Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert

Kolumne Vivien Ziermann
Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert
Quelle: Leipziger Messe/ Tom Schulze

Nach den neusten Erfahrungen auf der Leipziger Buchmesse trauere ich meinen schönen Erinnerungen daran hinterher und stelle es ernsthaft infrage, ob sich ein weiterer Besuch noch lohnt.

Nachdem ich mich nun also in den Stau rund um das Messegelände eingeordnet hatte, wurde ich an zwei weiteren Parkplätzen wieder zurück in die Schlange geschickt, da diese ebenfalls schon voll besetzt waren. Aus meiner Ankunft lange vor offiziellem Messebeginn wurden drei Stunden Parkplatzsuche im Stau. Nachdem ich endlich einen Platz hatte und die Halle betreten konnte, waren die gebuchten Interview- und Signierstunden natürlich schon längst vorbei. Ein weiteres großes Ärgernis, noch bevor die Messe für mich richtig begann.

Dabei hatte ich sogar noch Glück. Ausgehend von verschiedenen Beiträgen auf Social-Media-Kanälen waren nur kurze Zeit später auch alle regulären Besucherparkplätze belegt. Auch einige Content Creator mit einem Sonderticket konnten ihren Messebesuch gar nicht wahrnehmen, weil kein Durchkommen möglich war. Und auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war die Anreise katastrophal oder teilweise nicht möglich. Haltestellen konnten von maßlos überfüllten Bahnen nicht mehr angefahren werden, da sich auch dort die wartenden Besucher stapelten. Also wäre auch das Ausweichen auf alternative Verkehrsmittel keine Hilfe gewesen.

Man sieht die Bücher vor lauter Menschen nicht

Endlich in der Halle angekommen war es keine Überraschung, dass diese genauso voll war, wie schon die Straßen, die Bahnen und die Parkplätze davor. Die ohnehin schon immer ungünstig gewählte Aufteilung der verschiedenen Stände und Aussteller fiel dadurch nur noch mehr ins Gewicht. Über die Jahre hinweg hat es sich auf der LBM etabliert, mit großen Ständen eine Umrandung entlang der Seiten der Halle zu bilden und die ganzen kleinen in die Mitte zu quetschen.

Insbesondere, da die einzelnen Gänge in der Mitte der Halle deutlich schmaler sind als am Rand, sind so durch die Menschenmassen viele der kleinen Stände schlichtweg untergegangen. So wurden kleinere Verlage und Künstler teilweise vollständig übersehen oder man war als Besucher nicht in der Lage, die Stände überhaupt zu erreichen. Auch die Aufteilung in die verschiedenen Genres ist in meinen Augen ungünstig gewählt. Kaum ein Verlag, besonders nicht die größeren, beschränkt sich auf die Herausgabe eines Genres allein.

Ich habe stundenlang jede Halle nach einem Stand des Heyne Verlags durchsucht, da beinahe alle meine Lieblingsautoren ihre Werke darüber veröffentlichen, leider vergebens. Nach einer kurzen Online-Suche weiß ich, dass der Verlag auf jeden Fall auf der Messe vertreten war, doch finden konnte ich ihn nicht. Schade. Es gab zwar einen Lageplan für die Messe, doch auch da waren nur die einzelnen Genres aufgelistet, ohne genauere Details zu den verschiedenen Ständen.

Bücherbüchse LBM 2025 Quelle: Leipziger Messe/ Tom Schulze

Tolle neue Ideen, katastrophale Umsetzung

In diesem Jahr hatte die LBM viele neue Ideen, um neue Besucher anzulocken und die alljährlichen Messegänger aufs Neue zu begeistern. Unter anderem wurden neben den Standard-Geschäftsständen von Hugendubel auch kleine "Einkaufsläden" von Lyx und die Bücherbüchse aufgebaut, bei denen die Besucher ähnlich wie in einem Supermarkt mit einem kleinen Körbchen am Arm durch Reihen mit Büchern stöbern konnten.

Was als Idee ein super Konzept ist, war in der Umsetzung bedauerlicherweise katastrophal. Diese "Einkaufsläden" waren in der Größe normaler Aussteller aufgebaut und wiesen im Inneren weitere, noch engere Reihen auf. Dadurch reduzierte sich der ohnehin schon stark eingeschränkte Platz auf ein Minimum.

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