Lords of the Fallen in der Vorschau: Zwischen Dark Fantasy und Cosmic Horror

Special Annika Menzel Lukas Schmid
Lords of the Fallen in der Vorschau: Zwischen Dark Fantasy und Cosmic Horror
Quelle: CI Games

Wir konnten den namensgleichen Nachfolger des Soulslikes Lords of the Fallen anspielen. Ob er mehr auf dem Kasten hat als der etwas glücklose Vorgänger, verrät unsere Vorschau.

Nach dem Release von Lords of the Fallen i m Jahr 2014 wurde schnell klar, dass ein gutes Soulslike mehr benötigt als die reine Quintessenz des großen Vorbilds, zumal das Spiel an sich einige Schwächen aufwies. Vom oberflächlichen Protagonisten über die schwerfällige Steuerung bis hin zu recycelten Gebieten gab es diverse Kritikpunkte. Doch das definitiv vorhandene Potenzial, das Lords of the Fallen durchaus hatte, soll nun nicht umsonst gewesen sein. Publisher CI Games hat nach einigen Anläufen, einen Nachfolger auf den Markt zu bringen, eigens das neue Entwicklerstudio Hexworks gegründet, um sich im Bereich der Action-RPGs und Soulslikes einen Namen zu machen und dem Grundkonzept eine zweite Chance zu geben. Wir durften uns eine etwa 60-minütige Gameplay-Präsentation anschauen sowie mit den Entwicklern sprechen und verraten euch, wieso wir mit Zuversicht auf den Reboot blicken.

Kritikfähigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Bei dem Online-Event waren Saul Gascon (Executive Producer), Cezar Virtosu (Creative Director) und Alexandre Chaudret (Art Director) von Hexworks sowie der PR Director von CI Games, Hugo Bustillos, anwesend und gaben uns eine virtuelle Tour durch das neue Lords of the Fallen (jetzt kaufen 17,00 € ).

Dabei haben wir die Charaktererstellung und den Beginn des Spiels gesehen sowie einige kurze Abstecher in weitere Gebiete und Bosskämpfe gemacht - selbst zum Controller greifen konnten wir allerdings nicht. Unser Eindruck bezieht sich also auf das, was die Entwickler uns erzählt und gezeigt haben.

Schnell wurde dabei klar, dass das Feedback aus der Community die Basis für die Entwicklung des Reboots darstellt. Das Hexworks-Team hat sich die Kritik am Spiel von Deck13 zunutze gemacht und lässt seine Ideen regelmäßig von Außenstehenden testen, um sicherzustellen, dass seine Vorstellungen auch in der Umsetzung funktionieren.

Im Gegensatz zum Original, bei dem ihr mit dem oberflächlich behandelten Protagonisten Harkyn vorliebnehmen musstet, dürft ihr dieses Mal euren Charakter ganz nach Belieben gestalten und aus einer von neun Klassen auswählen, die unterschiedlichen Kulturen und Fraktionen angehören.

Außerdem weist das Kampfsystem nun ein höheres Tempo auf, wodurch das Ganze nicht mehr so schwerfällig wirkt. Damit ihr nicht völlig unvorbereitet in die Dark-Fantasy-Spielwelt aufbrecht, gibt es im Reboot zu Beginn Tutorials und einen Miniboss, an dem ihr die grundlegenden Mechaniken erst mal erprobt.

Eine blutrote Landschaft mit einem Turm in der Ferne in Lords of the Fallen Quelle: CI Games Wer jetzt Sorge hat, Lords of the Fallen könnte zu einfach ausfallen, darf aufatmen: Laut Entwicklerteam sind die einzelnen Levels sehr schwierig gestaltet und an einigen Bossen werden sich wohl selbst erfahrene Spieler zunächst die Zähne ausbeißen. Genau das ist Grund, warum sie so viel Wert auf ein vernünftiges Tutorial legen.

