Lost in Random in der Vorschau: Alice im Würfelland - neuer Action-Adventure-Kracher?
Special
EA und Zoink laden ein in das dunkle Königreich Random, in dem Würfelzahlen die Schicksale der skurrilen Bevölkerung bestimmen und eine dunkle Königin mit Willkür und Brutalität regiert. Im kreativen Action-Adventure Lost in Random übernehmen wir die Rolle der jungen Even und ihres Würfels Dicey, um unsere Schwester aus den Fängen des Bösen zu befreien. Hat das Hitpotenzial?
Das schwedische Entwicklerstudio Zoink hat sich in den letzten Jahren mit Spielen wie dem gelungenen EA-Original-Titel Fe und dem PSVR-Puzzler Ghost Giant den Ruf aufgebaut, für storylastige, emotionale und optisch ausgefallene Indie-Spiele im kleinen Rahmen eine gute Anlaufstelle zu sein. Mit dem für den 10. September geplanten Action-Adventure Lost in Random erfüllt sich das Studio nun endlich einen langgehegten und ambitionierten Traum: Ein umfangreicher Genre-Mix mit diversen Brettspielelementen soll es sein, der die Stärken der bisher entwickelten Spiele sinnvoll miteinander verwebt und eine toll ausgearbeitete und fantasievolle Spielwelt präsentiert, in der es jede Menge zu entdecken gibt.
Wir durften bereits in die ersten Spielstunden des knuffig-finsteren Abenteuers rund um das junge Mädchen Even und ihren magischen Würfelfreund Dicey eintauchen. Darüber hinaus hatten wir die Gelegenheit, mit Creative Director Olov Redmalm zu plaudern.
Wir klären in dieser Vorschau, was Abenteurer im verrückten Reich Random erwartet, wie spaßig der Gameplay-Mix aus Action-Adventure, Würfel- und Kartenspiel ausfällt und wie viel Potenzial im neuen EA-Indiespiel steckt.
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Story: Durch Zufall im Familiendrama
Zwar versteckt sich hinter Lost in Random (jetzt kaufen 29,99 € ) ein äußerst kreatives Spiel mit einer spannenden Spielwelt und vielen interessanten Bauteilen, die eigentliche Prämisse der Geschichte fällt jedoch recht altbacken aus: In der Rolle von Even ist es unsere Aufgabe, unsere große Schwester aus den Fängen der bösen Königin zu befreien - kennt man aus zig Werken schon so ähnlich. Hinter der auf den ersten Blick dünnen Fassade verstecken sich aber pickepackevolle Ideen-Kisten, mit denen eine einzigartige und charmante Abenteuerspielwelt geschmückt wurde, die in Windeseile verzaubert.
Quelle: Zoink / Electronic Arts
Schaurig, schön & schräg: Besonders an der Design-Front kann Lost in Random überzeugen. Ob es die finstere Königin ist oder die vielen anderen skurrilen Kreaturen, bisher sind wir durchaus angetan.
Doch immer langsam, zurück zur eigentlichen Geschichte: Die zwei Schwestern Even und Odd leben in den Slums des Königreichs Random, genauer gesagt in der kleinen Stadt Einsfelden. Jedem Kind in Random wird zu dessen zwölften Geburtstag die Ehre zuteil, den schwarzen, lebendigen Würfel der furchterregenden Königin zu werfen und somit den Verlauf seines restlichen Lebens zu beeinflussen.
Würfelt man beispielsweise eine Eins, so landet man in der kleinen Stadt Einsfelden - dem Zuhause von Evens Familie. Würfelt man eine Drei, so findet sich das betroffene Kind wenig später im vom Bürgerkrieg zerstörten Dreiheit wieder. Sollte es jedoch tatsächlich gelingen, eine Sechs zu würfeln, so darf sich das Kind laut den vielen Geschichten, die man auf der Straße hört, auf ein Leben voller Luxus im Palast der Königin freuen. Und wie es das Würfelglück so will, gelingt Evens Schwester Odd genau das.
