Erfolgreicher als das MCU: Wie Gaming-Marken Filme und Serien erobern - und warum Super Mario Bros., Fallout und The Last of Us den Superhelden das Leben schwer machen werden!
Leidet ihr auch unter "Superhero fatigue"? Mit diesem Begriff wird allzu gerne die Übersättigung der Unterhaltungsbranche mit Superhelden - sei es in Filmen oder Serien - bezeichnet. Seit vielen Jahren ist das Marvel Cinematic Universe (kurz: MCU) eine wahre Goldgrube für den Rechteinhaber Disney. Seit 2007 haben die Macher von Micky Maus weit über 30 Filme veröffentlicht.
Mit dem Start des Streaming-Portals Disney Plus im Jahr 2019 kamen auch zahlreiche Serien wie Hawkeye, Loki, WandaVision, She-Hulk und Ms. Marvel hinzu. Seit Beginn von Disneys Superhelden-Offensive hat das MCU weit über 30 Milliarden US-Dollar eingespielt. Damit ist es das erfolgreichste Film-Franchise aller Zeiten - noch vor Star Wars, James Bond oder Harry Potter.
Doch seit dem Ende von Phase 3 im Jahr 2019 mit Avengers: Endgame und Spider-Man: Far From Home kämpft das MCU mit den selbst gesteckten finanziellen Erwartungen und den Ansprüchen der Fangemeinde. In der aktuell laufenden Phase 5 konnte letztlich nur Guardians of the Galaxy Vol. 3 vollends überzeugen. Ant-Man and the Wasp: Quantumania und The Marvels fielen durch und zeigten die Grenzen der Comic-Umsetzungen auf.
Quelle: Disney/Marvel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Gleichzeitig erleben Filme und Serien, die auf Computer- und Videospielen basieren, seit Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen schlechte Videospieladaptionen wie Alone in the Dark, Doom, Wing Commander oder Dungeon Siege "verflucht" waren. Stattdessen stürmen Mario, Sonic und Co. die Kino- und Streaming-Charts, während es Thor, Ant-Man und ihre Superheldenkollegen immer schwerer haben.
Der rasante Aufstieg der Superhelden
Die Arbeiten am Marvel Cinematic Universe begannen 2005 in Kooperation von Marvel Entertainment und Paramount Pictures. Die Walt Disney Company übernahm Marvel erst 2009 für stolze vier Milliarden US-Dollar. Ein Schnäppchen, wie sich herausstellen sollte! Bereits 15 Jahre später hatten die Filmproduktionen mehr als 18 Milliarden US-Dollar eingespielt.
Die Popularität der Filmumsetzungen zeigte sich schon früh: Der erste MCU-Film Iron-Man (2008) erwirtschaftete bis heute rund 585 Millionen US-Dollar, der 2010 veröffentlichte zweite Teil brachte es auf 623 Millionen US-Dollar und Thor (2011) kam immerhin auf rund 450 Millionen US-Dollar Umsatz.
Den Superhelden-Hype löste schließlich 2012 Marvel's The Avengers aus, der die Milliardengrenze knackte. Mit anderthalb Milliarden US-Dollar Umsatz gehört der erste MCU-Ensemblefilm bis heute zu den Top 5 der erfolgreichsten Superheldenfilme.
Kinofilme, die auf Computer- und Videospiellizenzen basieren, hatten dem lange Zeit nichts entgegenzusetzen. Ein Achtungserfolg gelang 2012 dem von den Walt Disney Studios produzierten Prince of Persia: The Sands of Time mit Jake Gyllenhaal, der immerhin 336 Millionen US-Dollar einspielte, und auch die Resident-Evil-Filme schlugen sich damals mit Umsätzen jenseits der 200-Millionen-Marke wacker. Eine Konkurrenz zu den Superhelden stellten sie jedoch nicht dar.
Seinen bisherigen Höhepunkt erreichte das MCU zweifellos 2018/19 mit der Veröffentlichung von Avengers: Infinity War (2018) und Avengers: Endgame (2019). Zusammen spielten die Filme rund 4,8 Milliarden US-Dollar ein. Bis heute führt der zweiteilige Abschluss der sogenannten Infinity-Saga die Liste der erfolgreichsten Superheldenfilme an.
Bildergalerie
Nahezu zeitgleich erstarkten aber auch Computer- und Videospielverfilmungen: Der Monster-Film Rampage - Big Meets Bigger mit Dwayne "The Rock" Johnson brachte es 2018 auf 428 Millionen Dollar Umsatz weltweit. Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu (2019) kam sogar auf 450 Millionen US-Dollar und löste damit Warcraft: The Beginning (2016) als erfolgreichste Videospielverfilmung ab.
