Fallout war nur der Anfang: Videospiele sind das neue MCU!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Fallout war nur der Anfang: Videospiele sind das neue MCU!
Quelle: Amazon

Erfolgreicher als das MCU: Wie Gaming-Marken Filme und Serien erobern - und warum Super Mario Bros., Fallout und The Last of Us den Superhelden das Leben schwer machen werden!

Eine Ausnahme bildet hier Marvel's Spider-Man 2. Das von Insomniac Games (bekannt durch Ratchet & Clank) entwickelte Actionspiel erschien am 20. Oktober 2023 und verkaufte sich bereits am ersten Tag zweieinhalb Millionen Mal. Damit ist Spider-Man 2 das am schnellsten verkaufte Spiel in der Geschichte der PlayStation Studios. Nach rund einem Monat wurde die Fünf-Millionen-Marke geknackt.

Dazu muss man wissen, dass Spider-Man schon immer einer der beliebtesten Marvel-Helden war. In den Jahren zuvor erschienen mit Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame sowie Spider-Man: No Way Home (2021) die drei erfolgreichsten MCU-Filme überhaupt, in denen die von Tom Holland verkörperte Spinne eine tragende Rolle spielte.

Damit nimmt Spider-Man eine ganz ähnliche Position ein wie Super Mario - als wohl wichtigster Sympathieträger des MCU. Mal ganz abgesehen davon war auch das Spiel einfach klasse und heimste überall Höchstwertungen ein. Bekanntheitsgrad dank Hollywood und Gameplay-Erfolg gehen hier also Hand in Hand.

Spider-Man 2 Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich Spider-Man 2 Während Spiele also nicht zwangsläufig von Filmen profitieren, zeigt sich bei der Veröffentlichung von Serien und Filmen auf Basis von Games eine interessante Entwicklung. Plötzlich steigen nämlich die Verkaufs- und Nutzerzahlen der dazugehörigen Spiele. Im Zuge des Erscheinens der Fallout-Serie schnellten die Nutzerzahlen bei allen Titeln des Endzeitabenteuers nach oben.

Am 23. April 2024, rund zwei Wochen nach dem Start der Amazon-Video-Serie, bestätigte Bethesda, dass über eine Million Spieler im MMO Fallout 76 aktiv waren und über vier Millionen Neugierige die anderen Ableger spielten.

Das Anschauen der Serie hat also massiv das Interesse und die Lust auf die Videospiele geweckt. Dieser Trend zeigte sich auch bei der Netflix-Serie The Witcher. Dank der zu Weihnachten 2019 gestarteten ersten Staffel wurde das zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre alte The Witcher 3: Wild Hunt plötzlich von so vielen Menschen gespielt wie nie zuvor. Die Verkaufszahlen des Rollenspiels schossen im vierten Quartal 2019 in die Höhe und übertrafen die des Vorjahres um unglaubliche 554 Prozent.

Eine gute Adaption kann also die Verkaufszahlen deutlich ankurbeln und im besten Fall sogar eine neue Zielgruppe erschließen. Nicht nur Hollywood profitiert also von der Zusammenarbeit, sondern auch die Spieleindustrie und das Medium selbst.

Keine Erfolgsgarantie

Gleichzeitig sollte klar sein, dass auch Film- oder Serienadaptionen von Videospiellizenzen keine Garantie für hohe Einnahmen oder Zuschauerrekorde sind. 2020 scheiterte beispielsweise Monster Hunter mit Milla Jovovich in der Hauptrolle.

Der stumpfsinnige Action-Film erhielt nicht nur katastrophale Kritiken, sondern spielte seine Produktionskosten von 60 Millionen Dollar nur mit Mühe wieder ein. Der Ticketverkauf in den Kinos spülte zunächst nur rund 48 Millionen Dollar in die Kassen, erst die spätere Veröffentlichung auf DVD, Blu-Ray und über Streaming-Anbieter sorgte für ein ausgeglichenes Konto.

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