Quelle: PC Games
Der Würfel ist gefallen: Jedes Kind in Random muss an seinem zwölften Geburtstag den schwarzen Würfel der Königin werfen. Bei Evens großer Schwester Odd endet das mit einer Sechs ... und einem Leben an der Seite der Herrscherin.
Aber ist das auch Grund zur Freude? Odd wird nach ihrem Sechserwurf kurzerhand von den Schergen der Königin gepackt und verschleppt. Seit diesem Vorfall, der zu Beginn des Spiels knapp ein Jahr her ist, wird die elfjährige Even von düsteren und eigenartigen Alpträumen heimgesucht, die ihr verraten, dass Odds momentaner Aufenthaltsort alles andere als luxuriös ist und sie sich vielmehr in großer Gefahr befindet. So packt Even eines Nachts ihre sieben Sachen und macht sich auf, ihre Schwester aus den Fängen des Bösen zu befreien.
Von Einsfelden aus reist Even durch die immer edler werdenden Provinzen von Random, mit dem Ziel, den Palast der Königin zu erreichen. Aus dem zu Beginn sehr persönlichen und intimen Unterfangen entwickelt sich ein schicksalhaftes Abenteuer rund um die Zukunft des unterjochten Königreichs. Es existieren nämlich einige Geheimnisse, welche die Königin ihrem Volk vorenthält. Eine spannende Geschichte gibt es also allemal, der wahre Star in Lost in Random sind aber die wundervoll gestaltete Spielwelt und ihre abgedrehte Bevölkerung.
Das Königreich Random: Knuffig, komisch und kreativ
Unsere mehrstündige Spiele-Session fokussierte sich auf den bereits geschilderten emotionalen Spieleinstieg in Einsfelden und die Stadt Zwei-Stadt - der größte Brocken, der uns im Preview-Event serviert wurde. Zudem gab's einen kurzern Abstecher ins mysteriöse "Tal der Würfel". Dort gelingt Even nämlich, was die Bürger von Random für unmöglich hielten: Sie trifft einen zweiten lebendigen Würfel neben jenem der Königin und freundet sich mit ihm an. Das Problem dabei: Einzig der Königin ist es gestattet, einen Würfelpartner zu haben, wodurch sie die alleinige Macht über das Schicksal des Königsreichs in ihren Händen hält. Bisher hatte Evens Existenz nur wenig Relevanz für die Königin, nach diesem Ereignis ändert sich das drastisch.
Quelle: PC Games
Bis in den Tod vereint? Die ungleichen "Partner" Jared und Jored können sich überhaupt nicht leiden und wollen unsere Hilfe dabei, einen dubiosen Trank zu brauen, der das doppelte Spiel ein für alle Mal beendet.
Auf ihrer abenteuerlichen Reise treffen Even und ihr auf den Namen Dicey getaufter Partner auf die unterschiedlichsten Kreaturen, die versuchen, unter den perfiden Regeln der Königin zu überleben. Manche von ihnen haben sich treu der Herrscherin verschrieben, andere wünschen sich nichts sehnlicher als ein Ende ihrer Tyrannei. So trifft man beispielsweise auf einen eigenartigen Trankhändler, dessen Persönlichkeit zweigeteilt ist. Auf der einen Seite gibt es den emotionalen Jared, der sich von seinem Herz leiten lässt und ein sympathischer Gesprächspartner ist. Auf der wortwörtlichen anderen Seite, dem Hinterkopf des Wesens, präsentiert sich Jored. Der kalte Logiker möchte nichts lieber, als sich endlich von seinem nervigen Partner zu befreien und er wirkt im intensiven Small-Talk wie ein Befürworter der Königin - da prallen Welten also aufeinander.
Fortlaufend haben wir immer wieder die Möglichkeit, uns in kleine Nebengeschichten einzumischen und abseits der Hauptgeschichte die vielen interessanten Persönlichkeiten und ihre Leben zu erforschen. Ob es uns beispielsweise gelingt, den beiden Streithähnen aus ihrer misslichen Lage zu helfen? Neben den Zusatzgeschichten, die sich überall in Random finden lassen, liegt der Fokus aber natürlich auf der Haupthandlung. In Zwei-Stadt sind zwiegespaltene Persönlichkeiten keine Seltenheit. Selbst der freundliche und zuvorkommende Bürgermeister leidet unter einem zweiten Ich: Dem Gegen-Bürgermeister Retsiemregrüb (das Wort Bürgermeister umgedreht), der aus seinem Zylinder entwachsen ist. Blöderweise ist es uns nur mit dessen Hilfe möglich, das chaotische Land Dreiheit zu erreichen und so dem Palast der Königin näherzukommen.
