Mainboards: Sockel und was dabei zu beachten gibt

Special Antonio Funes
Mainboards: Sockel und was dabei zu beachten gibt
Quelle: Asus

Das Mainboard verbindet alle wichtigen Teile eines PCs - wir geben euch Tipss zum Kauf, Begriffen und bieten eine Marktübersicht mit 80 Mainboards.

Der Mainboard-Sockel

Jedes Mainboard hat einen Sockel, in den die CPU hineingehört. Dabei wird ein kleiner Hebel um- und die CPU dann vorsichtig eingelegt. Sie gleitet, wenn man sie korrekt positioniert hat, mit ihren zahlreichen Pins in die dazu passenden, mehreren Hundert Löcher des Sockels hinein. Sitzt die CPU korrekt, legt man den kleinen Hebel wieder in die andere Richtung um, was einen starken Kontakt zu den Pins herstellt und die CPU arretiert. Nun kann man den CPU-Kühler aufsetzen und fixieren, wobei man vor dem Aufsetzen des Kühlers eine dünne Schicht mit Wärmeleitpaste auf der CPU-Oberseite verteilt, sofern der Kühler keine Kühlpad-Schicht hat.

Der Sockel passt dabei stets zu bestimmten CPU-Familien, und es ist auch der Name des Sockels, nach dem in Shops die CPUs sortiert sind. Bei Intel ist für einen Budget-PC eventuell noch der Sockel 1200 (Release Frühjahr 2020) eine Option. Die passenden Intel Core-i-CPUs haben dabei Modellnummern aus dem 10000er- und 11000er-Zahlenbereich, wie zum Beispiel Core i5-10600K oder Core i7-11700. Aktuell ist aber der Sockel 1700, den es seit 2022 gibt, für einen Spiele-PC deutlich eher zu empfehlen, wenn man auf Intel setzen will. Die zugehörigen Spiele-CPUs sind beim Sockel 1700 Modelle der Core i-12000 und i-13000-Serien.

Auf Seiten von AMD ist der Sockel AM4 schon seit mehr als 6 Jahren auf dem Markt, wobei AMD immer wieder neue CPU-Familien veröffentlichte. Der Start war mit der Ryzen 1000-Reihe, die neuesten Modelle sind die Ryzen 5000er-CPUs mit dem Ryzen 7 5800X3D als Top-Gaming-CPU für knapp 300 Euro.

Im Preisbereich von 140 bis 300 Euro gibt es mehrere empfehlenswerte Ryzen 5000er-Modelle. Für Top-Spieleleistung führt aber kein Weg am neueren Sockel AM5 vorbei, bei dem der Ryzen 7 7800X3D für 400 Euro die zweitbeste Spiele-CPU überhaupt auf dem Markt ist und nur vom Ryzen 9 7950X3D übertroffen wird, allerdings um weniger als 5 Prozent trotz über 200 Euro Aufpreis. Intels Top-CPUs sind in Spielen etwas langsamer und trotzdem teurer als der Ryzen 7. Mehr zum Thema CPUs inklusive Kaufberatung lest ihr in unserem Special vom 15. September.

ASRock B760M PG Riptide Quelle: ASRock In der Mitte im oberen Bereich ist der Sockel gut zu erkenen (hier ein ASRock B760M PG Riptide mit Sockel Intel 1700)

Sockel: Auch die CPU muss passen

Je nachdem, ob ein Mainboard den Sockel 1200, 1700, AM4 oder AM5 bietet, passen also nur bestimmte CPUs, die den gleichen Sockel haben. Dabei gibt es aber pro Sockel stets mehrere Chipsätze, um die möglichen verschiedenen Nutzer-Anforderungen zu bedienen. Bei einem Sockel, der wie der AMD AM4 schon viele Jahre auf dem Markt ist, gibt es meist mehrere Chipsatz-Generationen.

Zum Teil muss man aufpassen, welche Chipsätze für eine brandneue CPU auch wirklich funktionieren. Es kann vorkommen, dass ihr zum Beispiel einen modernen AMD Ryzen der 5000er-Reihe kauft, der von einem Mainboard mit einem älteren AM4-Chipsatz nur mit einem BIOS-Update erkannt wird, aber auch umgekehrt gibt es moderne 500er-Mainboards, die eventuell für einen alten Ryzen 5 1600 nicht geeignet sind.

Bei Intel gibt es zudem eine Besonderheit, falls ihr die CPU übertakten möchtet. Bei den Mainstream-Sockeln, zu denen auch die Sockel 1200 und 1700 gehören, lassen sich seit vielen Jahren nur CPUs übertakten, die ein K im Modellnamen haben, zum Beispiel ein Core i5-12600K oder Core i7-13700KF.

Hinzu kommt, dass nur Mainboards mit einem Z-Chipsatz die passenden Übertaktungsoptionen bietet - beim Sockel 1700 sind dies die Chipsätze Z690 und Z790, bei denen dann selbstverständlich die günstigsten Modelle preislich deutlich weiter oben starten als bei den anderen 1700er-Chipsätzen. Bei AMD sind (bis auf den Ryzen 7 5800X3D) alle Ryzen-CPUs übertaktbar und theoretisch alle Chipsätze dafür geeignet, wobei wir beim Sockel AM4 ein B550- oder X570-Mainboard aus einem Preisbereich ab etwa 120 bis 130 Euro empfehlen.

  1. Seite 1 Mainboards: Funktionen, Chipsätze
  2. Seite 2 Mainboards: Sockel und was dabei zu beachten gibt
  3. Seite 3 Mainboards: Tipps rund um den Einbau eines Mainboards
  4. Seite 4 Mainboards: Formfaktoren und Marktübersicht
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