Mainboards: Formfaktor, PCIe 4.0 und Kauftipps
Special
In unserem Special erfahrt ihr Wissenswertes rund um Mainboards mit einem Schwerpunkt auf Modelle für die beliebten Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1200. Wir kümmern uns um Sockel, Chipsätze, PCIe 4.0, Bauformate und mehr. Außerdem haben wir eine Marktübersicht mit 60 aktuellen Mainboards bis 200 Euro für AMD- und Intel-CPUs vorbereitet.
Formfaktor: ATX und mehr
Damit man vor dem Kauf von Einzelteilen weiß, ob Mainboard, Netzteil und Gehäuse zusammenpassen, hat sich die Industrie schon vor langer Zeit auf Standards geeignet, was die Maße angeht. Für Mainboards gibt es die sogenannten Formfaktoren, die festlegen, welche maximalen Maße eine Hauptplatine haben darf, damit es mit dem jeweiligen Formfaktor gelabelt werden kann. Auch die Position der Schrauben, die das Mainboard nach dem Einbau mit dem Gehäuse fixieren, sind festgelegt. Auch Gehäuse nutzen die gleichen Formfaktoren, so dass man genau weiß, welches Mainboard maximal hineinpasst.
In diesem Artikel
Wichtig ist hier das Wörtchen "maximal" - doch bevor wir dies erklären, nennen wir euch die relevanten Formfaktoren von Mainboards und Gehäuses klein nach groß: Mini-ITX, µATX, ATX und E-ATX. In ein Gehäuse mit einem bestimmten Formfaktor passen Mainboards mit dem gleichen Formfaktor, aber auch kleinere Mainboards hinein. In ein ATX-Gehäuse könnt ihr also auch µATX-Mainboards einbauen. Eine ATX-Hauptplatine passt aber nicht in ein µATX-Gehäuse.
Quelle: ASRock
ASRock Z590 Steel Legend (Intel 1200)
Die weitaus meisten Mainboards haben den µATX- oder ATX-Standard, und diese beiden Baugrößen empfehlen wir auch für einen Spiele-PC, am besten in Verbindung mit einem ATX-Gehäuse. Bei Letzteren gibt es eine riesige Auswahl mit Modellen, auch sehr kompakte und trotzdem gut durchlüftete Varianten, die für einen Gaming-PC sehr gut geeignet sind und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Wer einen sehr kleinen PC will, spart mit einem µATX-Gehäuse nicht besonders viel Raum und nimmt besser direkt ein Mini-ITX-Modell - allerdings sind Mini-ITX-Mainboards spärlich ausgestattet (nur zwei RAM-Slots, nur ein PCIe-Slot) und teurer als ähnlich gute ATX- und µATX-Mainboards. Zwischen µATX und ATX gibt es bei Mainboards aber keine nennenswerten Unterschiede in der Praxis, außer dass bei einem µATX-Modell nicht so viele Steckplätze wie bei ATX vorhanden sind. Wer am Ende zwischen zwei Modellen entscheiden muss, kann also ohne Bedenken das kleinere µATX-Mainboard nehmen, falls es denn etwas günstiger ist. E-ATX spielt übrigens nur dann eine Rolle, wenn man ein entsprechendes sehr großes Gehäuse haben will - dies macht wiederum nur Sinn, wenn man enorm viele Laufwerke oder eine sehr große Wasserkühlung verbauen will.
Letzte Tipps zum Kauf inklusive PCIe 4.0
Am Ende bleiben hoffentlich nur noch wenige Fragen offen - zum Beispiel: Wie viel sollte man für ein Mainboard ausgeben? Recht ordentlich übertakten kann man mit einem Mainboard ab etwa zwischen 120 Euro. Mehr als 200 Euro sind nur für ambitioniertere Nutzer sinnvoll. Wer nicht übertakten möchte, der braucht nicht mehr als 80 bis 100 Euro auszugeben, sofern er nicht ein bestimmtes Feature vermisst, dass es nicht unterhalb dieser Preisbereiche gibt. So ein Feature könnte zum Beispiel die Art und Anzahl von RGB-Headern sein, also Anschlüssen für die LED-Ansteuerung von beispielsweise RGB-Lüftern oder RGB-Leisten.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte B550 Gaming X (AMD AM4)
Last but not least kommen wir noch zum Thema PCIe 4.0: wirklich nötig ist es für einen modernen Gaming-PC nicht - das heißt: PCIe 3.0 ist kein nennenswerter Nachteil. Bei Intel gab es bis zum Release der allerneuesten 11. Generation bei den Core-CPUs ohnehin noch kein PCIe 4.0, und kaum jemand würde behaupten, dass bisher die Nutzung eines Intels-Prozessors für den Sockel 1200 oder auch 1151 v2 und ältere Sockel wegen des Fehlen von PCIe 4.0 ein Nachteil sei. Wer PCIe 4.0 für Grafikkarten oder auch für entsprechende M.2-SSDs nutzen will, muss ein entsprechendes Mainboard und eine passende CPU haben. Bei AMD sind dies CPUs ab der 3000er-Serie wie der Ryzen 5 3600 oder Ryzen 7 5800X. Bei Intel ist eine der neuen 11000er-CPU nötig. Die passenden Mainboards findet ihr weiter oben bei der Tabellenübersicht zu den Chipsätzen - die simple Regel lautet aber: Sowohl bei den AMD AM4-Chipsätzen als auch bei den Intel 1200-Chipsätzen bieten aktuell nur die Chipsätze mit 500er-Namen auch PCIe4.0 wie zum Beispiel H510 oder X570. Theoretisch kann bei Intel auch bei älteren Chipsätzen mit einer neuen Core-CPU der 11000er-Familie PCIe4.0 möglich sein - dies wird bei einigen Modellen auch entsprechend vermarktet. Wer sichergehen will, sollte aber ein 500er-Mainboard wählen, da nur hier die PCIe 4.0-Fähigkeit der 11000er-CPUs quasi "nativ" funktioniert.