Quelle: PC Games
Meine Stimme kriegst du nicht: Gäbe es eine kommunale Abstimmung, dann hätte es der unpoetische und irre Retsiemregrüb sicher nicht ins Bürgermeisteramt der Spiegelversion von Zwei-Stadt geschafft. Glauben wir zumindest.
Charaktere & Design: Alice im Würfelland
Die furchteinflößende und ausgefallene Gestalt Retsiemregrüb - Gesundheit! - herrscht über den Köpfen der Bewohner über eine zweite Siedlung, eine verdrehte und spiegelverkehrte Version der Stadt, die auf einem wackeligen Konstrukt über den Köpfen der Bevölkerung schwebt. Das hinterlistige Geschöpf verspricht uns seine Hilfe, doch nur, wenn wir ihm helfen, ein passendes und poetisches Gedicht für seinen größten Schatz zu verfassen: einen zweiten Mond. Es ist zwar klar wie Kloßbrühe, dass wir dem Fiesling nicht über den Weg trauen sollten, eine andere Möglichkeit gibt es aber leider nicht - ob das gut geht?
Quelle: PC Games
Noch eine Rechnung offen: Nanny Fortuna, vermutlich die rechte Hand der Königin, wird sicherlich noch eine große Rolle im Verlauf des Abenteuers spielen. Die alte Dame war nämlich eine tragende Rolle bei der Entführung unserer Schwester.
Darüber hinaus gibt es natürlich noch einige andere Schergen, wie beispielsweise die unangenehme Nanny Fortuna, welche die strenge Ordnung der Königin überwachen und jeglichen Hauch einer Rebellion sofort im Keim ersticken. Es würde uns nicht wundern, wenn jede Stadt über solch einen "Mini-Boss" verfügt, den es am Ende des jeweiligen Story-Abschnittes zu bezwingen gilt. Wie sich die Geschichte rund um die zwei Bürgermeister und die Stadt Zwei-Stadt weiterentwickelt, werden wir natürlich nicht verraten. Was wir jedoch näher beleuchten möchten, ist das fantastische Design der Figuren und des Königreichs, welches durch diverse Einflüsse geprägt ist.
Quelle: Zoink / Electronic Arts
Kindgerechter Grusel: Zwar bedient sich die Welt Random an einigen düsteren Kreaturen, ein Horrorspiel oder gar ungeeignet für Kinder ist der kreative Würfelspaß aber nicht.
Allen voran sind die Parallelen zu Alice im Wunderland natürlich nicht von der Hand zu weisen. Ob es die verschrobenen Figuren sind oder die düster-märchenhaften Umgebungen ... Wir hatten mehrfach das ein oder andere bekannte Bild, etwa aus Alice: Madness Return s aus dem Jahr 2011, im Kopf. Darüber hinaus gibt es ebenso offensichtliche Einflüsse diverser Werke Tim Burtons und des preisgekrönten Künstlers Shaun Tan, die beide von ihrem skurrilen und abgedrehten Design leben. Wer sich übrigens fragt, wie kindergerecht Lost in Random ausfällt: Laut dem Entwicklerteam erreicht ihr Werk ein ähnlich düsteres Niveau wie die erwachseneren Harry-Potter-Filme - also durchaus angsteinflößend, größtenteils aber harmlos und höchstens als "finsteres Märchen" zu bezeichnen.
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Ob sich die hohe Kreativität über die ungefähre Spielzeit von zehn bis zwölf Stunden hinweg halten kann und wie ausgearbeitet die weiteren Gebiete Dreiheit, Vierburg, Fünftropolis und Sechstopia ausfallen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer einzuschätzen. Nach unserem bisherigen Eindruck verspricht der Titel aber ein ungemein charmantes Indie-Abenteuer zu werden. Neben der tollen Spielwelt und der vielversprechenden Geschichte glänzt Lost in Random zudem mit einem ungewöhnlichen Genre-Mix.
