Der Open-World-Ansatz wird aber nicht nur im "freien Fahren" ausgelebt, sondern beeinflusst auch die restlichen Modi des Spiels in gewisser Weise. Gerade die Grands Prix sind in Mario Kart World deutlich anders als bisher. Es ist nämlich so, dass wir nicht mehr - wie früher - vier Strecken à drei Runden hintereinander absolvieren müssen, sondern die Pisten nun alle miteinander verbunden sind.
Konkret sieht das so aus: Der erste Kurs fährt sich noch ganz normal. Danach startet allerdings nicht direkt die nächste Strecke, sondern man muss zu ihr hinfahren. Dieser Weg zählt zum Rennen mit dazu - was bedeutet, dass sich auch hier Platzierungen ändern können.
Hat man die nächste Strecke erreicht, fährt man auf dieser nur noch eine Runde, da das Verbindungsstück zur Strecke dazuzählt. So geht es dann den ganzen Cup weiter. Auch wenn das neue Konzept durchaus seinen Reiz hat, fehlt mir dennoch ein klassischer Grand Prix. Dadurch, dass ein Grand Prix jetzt als großes Ganzes präsentiert wird, geht mir ein bisschen die Persönlichkeit der einzelnen Strecken verloren. Ich verstehe durchaus die Entscheidung, den neuen Open-World-Ansatz mit dem klassischen Rennerlebnis zu kombinieren - und es macht ja auch Spaß -, aber trotzdem fehlen mir einfach die Rundkurse.
Quelle: Nintendo
Wo mich die Etappenrennen dagegen weniger stören, ist die neue K.O.-Tour. Hier funktioniert die Open-World-Implementierung meiner Meinung nach um einiges besser! Auch wenn man permanent unter Stress steht, rechtzeitig einen Checkpoint zu erreichen, damit man nicht eliminiert wird, macht dieser Modus unfassbar viel Spaß.
Innerhalb von sechs Teilabschnitten muss man es schaffen, immer unter den besten Fahrern zu landen, da man sonst Gefahr läuft, auszuscheiden. Es ist einfach das pure Chaos, das Mario Kart schon immer ausgemacht hat - und hier auf die Spitze getrieben wird. Ein wahres Wechselbad der Gefühle zwischen Nervenkitzel und Erleichterung, wenn man eines der Tore passiert.
Potenzial mit Luft nach oben
Mit Mario Kart World versucht Nintendo, eine neue Ära des beliebten Funracers einzuläuten. Zum Teil ist ihnen das mit der Open World meiner Meinung nach gelungen, aber trotzdem bleibt einiges an Potenzial auf der Strecke liegen. Die offene Spielwelt fühlt sich einfach nur wie ein Grundgerüst an - eine Art Sandbox, in der es an uns liegt, was wir daraus machen.
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Wie cool wäre es bitte gewesen, hätten wir einen kleinen Story-Modus bekommen? Das hätte man doch so easy noch integrieren können. Ich hätte auch keine krasse Geschichte oder Cutscenes erwartet - aber zumindest noch mehr Ansporn, Zeit in der offenen Spielwelt zu verbringen. Wenn selbst Sportspiele wie Mario Tennis Aces einen Story-Modus spendiert bekommen, dann hätte es Mario Kart doch um Längen verdient - besonders mit so einer Ausgangssituation!
Versteht mich nicht falsch: Ich finde es echt super und vor allem auch mutig von Nintendo, mit dem Open-World-Konzept für das Mario-Kart-Franchise einen neuen Weg einzuschlagen. Ich für meinen Teil hatte - um ehrlich zu sein - sowieso nicht so hohe Erwartungen an das freie Fahren, aber jetzt, wo man es selbst ausprobieren konnte, kamen einem dann doch etliche Ideen, wie man die Spielwelt noch besser hätte gestalten können.Aber gut, wer weiß, was Nintendo für die Zukunft noch geplant hat? Updates, DLCs - ich bin mir sicher: So wie wir die Map jetzt kennen, wird sie vielleicht im nächsten Jahr schon nicht mehr aussehen!
