Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert
Kolumne
Nach den neusten Erfahrungen auf der Leipziger Buchmesse trauere ich meinen schönen Erinnerungen daran hinterher und stelle es ernsthaft infrage, ob sich ein weiterer Besuch noch lohnt.
Lohnt sich ein erneuter Besuch im nächsten Jahr?
Alles in allem blicke ich mit sehr gemischten Gefühlen auf meine Erlebnisse auf der LBM zurück. Zwar konnte ich dort einige Künstler entdecken, die mir sonst höchstwahrscheinlich entgangen wären, doch waren diese genau genommen nicht der Grund meines Besuchs. Nachdem ich meine ursprünglichen Termine ärgerlicherweise alle verpasst hatte, hatte auch die Auswahl an Büchern nichts zu bieten, was ich nicht auch im Vorfeld der Messe in jeder regulären Buchhandlung gefunden hätte.
Auch die Auswahl an Verlagswerbung und Leseproben war verschwindend gering, um nicht zu sagen nichtexistent. Was ich gefunden habe, waren Kataloge, in denen ich bereits vergriffene Exemplare oder andere Werke des Verlags nachbestellen konnte. Wobei sich mir die Frage stellt, wozu ich dann überhaupt den ganzen Ärger auf mich genommen habe.
Meine schönen Erinnerungen an die Messebesuche meiner Schulzeit und allem, was dazu gehörte, wurden von Stunde zu Stunde und von Schlange zu Schlange immer blasser, sodass auch die durchaus vorhandenen Highlights die Erfahrung nicht mehr retten konnten.
Sicherlich würde eine Trennung der Veranstaltungen Buchmesse und Manga-Comic-Con für ein entspannteres Besucheraufkommen sorgen. Doch wäre es in diesem Fall fraglich, ob sich die LBM ohne die Manga-Szene tatsächlich noch lange halten könnte. Immerhin waren die Besucher der Manga-Comic-Con in den letzten Jahren teilweise schon so zahlreich, dass die Veranstaltungshalle geschlossen werden musste.
Sollte sich an der grauenvollen Organisation der Messe nichts verändern, unabhängig davon, wie diese Veränderungen aussehen mögen, und sollten die anwesenden Verlage nicht wieder mit Messe-exklusiven Neuigkeiten oder Erscheinungen begeistern können, sehe ich für meinen Teil keinen Grund mehr, mich durch die ganzen Strapazen zu kämpfen. Die anwesenden Künstler finden sich auch auf anderen Messen wieder oder sind online vertreten. Jedem, der nostalgisch an die Besuche der LBM zurückdenkt, würde ich von einem weiteren Besuch abraten. Außer ihr bringt sehr viel Zeit und sehr viel Geduld mit.
