25 Jahre Mario Kart 64: So entstand der Fun-Racer-Klassiker! - Seite 3
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Vom F-Zero-Experiment zum vielleicht besten Mario Kart der Nintendo-Geschichte: Wir blicken auf die Entstehungsgeschichte von Mario Kart 64!
Der Vier-Spieler-Modus war allerdings ein besonderer Fall. Schließlich musste die Konsole hier nicht nur einen sondern gleich vier Bildschirme darstellen und berechnen. Das bedeutete vierfache Rechenleistung. Sowohl Miyamoto als auch Chef-Programmierer Masato Kimura heben an dieser Stelle die Leistungsfähigkeit des Nintendo-64-Prozessors hervor. Laut Miyamoto gab es auch hier einige Tricks, damit Spieler trotz des kleinen Bildausschnitts und der womöglich unscharfen Auflösung noch ausreichend viel erkennen würden. Im Prototypen Mario Kart R hatte man übrigens noch die Wahl, ob man den Bildschirm im Zwei-Spieler-Modus vertikal oder horizontal teilte. Diese Option wurde später entfernt.
Laut Kimura bestand die größte Herausforderung in der neuen, weitläufigeren 3D-Umgebung und deren Auswirkung auf die Kollisionen. "Als uns die Designer erzählten, dass sie Strecken mit mehreren Höhenstufen machen wollten, lehnten wir das natürlich nicht sofort ab. Man hat ja so etwas wie Entwicklerehre. Also findest du Wege, um Kollisionen zu berechnen. Um dies möglichst exakt zu tun, kostet das Prozessorleistung. Suchst du dir aber irgendwelche Kompromisslösungen, überlappen sich womöglich die Modelle. Diese Balance zu finden war eher Kunst als Wissenschaft", bringt er diese Problematik auf den Punkt.
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Veränderungen am Rande
In Sachen Gameplay fielen vor allem die kleinen Anpassungen auf, die teils bis heute Bestand haben. Beispielsweise führte Mario Kart 64 den Turbo-Schub bei erfolgreichen Drifts ein. Als optisches Signal diente dabei sich farblich verändernder Rauch. Dieses Spielelement sollte vor allem erfahreneren Kart-Piloten mehr Möglichkeiten zum Optimieren der eigenen Leistungen bringen.
Das Herausfinden der besten Spur, der perfekten Route und der idealen Drifts machte in diesem Fall einen großen Teil der Langzeitmotivation aus.
Das Entwicklerteam führte in Mario Kart 64 auch den blauen Panzer ein, mit dem ihr stets den in Führung liegenden Piloten eins auswischen konntet. Der Clou: Lediglich der grüne Panzer folgt den Regeln der Physik und besitzt eine realistische Flugbahn. Beim roten und beim blauen Panzer ging es dem Entwicklerteam vor allem um den Spielspaß und darum, das Feld immer wieder durchzumischen.
Darüber hinaus fiel mit Mario Kart 64 auch die Limitierung der gelegten Bananen, während im Vorgänger lediglich vier der gelben Stolperfallen verteilt werden konnten. Theoretisch wäre es im Battle Mode also möglich gewesen, 100 Bananen auszulegen. Das Spiel hätte diese nicht automatisch von den Strecken gefegt.
Hideki Konno betonte in Interviews zudem die Veränderungen am Verhalten der Computerfahrer: "Gegnerische Fahrer können nun driften. Das beherrschten sie zuvor nicht. Außerdem implementierten wir ein System, durch das sie driften und ihr Tempo behalten, aber Spieler auch innen überholen und so den Weg abschneiden können. Es sind diese kleinen Dinge, bei denen ich das Gefühl bekomme, dass wir ein ziemlich solides Rennspiel auf die Beine gestellt haben."
Eine Funktion allerdings hat die Nintendo-Crew nach einigen Testrunden aus dem Spiel geworfen: den "No Items"-Modus. Auch diesen probierte das Team in der Anfangsphase der Entwicklung aus, um sich stärker an F-Zero anzunähern. Doch diese Option wurde schnell wieder verworfen, weil sie nicht zum Kern-Gameplay von Mario Kart passte und schlicht keinen Spaß machte.
Der Erfolg von Mario Kart 64
Mario Kart 64 verkörperte die zwei Tugenden von Nintendo: Mut zur Innovation, aber vor allem das Bekenntnis zum grenzenlosen Spielspaß. Auf den ersten Blick schien der zweite Teil der Fun-Racer-Reihe gar nicht so viel anders zu machen als sein Vorgänger.
Geht man allerdings in die Tiefe, dann fallen die vielen kleinen und großen Innovationen umso mehr ins Gewicht. Viele davon sind bis heute spürbar und werden es wohl auch in Zukunft noch sein.
Mario Kart 64 gilt bei nicht wenigen Nintendo-Veteranen als bester und beliebtester Teil der Serie, eben weil es die typische Designphilosophie von Nintendo so stark widerspiegelt. Der Erfolg unterstreicht dies: Mario Kart 64 verkaufte sich 9,87 Millionen Mal und ist damit das am zweithäufigsten verkaufte N64-Spiel - nach Super Mario 64.
Überraschend: Auf dem Wertungsportal Metacritic rangiert Mario Kart 64 mit 83 von 100 Wertungspunkten hingegen nur unter den Top 40 der besten N64-Spiele. Die Meinungen der Presse sind gespalten und reichen vom absoluten Top-Hit bis zum mittelprächtigen Spaß-Raser.
Wer im Jahr 2022 noch einmal auf die Strecke gehen möchte, muss indes nicht zwangsläufig eine Retro-Konsole sein Eigen nennen. Im Herbst 2021 erweiterte Nintendo seinen Abo-Service Nintendo Switch Online um N64-Klassiker wie eben Mario Kart 64. Gerade zu Beginn plagten die Emulation allerdings noch jede Menge Fehler.
Das Hinzubuchen des sogenannten Erweiterungspakets kostet die doppelte Abo-Gebühr und damit mindestens 40 statt 20 Euro für das reguläre Nintendo Switch Online. Dafür erhaltet ihr aber nicht nur Zugriff auf die N64-Bibliothek, sondern bekommt auch das Booster-Pack zu Mario Kart 8 Deluxe serviert. Für Mario-Kart-Fans lohnt sich das Angebot dieser Tage also durchaus wieder.
Mario Kart 64 lebt also auch im Jahr 2022 und gilt, genauso wie sein Vorgänger, als ein wegweisendes Spiel für das Genre der Fun-Racer. Für noch mehr Infos zum Gameplay und zur Spielbarkeit von Mario Kart 64 schaut unbedingt in unser großes Retro-Special samt Video rein. Für Mario-Kart-Fans ein absolutes Muss!
