Lords of the Fallen gespielt: Zwischen Dark Fantasy und Cosmic Horror
Special
Wir konnten den namensgleichen Nachfolger von Lords of the Fallen anspielen. Ob er mehr drauf hat als der etwas glücklose Vorgänger, verrät die Vorschau.
In der Hinsicht sind wir bei Lords of the Fallen noch ein wenig skeptisch. Das richtige Maß an Herausforderung zu finden, ist ein Balanceakt, den nur wenige Spiele gemeistert haben. Gerade im Bereich der Indie-Soulslikes gibt es diverse Titel, die das Prinzip nicht verstanden oder nicht vernünftig umgesetzt haben. Dadurch werden sie entweder zu leicht oder auf eine frustrierende Weise zu schwer, weil einen manche Gegner etwa mit einem einzigen Hieb ins Land der Träume schicken. Wenn das Entwicklerteam wie in diesem Fall schon selbst sagt, dass die Levels brutal und herausfordernd sind, schrillen bei uns die Alarmglocken. Wir wissen nur, dass sie sich bemühen, die Spieler genau darauf vorzubereiten, um für möglichst viel Fairness bei aller Schwierigkeit zu sorgen. Hoffentlich wird es dann nicht zu einem Frustfest.
Ein neuer Stern am Soulslike-Himmel?
Der Reboot von Lords of the Fallen überzeugt dafür bereits auf den ersten Eindruck mit einer stimmigen Optik ganz im Sinne einer Dark-Fantasy-Welt, die deutlich düsterer und unheimlicher ausfällt als die des Originals.
Das grausige Reich Umbral, das uns mit seinen Lovecraft-Tendenzen an Bloodborne erinnert, bietet noch einmal einen schönen Kontrast dazu. Zur grafischen Qualität können wir nicht viel sagen, da wir eine Beta-Version über einen Livestream gesehen haben - hübsch ist das Spiel aber allemal.
Quelle: CI Games
Die während der Präsentation gezeigten Bosse wirken nicht nur eindrucksvoll, sondern mit ihren Bewegungen und den Movesets wie richtige Souls-Gegner. Im vorherigen Teil sahen die Kämpfe nicht nur schwerfällig, sondern vor allem etwas lahm aus.
Durch das schnellere Kampfsystem und die anscheinend komplexeren Bosse dürfte es sich hier flüssiger und authentischer gestalten. Zwar hat auch From Software schon Gegner produziert, bei denen ihr nur am Hintern kleben müsst und entspannt draufhauen könnt, das Auswendiglernen der Angriffsmuster und das Reagieren mit entsprechender Taktik zeichnet die Bosse des japanischen Entwicklerstudios aber in den allermeisten Fällen aus.
Die vielen verschiedenen Klassen und Waffen für den eigenen Charakter sind eine solide Grundlage für ein Abenteuer im Soulsborne-Stil. Das Konzept der beiden verbundenen Welten klingt spannend und nach einer willkommenen Abwechslung im Genre. Wie gut der Wechsel zwischen Axiom und Umbral funktioniert oder ob es womöglich den Spielfluss verlangsamt, wird sich noch zeigen müssen.
Es sieht also danach aus, dass sich Fans des Genres auf einen neuen Vertreter freuen können, der gute Ideen aus der Vorlage mitnimmt, auf diesem Fundament aber sein ganz eigenes Konzept aufbaut.
Wir haben lediglich einen kleinen Teil der Welt gesehen und sind nicht nur auf den Rest gespannt, sondern vor allem darauf, wie es sich schließlich spielt. Aufgrund der starken Rücksicht auf das Feedback von der Community und der Presse, scheint uns zum Glück keine Chaosneuauflage zu erwarten.
Lords of the Fallen erscheint im Laufe des Jahres für Playstation 5, Xbox Series X/S und PC, der genaue Zeitraum ist aktuell noch nicht bekannt. Da der Reboot von Hexworks entwickelt wird, einem neuen Studio des Publishers CI Games, arbeitet ein komplett anderes Team daran als beim Original.