Gameplay: Würfel-, Brett- und Kartenspiel trifft Action-Adventure
Zwar bedient sich Lost in Random typischer Elemente eines Action-Adventures, also dem Kämpfen, Erkunden und Interagieren mit der Spielwelt, doch das ist noch längst nicht alles. Durch unseren Partner Dicey ist es uns nämlich möglich, in den actionlastigen Kämpfen die Zeit durch einen Würfelwurf einzufrieren und so in Ruhe unsere nächsten Schritte zu planen. Dabei gibt es jede Menge Möglichkeiten: Je nachdem, welche Augenzahl wir gewürfelt haben, stehen uns Karten mit unterschiedlichen Aktionspunkten zur Verfügung.
Quelle: PC Games
Den ersten Check bestanden: Im ersten Moment waren wir etwas skeptisch was den wilden Gameplay-Mix angeht, doch die unterschiedlichen Mechaniken funktionieren tatsächlich recht gut.
Noch wichtig zu erwähnen ist, dass es uns ohne solch Karten nicht möglich ist, Gegnern Schaden zuzufügen. Wir sind zwar mit einer Steinschleuder ausgerüstet, die ist aber nur wichtig, um sogenannte Würfelenergie zu sammeln. Jeder Gegnertyp in Random ist nämlich ausgestattet mit kleinen
Quelle: Zoink / Electronic Arts
Bomben, Buffs & Co.: In unserer Anspiel-Session gab es bereits einige interessante Karten zu entdecken, wie umfangreich das aber im fertigen Spiel ausfallen wird, muss abgewartet werden.
blauen Kristallen auf dem Körper, die es abzuschießen gilt. Nach einem erfolgreichen Treffer müssen wir nur noch die abgefallenen Kristalle, also die Würfelenergie, einsammeln und können uns so den nächsten Würfelwurf verdienen, mit dem wir Karten aktivieren.
Unser stetig wachsendes Kartenset glänzt dabei mit Abwechslung: So ist es uns möglich, ein magisches Schwert herbeizuzaubern, eine riesige Hand, die Gegner aus dem Weg räumt und vieles mehr. Sobald wir unsere Karten ausgespielt haben, springt das Spiel wieder zurück in den Echtzeit-Ablauf und setzt auf ein recht klassisches Kampfsystem. Der Mix bereitet viel Freude, doch auch hier ist die große Frage, wie abwechslungsreich das auf Dauer ausfallen wird und ob die diversen Karteneffekte nach einer gewissen Phase eintönig werden - vielversprechend ist das System aber allemal.
Fazit: In jedem Bereich eine kreative Wucht - zumindest bisher
Der neue Streich aus dem Hause Zoink glänzt bisher in tatsächlich jedem Bereich mit tollen Ideen und einer dicken Portion Charme. Ob es die spannende und interessante Spielwelt und ihre skurrilen Bewohner sind oder das motivierende Kampfsystem, das erfrischend aus der Norm tanzt: Lost in Random ist eine kreative Wucht! Die große Frage bleibt, ob es dem schwedischen Team der EA-Familie gelingt, das hohe Niveau auch über den weiteren Spielverlauf und bis zum großen Finale in Sechstopia halten zu können. Unsere bisherige Spiele-Session und die interessanten Einblicke in die Arbeit des Teams versprechen bisher aber, dass uns am 10. September tatsächlich ein Überraschungshit aus dem Indie-Kosmos bevorsteht. Ein finales Fazit gibt es dann natürlich zum Release.
Lost in Random erscheint für alle wichtigen Plattformen, also die PS5, PS4, Xbox Series X/S, Xbox One, PC und die Nintendo Switch. Könnt ihr dem Würfel-Abenteuer rund um Even und Dicey etwas abgewinnen? Und an was für Spiele erinnert euch der spannende Mix? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare und diskutiert mit über das knuffig-düstere Lost in Random.
Meinung
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