Like A Dragon Gaiden im Test: Schmackhafter Yakuza-Appetizer

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Like A Dragon Gaiden im Test: Schmackhafter Yakuza-Appetizer
Quelle: Sega

Auf Hochglanz gebügelte Erweiterung oder vollwertiges Spin-off? Ob Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ein Muss für Yakuza-Fan ist, verrät der Test.

Oder wir zocken gar in den Spielhallen und an herumstehenden Sega-Mega-Drive-Konsolen bekannte Klassiker wie Fighting Vipers 2, Virtua Fighter 2.1 und Sega Racing Classic. Auch angeln wir an Automaten nach putzigen Stofftierchen. Diese wiederum eignen sich als Geschenke für die Hostessen im örtlichen Nachtclub. Die Treffen mit den leicht bekleideten Damen präsentieren die Entwickler mit dezent aufdringlichen Realfilmaufnahmen. Doch während sich die Flirtversuche witzig anhören, sind sie in der Praxis eher befremdlich. Die in den Augen der Frauen gut erkennbare Reflexion eines Ringlichts verleiht dem Ganzen einen unangenehmen Camgirl-Charme, der leider den Eindruck nachhaltig prägt.

Wo wir aber gerade bei zwischenmenschlichen Beziehungen sind: Auch mit Akame dürfen wir ein wenig mehr Zeit verbringen. Sie steht allerdings nicht auf Stofftiere, sondern freut sich in erster Linie über eine Packung Zigaretten als Geschenk. Darüber hinaus gibt es eine große Menge an Individualisierungsoptionen für Joryu selbst. Auch das Spin-off nimmt sich und seine Charaktere nicht absolut ernst und folgt damit der Hauptserie.

Der schräge, sehr japanische Humor hätte für unseren Geschmack fast noch ein wenig dominanter sein und sich stärker auf das Gegnerdesign auswirken dürfen.

Charakterstärken und Schwächen im Missionsdesign

Kurioserweise besitzt das Spiel trotz seiner Kürze auch einige Längen. Denn obwohl die Geschichte spannend und ihre Charaktere interessant sind, verliert sich das Ganovenabenteuer zwischendurch in mühsamen Ranglistenkämpfen und dem verpflichtenden Aufstieg innerhalb des Akame-Netzwerks.

Eine Tänzerin in einer Nachtbar Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich Bedeutet im Klartext: Ganz egal, ob wir wollen oder nicht - wir müssen Kämpfe im Kolosseum bestreiten und wir müssen die Nebenaufgaben absolvieren. Gerade die relativ unmotivierten Arenakloppereien in schneller Folge fühlen sich wie Zeitspiel an.

Und auch der Twist, dass man zunächst den Platinrang erobert haben muss, ehe man gegen die vier Könige der Burg antreten darf, ist der Motivation alles andere als zuträglich.

Zudem hätten wir uns innerhalb der Missionen mehr Abwechslung gewünscht: Am Ende laufen die Einsätze doch stets auf mal größere und mal kleinere Schlägereien hinaus. Die wenigen Ausnahmen - etwa, wenn Joryu und seine Kumpanen in Sotenbori feiern gehen - stechen hier deutlich heraus.

Das übergeordnete Charakter- und Ausrüstungssystem erweist sich dabei als solider Standard. Für das Freischalten und Erweitern unserer Fertigkeiten benötigen wir sowohl Akame-Punkte als auch Yen. Heißt: Wir müssen immer wieder Netzwerk-Jobs erledigen, um Joryus Eigenschaften zu verbessern.

Generelle Charakteraufstiege gibt es hier nämlich nicht. Sehr schön allerdings: Auch innerhalb des Charaktersystems könnt ihr die Kampfstile prägen; gerade die Upgrades für die Gadgets sind teils enorm spaßig. So fangen wir etwa mit dem Energielasso gleich mehrere Gegner auf einmal ein und schleudern sie durch die Luft.

Minigolf-Minispiel Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich Auch erhalten wir über Upgrades die Möglichkeit, bis zu vier Ausrüstungsgegenstände anzulegen. Mit ihnen verbessern wir Grundwerte, verhindern aber auch Statuseffekte wie "Bluten" oder dass wir betäubt werden.

Alles in allem bietet Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ausreichend Charakterfutter für den Spielumfang. Eine wirkliche Spezialisierung gibt es aber nicht. Stattdessen haben wir nach dem Beenden der Kampagne weiterhin die Gelegenheit, alle Upgrades freizuschalten und die Ausrüstung ein wenig zu optimieren.

Wertung zu Like a Dragon Gaiden (PS5)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Kurze, aber knackige Yakuza-Action: Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ist mehr als nur eine glorifizierte Erweiterung, hat aber in Sachen Spielbarkeit und Missionsdesign seine Schwächen.

Like a Dragon Gaiden : The Man Who Erased His Name ist seit dem 8. November 2023 erhältlich. Neben dem PC könnt ihr das Spiel auf der Playstation 5, der Xbox Series X und S, der Playstation 4 und der Xbox One erstehen. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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