Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert
Kolumne
Nach den neusten Erfahrungen auf der Leipziger Buchmesse trauere ich meinen schönen Erinnerungen daran hinterher und stelle es ernsthaft infrage, ob sich ein weiterer Besuch noch lohnt.
Zwar wurde das Betreten dieser aufgebauten Läden glücklicherweise kontrolliert, sodass sich die Besucher innerhalb der Stände nicht gegenseitig zertrampelten. Das führte allerdings dazu, dass sich vor den Eingängen Schlangen bildeten, die sich um die Mittagszeit beinahe über das gesamte Messegelände erstreckten. Wer also eine der neuen Attraktionen auf der LBM aus der Nähe erleben wollte, musste sich auf stundenlanges Anstehen bereit machen.
In meinen Augen hätte man diese Art, die Neuerscheinungen zu entdecken, besser gestalten können, sodass nicht ein ganzer Messetag einzig und allein dafür draufgeht, in einer Schlange zu stehen, beispielsweise durch größere Läden und die Vergabe von Nummern.
Videospiele auf der LBM
Die Leipziger Buchmesse bietet nicht nur für Leseratten interessanten Input. Auch Videospieler kommen nicht zu kurz. Neben dem Konsolenhersteller Nintendo standen auch große Publisher wie Bandai Namco und Square Enix auf dem Programm. In der eigens errichteten Gaming-Area wurden mehrere Tische mit Monitoren und verschiedenen Konsolen und PCs aufgebaut, an denen Interessierte unterschiedliche Spiele testen konnten. Leider standen auch hier keine neuen Titel zur Verfügung, in die ich vorab reinschnuppern konnte.
Stattdessen wurde ich mit erfolgreichen Titeln wie Mario Kart 8, Monster Hunter oder Tekken unterhalten. Square Enix hatte sich anlässlich des Events aber immerhin ein besonderes Extra für die Besucher überlegt. An ihrem Stand, der sich übrigens nicht in der Gaming-Area befand, konnten Besucher nicht nur die Inhalte eines neuen DLCs für Final Fantasy 14 anspielen, sie konnten sich nach einer Registrierung auch über ein Messe-exklusives Dankeschön freuen.
Mein persönliches Highlight: Zahlreiche talentierte Künstler
Der größte Lichtblick unter all den Ärgernissen, die der Besuch für mich mitbrachte, waren mit Abstand die vertretenen Künstler auf der Manga-Comic-Con in Halle 1. Bei zahlreichen kleinen Ausstellern konnte ich regelrechte Schätze entdecken. Als großer Lovecraft-Fan begeisterten mich die Werke von Lu's Design am meisten. Die hochwertige Handwerkskunst im niedlich-düsteren Design hatte mich sofort in ihren Bann gezogen. Von Pins über gehäkelte Mützen und Plüschtiere bis hin zu liebevoll designten Rucksäcken war die Auswahl groß.
Nicht weit davon entfernt fand ich den Stand einer begnadeten Künstlerin und Tattoo-Artistin aus Hamburg. Für ihre Bilder und Drucke, die zum Großteil mit Wasserfarben erstellt wurden, lässt sich Mandy Frank unter anderem von bekannten und beliebten Videospiel- und Filmreihen inspirieren. So konnte ich unter ihren Werken vertraute Figuren des Marvel- und Star-Wars-Universums entdecken. Das Bild, das es mir am meisten angetan hat, war aber die Inschrift des Einen Ringes, umrandet vom Drachen Smaug. Auch wenn das Werk den kleinen Hobbit mit der ursprünglichen Der-Herr-der-Ringe-Trilogie vermischt, lässt es mein Der-Herr-der-Ringe-Herz höherschlagen.
Natürlich sind das nur zwei ausgewählte Beispiele aus vielen talentierten Künstlern, die auf der Messe vertreten waren. Wer zum Beispiel eine Vorliebe für niedliche und lustige Enten hat, war am Stand von Schnattchen's Art perfekt aufgehoben. Bei Creaturi Cats hingegen konnten Besucher Poster beliebter Filmklassiker als Neuinterpretationen mit Katzen entdecken, und noch vieles mehr. Bei über 500 Künstlern fällt es schwer, jedem gerecht zu werden.
