Like A Dragon Gaiden im Test: Schmackhafter Yakuza-Appetizer
Test
Auf Hochglanz gebügelte Erweiterung oder vollwertiges Spin-off? Ob Like A Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name ein Muss für Yakuza-Fan ist, verrät der Test.
Mit wachsender Erfahrung verbessern sich auch die Fertigkeiten unserer Kollegen, wodurch wir wiederum immer höher dotierte Turniere aktivieren. Die sogenannten Hell Team Rumble sind ein herrlich chaotischer Prügelspaß. Im Teambildschirm bestimmen wir im Vorfeld sogar die Aufstellung und legen fest, wer überhaupt antritt und welche Position die Kämpfer zum Start einnehmen. Zugegebenermaßen fliegt diese Taktik im Durcheinander schnell aus dem Fenster, aber Team-Aktionen und wilde Raufereien sorgen hier auf jeden Fall für gute Laune.
Japanischer James Bond
Like A Dragon Gaiden ist ein reinrassiges Actionspiel und setzt den Fokus massiv auf das handliche Kampfsystem. Wir greifen dabei auf zwei Stile zurück, die wir mit einem simplen Tastendruck jederzeit wechseln können. Als Agent haben wir Zugriff auf eine Reihe technischer Helfer: Die Spinne ist ein Elektrolasso, mit dem wir Gegner fesseln oder durch die Gegend schleudern. Zudem rufen wir Drohnen herbei, die unsere Ziele attackieren und entzünden in bester James-Bond-Manier eine Bombe in Zigarettenoptik.
Anstatt zu sprinten, aktivieren wir kurzerhand einen kleinen Jet-Antrieb unter Joryus Schuhen und surfen damit durch die Arenen. Als Agent agieren wir grundsätzlich schneller und präziser, richten aber mit einzelnen Treffern weniger Schaden an.
Das Gegenstück dazu ist der rot markierte Yakuza-Modus. Mit diesem verursachen wir deutlich mehr Schaden im Nahkampf und laden Attacken auf. Prinzipiell sind die Wechsel der Stile eine gute Idee, doch gerade der frische Agentenstil zündet nicht immer. Und das liegt vornehmlich an der Steuerung. Wir aktivieren besagte Gadgets durch das Halten der Aktionstasten.
Quelle: Sega
In den vermehrt auftretenden Massenschlachten aber bleibt für diese Momente kaum Zeit oder wenn, dann kassieren wir währenddessen auch gerne zwei oder drei Treffer. Uns fehlte im Test außerdem speziell in den Eins-gegen-Eins-Kämpfen eine echte Lock-on-Funktion, um unseren Kontrahenten immer im Auge zu behalten.
Die Kampfposition über die rechte Schultertaste ist da nicht genug. Sehr oft kommt die Kamera bei dem hektischen Geschehen nicht mit, und so gehen immer wieder Kontrolle und Übersicht verloren.
Von diesen Schwächen mal abgesehen, machen die wilden Prügeleien der Yakuza-Reihe alle Ehren. Schläge und Kicks fühlen sich herrlich wuchtig an und gerade das Miteinbeziehen von Waffen und Gegenständen macht hier den Reiz aus. Heute schon jemand mit einem Fahrrad verdroschen oder mit einem Vorschlaghammer niedergeschlagen?
Kein Problem, hier haben wir die Gelegenheit dazu. Auch greifen wir zwischendurch zu Katanas, Pistolen oder sogar Schrotflinten. Nur wenige Spiele erzeugen durch die Darstellung ihrer Spezialaktionen ein derartiges Gefühl der Befriedigung wie die Titel der Yakuza-Reihe.
Quelle: Sega
Like A Dragon Gaiden macht da glücklicherweise keine Ausnahme. Durch erfolgreiche Angriffe und Konter sammeln wir Heat-Energie und können diese schließlich in einer Art Wut-Modus entladen. In dieser Zeit teilt Joryu besonders schnell Schaden aus und ist selbst für Treffer weniger anfällig.
Ebenfalls schön: Weichen wir Spezialattacken unserer Feinde aus, erhalten wir die Chance auf einen mehrstufigen Gegenangriff. Gerade Eins-gegen-Eins-Matches sind durchaus taktisch und erfordern ein waches Auge. Bloßes Draufhauen funktioniert meist nur bei 08/15-Gaunern, nicht aber bei Zwischenbossen oder gar Endgegnern.
Sehr praktisch: Scheitern wir gleich mehrfach an der gleichen Stelle, bietet uns das Spiel an, den Schwierigkeitsgrad herunterzuregeln. Auf diese Option können wir jederzeit im Pausenbildschirm zugreifen und so Frustmomente vermeiden.
Party Time!
Allen Schlägereien und rabiatem Blutvergießen zum Trotz bleibt jedoch auch in Like A Dragon Gaiden Zeit für ein wenig Müßiggang. Und wer die Yakuza-Serie kennt, weiß auch, dass hier Ernsthaftigkeit und Klamauk sehr dicht beieinander liegen. So auch in diesem Spin-off: Da spielen wir zwischendurch etwa eine Partie Dart oder Billard, mühen uns beim Golf ab und drehen unsere Runden in Pocket-Circuit-Rennen.
