Kurz vor dem Release von Mafia: The Old Country geht's zurück nach Lost Heaven. Der Retro-Check des ersten Teils bringt ganz viel Nostalgie zurück.
Trotzdem kommt Teil zwei bis heute insgesamt besser weg als Mafia 3. Das neue Setting Ende der 1960er-Jahre, die Charaktere sowie Story und Missionen haben nicht wirklich den Geschmack der Fans getroffen. Das Spiel rund um die Hauptfigur Lincoln Clay muss sich seit dem Release im Oktober 2016 ordentlich Kritik anhören. Und auch ich habe Part drei bis heute nicht durchgespielt.
Einige Stimmen machen den Wechsel des Entwicklerstudios dafür verantwortlich, doch bei Hangar 13 sind nach wie vor etliche Mitarbeiter der beiden ersten Spiele mit an Bord.
Quelle: PC Games
Trotz hübscher Optik hat es Mafia 3 nie geschafft, an die Erfolge der ersten beiden Teile anzuknüpfen.
Hangar 13 schlägt zurück
Im Jahr 2020 bewiesen die Entwickler, dass sie verstanden haben, was die Mafia-Reihe ursprünglich ausgemacht hat. Mit der Definitive Edition gab's ein fantastisches Remake zu Mafia 1, das auf jeden Fall auch als Remake bezeichnet werden darf.
Nicht nur die Grafik und das Gameplay wurden komplett überarbeitet, sondern auch Story-Parts logisch verändert und das Spiel an den richtigen Stellen gekürzt. Bereits in der ersten Sequenz, bei der Tommy im Original als zweites im Restaurant eintrifft, zeigen sich größere Veränderungen.
In der Definitive Edition wartet meine Hauptfigur nämlich schon ganz nervös auf den eintreffenden Detective, während im Original Tommy nach ihm ankommt. Das passt deutlich besser zur Geschichte und solche Details ziehen sich durch die komplette Neufassung.
Hangar 13 ist es gelungen, den Klassiker aufzupolieren und dennoch den Charme beizubehalten. Für Leute, die Mafia noch nie gespielt haben, würde ich mittlerweile tatsächlich empfehlen, das Remake zu spielen.
Ich mag das Original zwar trotz seiner Ecken und Kanten, aber die schwammige Steuerung und das ein oder andere Gameplay-Element sind nicht sonderlich gut gealtert. Deswegen: Schlagt lieber bei der Definitive Edition zu!
Quelle: PC Games
In der Definitive Edition von Mafia erstrahlt Tommy Angelo in neuem Glanz. Das Remake kann sich absolut sehen lassen.
Ein spannender Release
Nun bleibt nur noch abzuwarten, ob es die Entwickler mit Mafia: The Old Country wieder schaffen, die Essenz der alten Spiele einzufangen. Schließlich spielt der Titel deutlich früher als die restlichen Teile, was das Gameplay ziemlich verändern wird.
Es gibt keine Tommy Guns, weniger Abwechslung im Fuhrpark und auch das amerikanische Flair fällt weg. Dafür darf ich eine Geschichte in der Heimat der Mafia erleben, was ebenfalls reizvoll ist.
Es schweben noch ein paar Fragezeichen über The Old Country, doch spätestens am 8. August lässt es sich besser einschätzen, ob die Entwickler die Marke wiederbeleben können.
Quelle: 2K Games
Auch in Mafia: The Old Country nimmt uns ein Don unter seine Fittiche. Hoffentlich endet die Geschichte besser als bei Tommy Angelo.
Ein paar Mitarbeiter der ersten Teile sind noch mit dabei, andere wie beispielsweise Daniel Vávra haben mittlerweile andere Studios gegründet. Der Director und Designer arbeitete übrigens an Mafia 1 und 2 mit und verließ Illusion Softworks beziehungsweise 2K Czech im Jahr 2009.
Warum erzähle ich euch das? Nun ja, Vávra ist heute Chef der Warhorse Studios, die mit Kingdom Come: Deliverance 1 und 2 große Erfolge feiern konnten. Das Talent, tolle Storys zu schreiben, erkannte man rückwirkend auch schon beim Mafia-Franchise.
Mafia 1 war schon zum originalen Release speziell und steht nicht bei allen Spielern total weit oben in der Gunst. Für mich nimmt es aber aufgrund der interessanten Story, des fantastischen Settings und der stark geschriebenen Charaktere einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen ein und das wird auch so bleiben.
