Madden NFL 23: Die American-Football-Simulation im Test - Seite 2
Test
Madden NFL 23: Die American Football Simulation von EA Sports im Test. Alle Neuerungen beim Gameplay, Franchise und Madden Ultimate Team in der Übersicht.
Die harte Seite der NFL
Der Modus kommt dieses Mal ein wenig anders daher. In den letzten Jahren war es ja immer so, dass ihr euch einen eigenen Jungspund erstellen konntet, mit ihm ein paar Spiele in der College-Liga absolviert habt und dann in die NFL gedraftet wurdet. Jetzt spielt ihr statt eines Rookies einen Veteranen im fünften Jahr, der seine Karriere wieder so ein wenig in Schwung bekommen muss. Ihr bastelt euch also eine Spielfigur zusammen, entscheidet euch für eine von fünf Positionen und sucht euer Glück in der Free Agency. Das ist aber gar nicht mal so einfach. Denn ihr müsst nicht nur schauen, welches Team überhaupt Bedarf für eure Dienste hat, sondern auch, ob ihr ins Spielsystem passt und wie es mit der Bezahlung aussieht.
Diese neue Ausgangslage wirkt sich besonders auf die Präsentation aus: In der Vergangenheit war die gerne mal vollkommen überdreht. Da traf euer Spieler vor dem Anpfiff zufällig Snoop Dogg oder euer Kollege musste in der Halbzeit des Meisterschaft-Finales plötzlich vom Feld, weil er Herzprobleme hatte. Madden NFL 23 spielt sich da deutlich geerdeter. Natürlich sind hier und da auch jetzt noch ein paar pseudo-hippe Situationen dabei, bei denen es uns ordentlich geschüttelt hat.
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Im Großen und Ganzen könnte man sich aber durchaus vorstellen, dass der Alltag eines Football-Profis hier zumindest so ein klein wenig realistisch abgebildet wird: Ihr habt Gespräche mit euren Coaches, ihr chattet mit eurem Agenten und handelt Werbedeals mit Sponsoren wie Nike und Co aus.
Quelle: PC Games
Ein paar Cutscenes gibt es in Face of the Franchise immer noch. Der Modus ist aber deutlich weniger storylastig als im Vorjahr.
Auf dem Weg zum Club 99
Für zusätzliche Immersion sorgt ein neues Menü, in dem ihr eure Wochenplanung durchgehen könnt. Ihr legt fest, was ihr in den Tagen zwischen den Spielen so veranstaltet: Trainingsdrills, Physio-Behandlung oder doch einfach nur eine Runde Zocken. Dafür gibt es dann Rufpunkte, mit denen ihr im Level aufsteigt und so neue Perks und Skillpunkte freischaltet.
Aber auch eure Leistung auf dem Platz hat natürlich Auswirkungen auf euren Gesamtfortschritt. Für jeden Drive, jedes Spiel und jede Saison habt ihr die Wahl aus verschiedenen Zielen, mit deren Erfüllung ihr eure Entwicklung vorantreibt.
Mit Skillpunkten verbessert ihr positionsspezifische Attribute. Dabei habt ihr nicht nur die Möglichkeit, jederzeit und kostenlos euren kompletten Talentbaum zurückzusetzen und von vorn anzufangen, auch eure Physis lässt sich mit einem einzigen Klick ändern. So wird aus einem kleinen schlüpfrigen Running Back plötzlich eine massive Dampfwalze.
Quelle: PC Games
Pro Level-Up bekommt ihr 2 Skillpunkte. Insgesamt gibt es 30 Level. Da dauert es lang, bis man einen Gesamtwert von 99 erreicht hat.
Das regt zum Experimentieren an und hält einige Zeit bei der Stange. Was wichtig ist, denn das Ziel von Face of the Franchise, in den berühmten Club 99 einzuziehen - also in die Riege der Spieler mit einem Gesamtwert von 99 - braucht ordentlich Durchhaltevermögen.
EA Sports liefert euch keine narrative Achterbahnfahrt, in der ihr ausgewählte Highlights einer NFL-Karriere erlebt. Ihr müsst jedes einzelne Saisonspiel komplett selbst übernehmen. Das ist immer noch besser als der normale Franchise-Modus aus Spieler-Perspektive, aber leider auch kein The Journey mit American-Football-Skin.
Bill Belichick wäre stolz
Apropos Franchise: Nachdem EA den Modus zuletzt sträflich vernachlässigte und damit den Unmut der Fans auf sich zog, hat man sich im vergangenen Jahr ja endlich das Feedback der Community zu Herzen genommen und der Manager-Karriere eine ordentliche Überarbeitung spendiert. Auf dieser Basis baut Madden NFL 23 nun noch weiter auf.
Das bedeutet, dass ihr auch weiterhin über das Trainingsmenü Drills für eure Mannschaft aussucht und deren Intensität festlegt. Über das Personal-Management stellt ihr Offensive und Defensive Coordinator ein, die eure Mannschaft mit passiven Boosts unterstützen, und wertet ihre Fähigkeiten über einen Skilltree zusätzlich auf.
Quelle: PC Games
Wer Spielern ein eher mannschaftsdienliches Angebot macht, kann seine Kohle woanders investieren, riskiert aber auch eine Absage.
Neu ist, dass ihr Vertragsverhandlungen mit anderen Spielern ihr aus vier Voreinstellungen wählen dürft: eher konservative Angebote, mit denen Geld für andere Mannschaftsteile spart, oder richtig Deals, mit denen ihr eurem Ziel Honig ums Maul schmiert. Dabei ist das Finanzielle in Madden NFL 23 aber nicht mehr allein entscheidend. Manche Profis fällen ihre Transferentscheidungen auch auf Basis anderer Motivationen: Ob sie ins Schema passen. Ob sie unter einem prestigeträchtigen Coach spielen. Ob das Wetter in der neuen Heimat gut ist oder die Steuern besonders niedrig.
