Madden NFL 23 im Test: Spielerisch top, technisch flop

Test David Benke
Madden NFL 23 im Test: Spielerisch top, technisch flop
Quelle: EA Sports

In nicht einmal drei Wochen startet die neue Saison der National Football League. Wer bis dahin nicht warten kann, der darf aber schon jetzt mit Madden NFL 23 loslegen. Die American-Football-Simulation von EA Sports wartet in diesem Jahr mit zahlreichen spannenden Änderungen in Sachen Gameplay und Spielmodi auf. Nur bei der technischen Umsetzung hakt es ein wenig.

186 Tage - so lange mussten American-Football-Fans auf den Beginn der neuen NFL-Saison warten. Jetzt ist die erneute Jagd auf den Super Bowl aber endlich wieder eröffnet. Naja, zumindest auf dem virtuellen Rasen. Mit Madden NFL 23 bringt EA Sports am 19. August die neueste Auflage seiner Sportsimulation auf den Markt. Und wir haben uns mal angeschaut, welche Änderungen die so parat hält. Wir könnten hier jetzt natürlich die von EA Sports groß angepriesenen neuen Features runterrattern. Euch die Ohren mit FieldSense, Hit The Pile oder Add-on Blocks vollschwallen. Aber die Realität sieht natürlich auch in diesem Jahr so aus: Typisch EA Sports bekommt ihr mit Madden NFL 23 (jetzt kaufen ) kein komplett neues Spiel vorgesetzt, sondern viel mehr eine verbesserte Version des Vorgängers, die halt nur um ein paar frische Features erweitert wurde. Das Spielgefühl der American-Football-Simulation wird Spielern der Vorgänger über weite Strecken vertraut vorkommen.

Ein Pass, der passt

Wir konzentrieren uns also lieber auf die wenigen Neuerungen, die tatsächlich einen Unterschied machen, zum Beispiel das frisch eingeführte Skill-Based Passing - eine neue Mechanik, um den Ball punktgenau an den Mann zu bringen. In der Vergangenheit lief das alles ja relativ schnörkellos ab: Ihr musstet einfach nur das passende Receiver-Symbol drücken, um zu werfen.

Mit dem linken Stick konntet ihr der Flugbahn zwar noch eine grobe Richtung mitgeben, also ob das Leder mehr in Richtung Außenlinie fliegt oder eher etwas kürzer kommt. Wirklich präzise war das aber nicht.

In Madden NFL 23 könnt ihr den Receiver jetzt quasi zum Catch anleiten. Dafür gibt es neuerdings einen grauen Zielbereich unter dem Ballempfänger. Der zeigt grob an, in welchem Radius euer Mitspieler noch an den Pass kommt. Innerhalb dieses Bereichs könnt ihr dann mithilfe des linken Sticks ein kleines Fadenkreuz bewegen, mit dem ihr festlegt, wo das Ei gefangen werden soll.
Selbst mit Gunslinger Aaron Rodgers ist das Skill-Based Passing zu Spielbeginn eine echte Herausforderung. Quelle: PC Games Selbst mit Gunslinger Aaron Rodgers ist das Skill-Based Passing zu Spielbeginn eine echte Herausforderung. Für Fortgeschrittene gibt es dann noch zwei zusätzliche Anzeigen: einen Balken für die Wurfkraft und einen für die Präzision. Der erinnert so ein wenig an das Abschlusstiming aus FIFA. Wenn ihr einen Pass aufladet, erscheint also eine farbliche Leiste. Lasst ihr die Passen-Taste los, sobald ihr im hellblauen Bereich seid, kommt euer Zuspiel nochmal genauer an.

Diese drei Aspekte des Skill-Based Passing zu meistern, kann zu Beginn allerdings recht knifflig sein. In den Trainingsdrills, in denen ihr an die Mechanik herangeführt werdet, laufen alle Aktionen noch schön in Slow Motion ab. In Echtzeit ist man allerdings recht schnell überfordert damit, den Ball zu snappen, das Feld nach einer offenen Anspielstationen zu scannen, den passenden Receiver-Button zu drücken und dann auch noch Timing und Platzierung richtig hinzubekommen, bevor die Pocket kollabiert.

Da sind Interceptions schon vorprogrammiert. Hat man das System aber erst mal grob verinnerlicht, freut man sich über noch mehr Kontrolle in der Offensive. In Madden NFL 23 könnt ihr wunderschöne Back Shoulder Throws raushauen, an die auch wirklich nur euer Receiver kommt.

Der Teufel liegt im Detail

Contested Catches sehen in Madden NFL 23 nochmal spektakulärer aus, dank 3500 neuer Animationen. Quelle: PC Games Contested Catches sehen in Madden NFL 23 nochmal spektakulärer aus, dank 3500 neuer Animationen. Davon abgesehen gibt es noch ein paar kleine Änderungen. EA Sports hat den Regler bei den Fumbles etwas runtergedreht, die der Gegner-KI dafür ein klein wenig rauf. Die D-Line ist jetzt clever genug, dass ihr nicht immer wieder dieselben Spielzüge laufen könnt.

Durch 3500 neue Animationen ist die Varianz bei Tacklings mit dem Hit-Stick und in Luftduellen deutlich größer. Und zu guter Letzt gibt es noch ein paar neue Dribbling-Optionen für Ballträger. Dank der 360° Cuts könnt ihr jederzeit und überall eure Laufrichtung ändern, einen plötzlichen Haken schlagen und so euren anstürmenden Gegenspieler ins Leere fliegen lassen - sofern denn das Timing stimmt.

Wide Receiver verfügen über eine Reihe von neuen Release-Moves. Wenn der Ball gesnappt wird, könnt ihr euch jetzt also mit ein paar Trippelschritten oder einem kleinen Hüpfer zur Seite von eurem Manndecker lösen. Und Running Backs, die von Defensivspielern aufgehalten werden, können jetzt versuchen, mit wildem Button Mashing wieder aus diesem Tackle auszubrechen. Diese Änderungen kommen aber meistens erst dann zur Geltung, wenn ihr nur einen Spieler steuert und nicht die ganze Mannschaft, so wie in Face of the Franchise.

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