Dieser Aufbauspiel-Geheimtipp steckt sogar Anno teilweise in die Tasche!
Test
Mit seiner großartigen Kampagne lässt der Aufbauspiel-Geheimtipp sogar Anno 117 alt aussehen. Doch nicht alles ist so gelungen, wie die Kampagne.
Gelegentliche Frustmomente
Etwas ungewöhnlich ist dagegen das Geld in Laysara umgesetzt. Unsere Haupteinnahmequelle sind Spenden von den Einwohnern, was im Grunde wie ein Steuereintreiber funktioniert. Allerdings können wir nur einen kleinen Puffer an Rücklagen sammeln, mit denen wir wiederum neue Gebäude errichten. Gerät unsere Bilanz mal in die Miesen, schwinden unsere Ersparnisse aber sehr zügig. Und das passiert gar nicht so selten, besonders auf den höheren Schwierigkeitsstufen. Denn wenn es an Arbeitskräften und Yaks fehlt oder bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllt werden, sind saftige Strafzahlungen fällig. Das sorgt dafür, dass man häufig das wenige Geld jonglieren muss und der Aufbau neuer Betriebe mitunter kritisch ist.
Zwar können wir jederzeit das Spiel pausieren, um die Lage wieder in den Griff zu kriegen, aber trotzdem kann das frustrieren. Besonders blöd ist das in Kombination mit der Lawinen-Mechanik. Auf vielen Karten besteht an gewissen Stellen Lawinengefahr. Und wenn wir nicht für den nötigen Schutz sorgen, begraben die Schneemassen gut und gerne ganze Bezirke oder Produktionsketten unter sich. Was auf einen Schlag zu massiven Geldproblemen führen kann. Gerade für solche Fälle wäre ein dickeres Geldpolster hilfreich.
Quelle: PC Games
Wie wir den knappen Platz in Laysara aufteilen, ist uns überlassen. Die Reichweite von Gebäuden können wir aber zumindest mit besseren Straßen erweitern.
In diesem Artikel
Großartige Kampagne
Trotz gelegentlicher Rückschläge hat uns Laysara aber immer motiviert. Durch das Zusammenspiel aus Platzmangel, Logistikanforderungen, begrenzten Reichweiten der Gebäude, Klimazonen, Arbeitskräften und Finanzen entsteht ein regelrechtes Puzzle. Wie kriegen wir das nur alles unter? Bauen wir nötige Produktionen dort, wo sie am effizientesten arbeiten, dafür aber weit weg sind? Oder verzichten wir auf Effizienz, sparen uns dafür aber Kosten für den Transport? Den Entwicklern gelingt in Laysara ein toller Kreislauf, bei dem man immer von einer Herausforderung direkt in die nächste rutscht. Dadurch ist das Aufbauspiel ein kleines Paradies für Tüftler.
Besonders gelungen ist dabei auch die Kampagne, die mit dem Release der Vollversion jetzt neu dabei ist. In der werden wir auf verschiedenen Karten mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. So siedeln wir zum Beispiel an einem Vulkan, der reiche Bodenschätze bietet, dafür aber kein Tiefland. Die Nahrungsversorgung ist also schwierig.
Im Verlauf der etwa 20-stündigen Kampagne wechseln wir immer wieder den Schauplatz, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Für Futter sorgen wir dann zum Beispiel auf einem anderen Berg, auf dem es vor grünen Wiesen nur so strotzt - dort gibt's dafür aber keine Hochlandgebiete. Besonders gut gefallen hat uns auch, dass wir mehrfach zu früheren Siedlungen zurückgekehrt sind und dort immer wieder weitergebaut haben. Dadurch entsteht ein gutes Gefühl, wie alles in unserem Reich zusammenhängt und was wir schon erreicht haben. Und hat man die Story in der Kampagne abgeschlossen, kann man die Partie endlos im Sandkastenmodus fortführen.
Quelle: PC Games
In der Kampagne und im Sandkastenmodus steht uns eine ganze Weltkarte mit verschiedenen Locations zur Verfügung, die wir nacheinander bebauen.
Spannend ist auch, dass die Einwohner nicht nur häufig verschiedene Güter und Annehmlichkeiten je nach Berg wollen, sondern dass auch deren Wertigkeit variiert. Auf einem Berg freuen sich Handwerker noch über ein Badehaus, während sie woanders gar kein Interesse dran haben und dafür auf Schmuck abfahren. Dadurch bauen wir nicht ständig immer das Gleiche auf und es wird nicht eintönig.
In einer späteren Mission müssen wir auf einem Berg sogar ganz ohne Ordensleute auskommen, weshalb wir nur mit Gebäuden geringer Forschungsstufe klarkommen müssen.
Abseits der Kampagne gibt es aber noch viel mehr für Baumeister. Im Sandkastenmodus spielen wir eine lange, fortlaufende Partie ohne feste Ziele frei auf einer kompletten Weltkarte mit vielen Locations. In Szenarien bezwingen wir einzelne Berge mit bestimmten Eigenschaften. Der Herausforderungsmodus bietet kurze, knackige Bauchallenges, teilweise mit fiesem Zeitlimit. Und wer einfach ohne Limits ranmöchte, findet im Freien Bauen seinen Favoriten.
Fazit und Wertung
Und auch wenn sich die Entwickler von Anno hier abschauen können, wie man eine gute und abwechslungsreiche Kampagne macht, bleibt Laysara in anderen Punkten hinter der deutschen Aufbaureihe zurück. So hat uns auch gestört, dass man die Gebäude nicht drehen kann. Ausgerechnet in einem Spiel, wo es um maximale Effizienz geht, tut es jedes Mal weh, wenn man Lücken nicht schließen kann, obwohl ein Gebäude um 90 Grad versetzt perfekt passen würde.
Da die Karten in Laysara alle handgebaut sind und ohne Zufallselemente auskommen, ist das Spiel außerdem sehr anfällig für das perfekte Layout. Sprich: Für jeden Berg gibt es rein faktisch den perfekten Aufbau, was den Wiederspielwert einer Karte massiv senkt. Zum Glück gleichen die Entwickler das mit gutem Umfang aus.
Durch den Platzmangel, die winzige Schatzkammer und den Fokus auf Effizienz ist Laysara außerdem nichts für die Aufbauspieler unter euch, die gerne ganz gemütlich ausschweifende Siedlungen mit vielen Verzierungen aufbauen. Ebenso wird euch das Spiel nicht abholen, wenn ihr viel Wert auf eine hochwertig präsentierte oder ausgefeilte Story legt. Die in unvertonten Textboxen umgesetzte Handlung ist ganz witzig geschrieben, aber nichts Besonderes.
Diese kleineren Kritikpunkte halten Laysara zwar davon ab, in der obersten Aufbauliga neben Anno, Against the Storm und Frostpunk mitzumischen. Davon abgesehen ist den Entwicklern hier aber ein sehr gutes Aufbauspiel mit klarem Fokus und ein paar interessanten Ideen gelungen. Und hübsch anzusehen sind die hier erbauten Bergkönigreiche auch noch.
Meinung
Am PC war Laysara seit dem 10. April 2024 im Early Access und verlässt den mit Version 1.0 jetzt am 27. Februar 2026. Zeitgleich erscheint das Aufbauspiel auch für PS5, Xbox Series und Nintendo Switch 2. Standardmäßig gibt's das Spiel auf allen Plattformen für schlanke 25 Euro, wobei es sogar einen Launch-Rabatt geben wird. Transparenzhinweis: Für diesen Test stellten uns die Entwickler die Release-Fassung von Laysara zur Verfügung.
