Like A Dragon Gaiden The Man Who Erased his Name im Test: Schmackhafter Yakuza-Appetizer

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Like A Dragon Gaiden The Man Who Erased his Name im Test: Schmackhafter Yakuza-Appetizer
Quelle: Sega

Auf Hochglanz gebügelte Erweiterung oder vollwertiges Spin-off? Ob Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ein Muss für Yakuza-Fan ist, verrät der Test.

Moderne Computer- und Videospiele besitzen in der Regel eine Entwicklungszeit zwischen zweieinhalb und drei Jahren. Große Produktionen wie Grand Theft Auto 6 oder Cyberpunk 2077 sprengen sogar diese Spanne mühelos. Das ursprünglich als Erweiterung für das erst 2024 erscheinende Like a Dragon: Infinite Wealth geplante Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name wurde jedoch binnen nur sechs Monaten fertiggestellt. Das erklärte zumindest Masayoshi Yokoyama, Director bei Ryu Ga Gotoku Studio, in einem Interview mit der Webseite Automaton. Jetzt werden sicherlich einige von euch stutzen und sich fragen, ob Like A Dragon Gaiden nur ein kleines Zwischenspiel ist oder ob sich hier die 50 Euro Anschaffungskosten wirklich lohnen. Die gute Nachricht: Auch wenn bei dem kleinen Yakuza-Brüderchen längst nicht alles rund läuft, so bietet es doch genau die Sorte Spiel, die Serien-Fans erwarten.

Der Mann mit der Brille

Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name fungiert als Spin-off-Fortsetzung der Yakuza-Reihe. Es schließt zwar an die Geschehnisse der Hauptserie an, erfordert aber nicht zwingend Vorkenntnisse.

Das Spiel lässt jedoch auch Veteranen nicht im Regen stehen und geizt speziell gegen Ende nicht mit Rückverweisen und einem Wiedersehen bekannter Charaktere. Allerdings bindet das Team von Ryu Ga Gotoku Studio diese Elemente so geschickt ein, dass selbst Einsteiger keinerlei Probleme haben werden, der Geschichte zu folgen.

Erneut schlüpfen wir also in den Anzug von Kazuma Kiryu, dem einstigen Drachen von Dojima. In einem Versuch, sich selbst und seine Vergangenheit zu schützen, täuschte er seinen eigenen Tod vor und tauchte unter dem Decknamen Joryu unter. In bester Superman-Manier versteckt er sein wahres Gesicht hinter einer Brille und verdient sich in Sotenbori seine Yen als Handlanger der örtlichen Daidoji-Gangsterbande.

Aber natürlich kann auch Kiryu ... äh, Joryu nicht aus seiner Haut und gerät sehr schnell zwischen die Fronten der Kartelle. Schlussendlich wirbeln die Geschehnisse die gesamte Yakuza durcheinander.

Doch wir wollen an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten. Als neuen Sidekick führt das Spin-off Akame ein. Die junge Allrounderin hat ein Informationsnetzwerk mithilfe der örtlichen Obdachlosen aufgebaut. Sie ist Joryus direkter Draht in die Unterwelt und dient zum einen als wichtige Kontaktperson, zum anderen aber auch als Auftraggeberin.

Mann bekommt Schlag auf den Hinterkopf Quelle: Sega Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist das Spin-off deutlich kürzer: Mit lediglich fünf Kapiteln und einer Spielzeit von zehn bis 15 Stunden bietet es deutlich weniger Umfang als andere Serienableger. Serientypisch erzählen die Macher auch in Like A Dragon Gaiden die Geschichte in dialoglastigen Zwischensequenzen, deren Sprachausgabe wir zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich im japanischen Original lauschen dürfen.

Deutsche Untertitel helfen dabei, dem Plot zu folgen. So gut die Sprachausgabe sein mag und so sehr sie auch zur Atmosphäre beiträgt, so ziehen sich die Gespräche teils enorm. Gerade in den ersten Spielstunden dauert es etwas, ehe wirklich Spannung und Fahrt aufkommt. Dann aber wartet das Gangster-Game mit einigen interessanten Enthüllungen und Entwicklungen auf, die den Gesamteindruck merklich anheben.

Stadt, Land, Burg

Wie für die Yakuza-Reihe üblich, setzt auch Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name auf keine echte Open World, sondern auf größere, dafür aber frei zugängliche Areale. Einen Großteil der Spielzeit sind wir zunächst in Sotenbori unterwegs. Die Stadt bietet eine ganze Reihe von Restaurants und Shops zum Einkaufen und Stärken sowie Locations für Freizeitaktivitäten und eine Amüsiermeile.

Sie verströmt das typische Japan-Flair mit bunten Farben und dicht bevölkerten Gassen. Allerdings sind die Probleme auch hier sicht- und vor allem spürbar. In den Straßen stoßen wir immer wieder auf Obdachlose, aber auch auf umherziehende Banden, denen wir nur zu gerne auf die Nase hauen.

Und dann ist da noch die Burg - ein gigantisches Containerschiff, das der Unterwelt als Stützpunkt für Anarchie sowie das Ausleben krimineller Energien und merkwürdiger Fantasien dient. Dieses Gebiet erinnert stark an einen Vergnügungspark, verfügt aber mit dem Kolosseum über ein wichtiges neues Spielelement.

Bildergalerie

Denn hier können wir uns einen guten Namen als Preiskämpfer machen, in den Ranglisten aufsteigen und dicke Schecks einstreichen. Dabei geht's entweder im Einzelkampf oder aber auch im Team zur Sache. So haben wir die Möglichkeit, neue Mitstreiter in Nebenquests zu rekrutieren und in unserer Mannschaft einzusetzen.

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