Aquarell-Look und ruhiger Sound sorgen in MIO für eine dichte, melancholische Atmosphäre. Technisch läuft es einwandfrei.
Aber gerade für diese gibt es diverse Unterstützer-Einstellungen, die ihr in den Optionen aktivieren könnt. Zum einen lässt sich ein zusätzliches Leben freischalten, das sich nach Verbrauch von selbst wieder auflädt. Weiter gibt es noch die Möglichkeit, Bosskämpfe nach einer Niederlage abzuschwächen. Die letzte Einstellungsmöglichkeit ist der Pazifistenmodus, bei dem Gegner euch nicht angreifen, wenn ihr sie nicht zuerst angreift. Diese Optionen erleichtern den Einstieg ungemein. Wirklich einfach wird das Spiel dadurch aber dennoch nicht.
Quelle: PC Games
MIO hält ziemlich knackige Plattformer-Passagen für euch bereit, die mit Sicherheit mehr als nur einen Anlauf benötigen.
Melancholie in Aquarell
Optisch ist Memories in Orbit ein wirklich schönes Spiel. Der besondere Look zeichnet sich durch eine Mischung aus Bleistiftshading und Aquarell aus und besitzt dadurch einen einzigartigen Wiedererkennungswert. Jedes Gebiet ist liebevoll in Szene gesetzt und könnte unterschiedlicher nicht ausfallen: Mal durchstreift ihr eine blühende Oase, mal eine eisige Höhle und ein andermal einen düsteren Dschungel. Mit MIO bekommt ihr einiges an Abwechslung geboten. Dadurch lassen sich aber teilweise auch tödliche Gefahren schwerer lesen und sind nicht immer eindeutig. Das lernt man dann auf die harte Tour.
Die Welt an sich ist mit vielen Verzweigungen und Geheimwegen gespickt, die ihr entdecken könnt. So lassen sich mit der Zeit auch Abkürzungen freischalten, die euch schneller wieder zum Zentrum bringen. Ein Schnellreisesystem gibt es aber auch an den Speicherstationen.
Quelle: PC Games
Während eurer meist einsamen Reise durch das Gefäß trefft ihr stellenweise auch mal auf andere Roboter.
Wie bereits erwähnt, wird die Geschichte recht rudimentär erzählt. Trotzdem ist die Welt belebt und ihr trefft immer wieder auf andere Roboter, mit denen ihr einen kurzen Plausch halten könnt.
Die melancholische Grundstimmung zieht sich konsequent durch das gesamte Abenteuer und wird durch dezente Musik sowie ein zurückhaltendes, aber wirkungsvolles Sounddesign unterstützt. So entsteht eine dichte Atmosphäre, die euch zum Erkunden einlädt.
Technisch sauber umgesetzt
Technisch läuft das Spiel einwandfrei. Die Steuerung von MIO geht sauber und präzise von der Hand, was bei solchen Spielen aber auch Voraussetzung ist. Frameeinbrüche haben wir keine bemerkt, und Ladezeiten gibt es ebenfalls nicht. Das gilt auch für die Nintendo-Switch-2-Version, die sowohl im Handheld-Modus als auch in der Dockingstation eine gute Figur macht.
Meinung
Alles in allem bekommt ihr mit MIO: Memories in Orbit ein stimmungsvolles Metroidvania, das sich aber in erster Linie klar an Genre-Kenner richtet. Trotz der Orientierung an Hollow Knight setzt es genug eigene Akzente, um nicht bloß als Kopie wahrgenommen zu werden. Die Unterstützer-Hilfen sind eine schöne Ergänzung für Neulinge. Dennoch wird an manchen Stellen Genre-Wissen vorausgesetzt, das für Anfänger überfordernd wirken könnte. Silksong-Enthusiasten werden aber dennoch auf ihre Kosten kommen, auch wenn der Schwierigkeitsgrad in MIO wohl trotz allem noch ein wenig niedriger ausfällt.
