Mainboards: Chipsätze und Übertaktung

Special Antonio Funes
Mainboards: Chipsätze und Übertaktung
Quelle: Asrock

In unserem Special erfahrt ihr Wissenswertes rund um Mainboards mit einem Schwerpunkt auf Modelle für die beliebten Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1200. Wir kümmern uns um Sockel, Chipsätze, PCIe 4.0, Bauformate und mehr. Außerdem haben wir eine Marktübersicht mit 60 aktuellen Mainboards bis 200 Euro für AMD- und Intel-CPUs vorbereitet.

Chipsatz - wie wichtig ist er?

Ein Chipsatz ist vereinfacht gesagt eine Art Basis-Chipausstattung bei einem Mainboard, der bestimmte Features bietet. Neben der Frage, welche CPUs das Mainboard am Ende überhaupt unterstützt, kommen auch Dinge hinzu wie die Anzahl der unmittelbar angebundenen SATA-Ports oder der Support von PCIe 4.0. Selbst die Einsteigerchipsätze bieten dabei heutzutage alles, was man als durchschnittlicher Gamer braucht, so dass man nicht unbedingt einen Chipsatz wählen muss, bei dem die entsprechenden Mainboards mehr als 80 oder 100 Euro kosten.

Auch die Leistung in Spielen hängt nicht vom Chipsatz ab, jedenfalls nicht direkt. Indirekt kann aber die Spieleleistung durch einen besseren Chipsatz und damit verbunden einem teureren Mainboard verbessert werden.

Biostar B550MH (AMD AM4) Quelle: Biostar Biostar B550MH (AMD AM4) Denn die teureren Chipsätze bieten bessere Übertaktungsoptionen für die CPU, einen besseren Support für schnelles RAM und mehr Features zur Optimierung des Systems. Bei Intel ist es sogar so, dass nur die Z-Chipsätze (also ein Chipsatz, dessen Name mit einem Z beginnt) eine Übertaktung ermöglichen. Zudem ist eine CPU mit einem K im Namen nötig. Nur bei dieser Kombination lässt sich der Multiplikator einer Intel-CPU verstellen, über den man sehr schnell mehr Takt erzeugen kann. Bevor wir die wichtigsten Chipsätze von AMD- und Intel-Mainboards auflisten, erklären wir kurz, welche Rolle der Multiplikator bei der Übertaktung spielt.

Kurze Erklärung: Übertaktung

Der Gesamttakt der CPU setzt sich aus dem Basistakt multipliziert mit dem Multiplikator zusammen. Der Multiplikator ist dabei standardmäßig bei jeder CPU fest vorgegeben - aber im UEFI (BIOS) kann man diesen verstellen, zumindest bei AMD-Mainboards sowie den besagten Intel-Platinen mit Z-Chipsatz. Zum Beispiel ergibt sich bei einem Basistakt von 100 MHz und einem Multiplikator von 35 ein Gesamttakt von 3500 MHz. Verstellt man den Multiplikator auf 40 (ein Plus von etwa 14,3 Prozent), dann steigt der Takt auf 4000 MHz (ebenfalls ein Plus von 14,3 Prozent). Theoretisch könnte man den Takt der CPU auch per Basistakt-Änderung erhöhen - allerdings wird ein PC dabei viel schneller instabil, so dass in der Praxis die Methode per Multiplikator das Mittel der Wahl ist.

Chipsätze: Übersicht

Die Chipsatznamen bei Mainboards für AMD- und Intel-Prozessoren folgen alle dem gleichen Schema: Auf einen Buchstaben folgt eine dreistellige Zahl. Für die beiden aktuell für Gaming-PCs empfehlenswerten Sockel AMD AM4 und Intel 1200 gab es schon mehrere Chipsatz-Familien - diese erkennt man an der ersten Ziffer der dreistelligen Zahl im Chipsatznamen. Beim Sockel AM4 gibt es die Familien 300, 400 und 500. Beim Sockel 1200 sind es die Reihen 400 und 500. Außerdem gibt es Chipsatz-Klassen, die vom Buchstaben im Chipsatznamen angezeigt werden - folgende Chipsätze gibt es aktuell:

Sockel Chipsatz PCIe 4.0 Preis ab   Sockel Chipsatz PCIe 4.0 Preis ab
AMD AM4 A320 nein 45 Euro   Intel 1200 B460 nein 75 Euro
AMD AM4 A520 nein 45 Euro   Intel 1200 B560 ja 85 Euro
AMD AM4 B350 nein 65 Euro   Intel 1200 H410 nein 60 Euro
AMD AM4 B450 nein 55 Euro   Intel 1200 H470 nein 65 Euro
AMD AM4 B550 ja 65 Euro   Intel 1200 H510 ja 75 Euro
AMD AM4 X370 nein wird ausverkauft   Intel 1200 H570 nein 115 Euro
AMD AM4 X470 nein 80 Euro   Intel 1200 Z490 nein 135 Euro
AMD AM4 X570 ja 140 Euro   Intel 1200 Z590 ja 140 Euro

Wichtig zu wissen, was die CPU-Kompatibilität angeht: Die Intel-Chipsätze H410 und B460 sind nicht für die neuen 11000er-CPUs geeignet, bei AMD laufen die neuesten 5000er-CPUs wiederum nicht mit den 300er-Chipsätzen, sondern nur auf 400er oder 500er-Chipsätzen - auf der anderen Seite sind aber Mainboards mit den neuen 500er-Chipsätze für den Sockel AM4 in den meisten Fällen nicht für die AM4-CPUs der älteren 1000er und 2000er-Reihe geeignet.

  1. Seite 1 Mainboards: Aufgaben und Sockel
  2. Seite 2 Mainboards: Chipsätze und Übertaktung
  3. Seite 3 Mainboards: Formfaktor, PCIe 4.0 und Kauftipps
  4. Seite 4 Mainboards: Marktübersicht mit 60 Mainboards
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