Diese Rennsimulation geht auf Steam gerade komplett durch die Decke - darum müsst ihr sie spielen!
Special
Racing-Sims sind stark im Kommen: iRacing, Automobilista 2 und Raceroom erhalten derzeit starke Konkurrenz von Le Mans Ultimate. Was macht das Rennspiel so gut?
Sogar der Top-Speed kann unter Beschädigungen leiden und bei harten Einschlägen fliegt schon mal ein Rad davon. Richtig verformt wird die Karosserie meines Fahrzeugs dabei aber nicht. Es gibt in LMU auch keine Safety-Car- oder Full-Course-Yellow-Phasen. Eine Einführungsrunde mit anschließendem fliegendem Start und Double-File-Prozedere darf ich aber selbst in Angriff nehmen.
Auch die Simulation der Reifentemperaturen kann sich auf alle Fälle sehen lassen. Jeder kleine Rutscher macht sich bemerkbar und sorgt dafür, dass einzelne Reifen überhitzen. Ich muss im Anschluss erst wieder schonend fahren, um die Temperaturen in den grünen Bereich zu bekommen.
Vorsprung durch Technik
Auch optisch muss sich LMU nicht hinter den anderen Sims verstecken. Das Spiel sieht top aus, ohne aber neue Maßstäbe zu setzen. Grafisch kommt es nicht ganz an Gran Turismo 7 und Forza Motorsport heran, aber die Prioritäten liegen auch eher beim starken Handling-Modell.
Das Spiel punktet mit einem aufgeräumten User Interface, das ich je nach Belieben durch ein paar Einstellungen anpassen kann. Ein paar kleinere Grafikprobleme zeigen sich aber zwischendurch noch und auch die Darstellung des Rasens abseits der Strecke gefällt mir in anderen Titeln deutlich besser.
In Online-Rennen sticht dafür der fantastische Netcode heraus. Während es in iRacing, Gran Turismo 7 und anderen Rennspielen in diesem Punkt immer wieder frustrierende Schwierigkeiten gibt, kann ich mit meinen Konkurrenten in LMU wunderbar Rad an Rad kämpfen.
Quelle: Studio 397
Und dann kommt ja auch noch der brachiale Sound der Motoren dazu. Hater werden sagen, da fahren doch nur ein paar Autos im Kreis, aber für mich sind die unterschiedlich klingenden Aggregate vor allem in Wiederholungen Musik in den Ohren. Wenn über 50 Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen sind und jeder Motor der jeweiligen Karren anders klingt, dann geht da sofort mein Motorsport-Herz auf.
DLC-Politik und Zukunft
Ein Problem von Le Mans Ultimate ist allerdings nach wie vor der Content. Über ein Jahr nach dem Start in den Early Access sind zwar einige Marken und Kurse dazugekommen, aber andere Simulationen wie ACC und Automobilista 2 haben in Sachen Fuhrpark deutlich die Nase vorn.
Ich darf zwar hinters Steuer der besten Autos, - Pay-to-Win spielt also keine Rolle -, dennoch ist es ärgerlich, dass ich einige Fahrzeuge und Strecken erst zusätzlich kaufen muss. Im Vergleich zu anderen Titeln kommt LMU insgesamt mit einem recht gering ausfallenden Grundgerüst angefahren - allerdings umfangreicher als bei iRacing.
Quelle: Studio 397
Das Hauptspiel kostet derzeit knapp 35 Euro auf Steam und für die Erweiterungen inklusive Strecken und Autos kommen nochmal zwischen 12 und 17 Euro obendrauf.
Aber noch befindet sich die Sim im Early Access und die Pläne für die Zukunft versprechen einiges: Neben weiteren Pisten und Karren soll ich schon bald das Aussehen meines Fahrzeugs individueller anpassen dürfen und wie es sich für eine Langstrecken-Simulation gehört, halten Fahrerwechsel mit dem nächsten Update im Mai Einzug.
Le Mans Ultimate zeigt trotz des recht überschaubaren Umfangs gerade extrem viel Potenzial und setzt die etablierte Konkurrenz mit grandioser Fahrphysik und ordentlich Action auf der Strecke ziemlich unter Druck. Wie lange LMU noch im Early Access bleibt und ob die Sim auch auf den Konsolen erscheint, lässt sich allerdings noch nicht abschätzen.