Immer mit einem Bein in der Unterwelt

Der Reboot soll sich stärker an den From-Software-Spielen orientieren als der Vorgänger, was schon jetzt an vielen Stellen deutlich wird: Ein düstereres Fantasy-Setting, herausfordernde Bosskämpfe, Koop- und PvP-Optionen sowie Checkpoints, zu denen ihr im Todesfall zurückgesetzt werdet - zumindest beim zweiten Tod.

Das hat jedoch nichts mit einer Auferstehung wie in Sekiro: Shadows Die Twice zu tun, sondern ist ein Teil des größten Unterschieds zu den Vorbildern und zeitgleich das Kernelement des Spiels: die zwei verschiedenen Welten.

In Lords of the Fallen bekommt ihr es mit den beiden Reichen Axiom und Umbral zu tun. Während Axiom die fiktive Realität darstellt, in der ihr euch bewegt, ist Umbral eine zweite Welt hinter den Kulissen.

Dank einer Laterne habt ihr jederzeit die Möglichkeit, einen Blick in die düstere Region zu werfen, was ein fundamentaler Bestandteil davon ist, in der Spielwelt voranzukommen. Zeigt sich beispielsweise kein Weg vor euch auf, offenbart das parallel verlaufende Gebiet in den allermeisten Fällen einen. Sterbt ihr in Axiom, seid ihr zudem nicht sofort tot, sondern landet in Umbral und müsst euch dort herauskämpfen.

EIn gewaltiges Untier mit mehreren Zahnreihen in Lords of the Fallen Quelle: CI Games Das ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, in das von Cosmic Horror à la Lovecraft inspirierte Reich zu gelangen. Aktiviert ihr die oben erwähnte Laterne für einen zu langen Zeitraum, lauft ihr Gefahr, von den lauernden Gegnern dort hineingezogen zu werden. Ein freiwilliger Abstecher ist wohl auch zu jeder Zeit möglich.

Deshalb soll der Schwierigkeitsgrad dort höher ausfallen, um zu vermeiden, dass ihr euch in der Dunkelheit versteckt - wie genau das umgesetzt ist, wird sich noch zeigen müssen. Dadurch sticht Lords of the Fallen aus dem riesigen Sumpf der Soulslikes heraus und sorgt hoffentlich dafür, dass wir es nicht mit einem uninspirierten Klon zu tun bekommen.

Damals führte das erste Spiel zu einem späteren Zeitpunkt wieder in bekannte Gebiete zurück, von denen es ohnehin nur wenige gab. Um das zu vermeiden, ist die neue, semi-offene Spielwelt laut den Aussagen des Entwicklerteams ungefähr fünfmal so groß und durch die zwei Reiche gibt es ja generell viel zu sehen.

Der zeitliche Umfang lässt sich aktuell noch nicht abschätzen, mit der größeren Spielwelt und den schwierigen Kämpfen vermuten wir aber einen eher langen Ausflug.

Vorsicht bei der Sitzordnung: Nicht jeder kann mit jedem

Nebenquests sind natürlich auch mit von der Partie. Sich mit den NPCs gut zu stellen und ihre Handlungsstränge zu verfolgen, lohnt sich ebenfalls, da ihr sie in eure Basis einladen und unter bestimmten Umständen als Unterstützung für Bosskämpfe beschwören könnt.

Allerdings wird euch wohl nicht jeder Charakter helfen, schon gar nicht bei jedem Gegner. Es gibt drei verschiedene Fraktionen und je nachdem, welcher die entsprechende Figur angehört, hat sie ein unterschiedlich großes Interesse daran, euch zu helfen.

Bildergalerie

Ihr selbst bestimmt ebenfalls durch eure Taten, welcher der drei Gruppen ihr euch letztlich anschließt, was einen Einfluss auf den weiteren Verlauf und vor allem das Ende hat. Dass dies im Originalspiel nicht der Fall war, zählte zu den gängigen Kritikpunkten. Auf euch allein gestellt seid ihr im Zweifelsfall aber trotzdem nicht, da es dieses Mal ein Multiplayer-Feature wie in den Soulsborne-Titeln geben wird.

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