Stilvoll durch Lost Heaven: Wie (die) Mafia die Spielebranche eroberte

Special Michael Grünwald
Stilvoll durch Lost Heaven: Wie (die) Mafia die Spielebranche eroberte
Quelle: PC Games

Kurz vor dem Release von Mafia: The Old Country geht's zurück nach Lost Heaven. Der Retro-Check des ersten Teils bringt ganz viel Nostalgie zurück.

Linear durch Lost Heaven

Im Gegensatz zur damals schon existierenden GTA-Reihe reiht sich in Mafia eine Mission an die andere. Meistens verhindert ein Zeitlimit, dass ich auf Stadttour gehen kann. Für die Erkundung gibt's einen Freie-Fahrt-Modus, über den ich später noch ein paar Worte verliere.

Die eigentliche Story verläuft dagegen linear und ich werde durchs komplette Spiel geleitet. Die offene Spielwelt ist zwar da, wird allerdings weitaus weniger genutzt als in der Konkurrenz von Rockstar.

Dennoch sorgen die NPCs für Leben auf den Straßen. Manchmal parken die Zivilisten ihre Autos am Straßenrand, zücken einen Schirm, wenn's regnet, und die Polizei ist hinter mir her, sobald ich mit zu hoher Geschwindigkeit durch die Gegend brause oder über rote Ampeln heize.

Für ein Spiel aus dem Jahr 2002 war das schon fortschrittlich und hat mich damals wie heute gleichermaßen begeistert. Und das, obwohl die tschechischen Entwickler von Illusion Softworks das Projekt Mafia mit lediglich fünf Mitarbeitern anfingen.

Bevor es zum großen Rennen kommt, heizt man mit dem Rennwagen durch die Stadt. Quelle: PC Games Bevor es zum großen Rennen kommt, heizt man mit dem Rennwagen durch die Stadt.

Ein Rennspiel mit Multiplayer-Fokus

Im Verlauf der Entwicklungsphase wurde das Team auf 40 Mitarbeiter aufgestockt. Mit der eigentlichen Idee des Spiels hatte der finale Titel zum Release allerdings nicht mehr allzu viel am Hut.

Geplant war, ein actionlastiges Rennspiel im Stile von Driver auf den Markt zu bringen. Mit Zeitdruck sollte Tommy als Taxifahrer von A nach B flitzen, doch es kam am Ende anders.

Nach dem Umstieg auf die hauseigene Engine musste Mafia angepasst werden und wurde zu einer Art Open-World-Spiel umfunktioniert. Doch nicht nur die Story veränderte sich während der Entwicklung, sondern auch ein geplanter Multiplayer, der sogar einen großen Teil von Mafia ausmachen sollte, flog hochkant aus dem Spiel.

Könnt ihr euch vorstellen, dass im Jahr 2002 beinahe ein Mafia-Multiplayer entstanden wäre? Also bei mir liegt das weit außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Übriggeblieben vom ursprünglichen Rennspielplan ist das realistische Handling der wunderschönen Fahrzeuge und eine ganz besondere Mission namens "Fairplay", die mittlerweile seit über 20 Jahren immer wieder zum Gesprächsthema wird.

Mittlerweile kann man in der Mission Fairplay den Schwierigkeitsgrad einstellen, um am Ende als Erster über die Ziellinie zu brettern. Quelle: PC Games Mittlerweile kann man in der Mission Fairplay den Schwierigkeitsgrad einstellen, um am Ende als Erster über die Ziellinie zu brettern.

Fairplay muss sein

Ich hab's schon geschrieben: Mafia ist kein echtes Open-World-Spiel und die Missionen gehen ohne Leerlauf ineinander über. In den meisten Aufträgen laufe ich wie in einem recht klassischen Third-Person-Shooter von Deckung zu Deckung und ballere meine Widersacher ab.

Zwischendurch geht's dann in Verfolgungsjagden rund und hin und wieder nimmt sich Mafia auch einmal Zeit für Charakterentwicklung in längeren Zwischensequenzen.

Die eine Mission, in der ich für Salieri ein Autorennen gewinnen muss, hat bis heute aber Legendenstatus. Einerseits ist der Auftrag ziemlich cool und bringt Abwechslung in die Geschichte, andererseits handelt es sich dabei um einen bockschweren Job.

Das Fahrverhalten des Rennwagens ist anspruchsvoll, die Konkurrenz teilweise wirklich fix unterwegs und beim kleinsten Fehler wird es schon schwierig, innerhalb von fünf Runden an die Spitze des Feldes zu fahren.

Das Autorennen in Mafia ist bis heute wohl die bekannteste Mission. Quelle: PC Games Das Autorennen in Mafia ist bis heute wohl die bekannteste Mission. Sobald ich von der Strecke abkomme, passiert es außerdem recht schnell, dass ich mich überschlage und bei Fahrzeugen ohne Dach heißt das in Mafia direkt Game Over. Zum ursprünglichen Release war die Mission schlichtweg bockschwer.

Doch schon damals brachten manche Entwickler per Updates nachträglich Anpassungen in Spiele. Nachdem Mafia zwar von Beginn insgesamt sehr gut ankam, aber das Rennen in der Fairplay-Mission einige Leute frustriert hat, wurde mit neu eingebauten, verschiedenen Schwierigkeitsstufen nachgebessert.

  1. Seite 1 Mafia im Retro-Check: Einleitung und Story
  2. Seite 2 Mafia im Retro-Check: Questdesign und Missionen
  3. Seite 3 Mafia im Retro-Check: Open World und Mafia 2
  4. Seite 4 Mafia im Retro-Check: Mafia 3, Remake und The Old Country
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