Ghostbusters, Star Wars, Jurassic Park & Co.: Hollywoods Nostalgie-Fetisch nervt

Kolumne Christian Fussy
Ghostbusters, Star Wars, Jurassic Park & Co.: Hollywoods Nostalgie-Fetisch nervt
Quelle: Sony

Legacy Sequels, also Fortsetzungen, die manchmal erst Jahrzehnte nach dem Original erscheinen und den Franchise-Staffelstab an eine neue Generation weitergeben sollen, sind in Hollywood der absolute Renner. Man sollte meinen, als Fan von Filmklassikern wie Ghostbusters oder Jurassic Park lebt man heute in einem goldenen Zeitalter. Diese Nostalgie-Offensive geht so manch einem aber auch gehörig auf den Senkel. Darunter auch Redakteur Chris Fußy.

Sequels zu beliebten Filmen gelten in Hollywood nicht erst seit gestern als eine sichere Bank. Der Hunger von Fans nach neuen Filmen bekannter Marken ließ bei Studio-Bossen schon immer die Hose prall werden. Sogenannte Legacy-Sequels sind allerdings noch eine recht junge Erscheinung. Der Begriff bezieht sich auf Filme, die einen gefeierten Klassiker fortsetzen, alte Stars zurückholen und gleichzeitig versuchen, den Markennamen zu einem Franchise auszubauen oder ihn schlicht einer neuen Generation schmackhaft zu machen.

Diese Marken müssen nicht immer schon seit Ewigkeiten brachliegen, im Fall von Star Wars zum Beispiel gab es in den letzten Jahrzehnten vor der offiziellen Fortsetzung ja haufenweise Material in Form von Comics, Videospielen und Prequels. Es handelt sich aber schon meist um Filme, bei denen der erste Teil bereits Dekaden zurückliegt. Grundsätzlich habe ich überhaupt kein Problem damit, dass große, beliebte Marken die Zeiten überdauern und Helden wie Rocky, Luke Skywalker, Neo und Trinity oder Laurie Strode noch immer einen Platz auf der Kinoleinwand haben.

Was mir auf den Keks geht, ist der extreme Fokus dieser Projekte auf Nostalgie. Und das schreibe ich nicht, weil ich ein Spielverderber und Griesgram bin. Na gut, vielleicht bin ich ein bisschen ein Griesgram. Aber das liegt nicht daran, dass ich es Fans nicht gönne, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.

Ich würde mich ja selbst als Fan von einigen dieser Kultfilme bezeichnen und verstehe die Vorfreude, die mit der Ankündigung einer Fortsetzung einer liebgewonnenen Filmreihe einhergeht. Was mich allerdings ankotzt, ist, wenn der Blick durch die Nostalgie-Brille genau das ruiniert, was eine Geschichte ausmacht.
Halloween Kills Quelle: Universal Pictures Halloween Kills Allein schon deshalb, weil die Fans so lange Zeit hatten, ihre Liebe zum Original zu intensivieren und sich Gedanken zu allen Figuren und Entwicklungen zu machen, ist die Erwartungshaltung hoch und ein gewisses Maß an Fan-Service zu erwarten. Dieses Maß zu finden, gestaltet sich aber dementsprechend schwierig.

Man kann es nie allen Fans recht machen und durch die enorme Verehrung, die den Franchises entgegenkommt, kann es schnell passieren, dass das Publikum wütend aus dem Kino-Saal kommt, weil der neue Film nicht den speziellen Vorstellungen entspricht. Wer mit Nostalgie wirbt, muss diese schließlich auch abliefern.

Das hat zur Folge, dass all diese damals richtungsweisenden oder höchst eigenartigen Filme dazu verdammt sind, genau so zu bleiben, wie sie immer waren. Sich nie weiterzuentwickeln und immer die gleiche Ikonografie zu benutzen. Die Fans diktieren, wie ihr Lieblings-Franchise zu sein hat und sind dann enttäuscht, wenn sich das ersehnte Gefühl trotzdem nicht einstellt. Hat man halt dann doch schon alles woanders mal gesehen. Als es noch neu war. Und aufregend.

Paradebeispiel Ghostbusters

Anlass für diese Kolumne gab mir besonders die Legacy-Fortsetzung Ghostbusters: Afterlife. Ein Franchise, das ich bereits seit meiner Jugend mag und von dem ich alle Ableger gesehen habe.

Der erste Ghostbusters ist ein wahres Filmwunder. Hochoriginell, witzig, perfekt besetzt, fesselnd und voller einprägsamer Momente. Es kamen genau die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammen und erschufen etwas Einzigartiges. Selbst Ghostbusters 2 fiel im Vergleich mit dem direkten Vorgänger schon qualitativ stark ab. Für den Reboot von 2016 setzte Studio Sony dann auf ein komplett neues Team mit eigener Kontinuität.

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