Erfolgreicher als das MCU: Wie Gaming-Marken Filme und Serien erobern - und warum Super Mario Bros., Fallout und The Last of Us den Superhelden das Leben schwer machen werden!
Super Mario als Vorreiter
Das Ende der Infinity-Saga markiert einen Bruch in der Erfolgswelle des MCU. Das Ausscheiden bekannter Recken wie Iron-Man oder Captain America dämpfte die Euphorie ebenso wie die immer komplexer werdenden Science-Fiction-Tropen und parallelen Handlungsstränge, die Serien wie WandaVision (2021), Hawkeye (2021), Loki (2021) und viele andere eröffneten.
Obwohl wir dank der Corona-Pandemie alle viel Zeit zu Hause verbrachten, wurde man von einem Überangebot an MCU-Inhalten förmlich erschlagen. Gleichzeitig rückten aber auch Gaming-Franchises stärker in den Fokus. Die Serien Castlevania (2017) oder auch Arcane (2021) zeigten, wie man Videospieluniversen interessant erweitern und darstellen kann.
Und auch, wenn die Netflix-Serie The Witcher (2019) auf den Fantasy-Romanen von Andrzej Sapkowski basiert, war die Verbindung zu den Spielen von CD Projekt Red für viele Zuschauer schnell hergestellt. 2023 sollte schließlich ein entscheidendes Jahr für diese Entwicklung zugunsten von Gaming-Franchises gegenüber dem MCU werden: Der Animationsstreifen Der Super Mario Bros. Film wurde zum Blockbuster und durchbrach die Milliardengrenze.
Insgesamt spielte er über 1,3 Milliarden US-Dollar ein und war damit erfolgreicher als alle MCU-Filme des Jahres - darunter etwa Guardians of the Galaxy Vol. 3. Fun Fact: Ganz nebenbei wurde Five Nights at Freddy's mit fast 300 Millionen Dollar Umsatz der erfolgreichste Horrorfilm des Kalenderjahres.
Vorbei sind die Zeiten des Videospiel-Fluchs: Gaming-Adaptionen erarbeiteten sich zunehmend einen guten Ruf und stehen für adäquate Unterhaltung. Auf den Super Mario Bros. Film folgte der Serien-Hit The Last of Us mit Pedro Pascal und Bella Ramsey in den Hauptrollen. Als Showrunner fungierte Craig Mazin, der zuvor als Drehbuchautor den Serienerfolg Chernobyl (2019) entwickelt hatte.
Quelle: Warner Bros.
The Last of Us
Im Gegensatz zum kindgerechten Nintendo-Kinoerfolg war das Endzeitabenteuer eine düstere, von den Figuren getriebene Serie für Erwachsene. Die ersten sechs Folgen wurden auf HBO in den USA von über 30 Millionen Menschen gesehen - nur die letzte Staffel von Game of Thrones war noch erfolgreicher.
The Last of Us wurde für 24 Emmys nominiert und gewann schließlich acht. Es war die erste Videospieladaption, die in diesem Rahmen gewürdigt und ausgezeichnet wurde. Doch der nächste Serien-Hit ließ nicht lange auf sich warten: Fallout auf Amazon Video. In den ersten zwei Wochen wurden 65 Millionen Zuschauer erreicht. Nur Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht wurde auf der Streaming-Plattform häufiger gesehen.
Wer profitiert vom Erfolg?
Die Wechselwirkung von Erzeugnissen aus der Gaming-Industrie und Hollywood scheint hier besonders bemerkenswert. Games auf Basis von Superhelden-Filmen oder -Comics haben eine lange Tradition. In der jüngeren Vergangenheit hatten viele Videospielproduktionen jedoch mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Marvel's The Avengers, das 2020 im Zuge der beiden großen MCU-Filme veröffentlicht wurde, wurde für Square Enix und Entwickler Crystal Dynamics zum Service-Game-Flop.
Auch das von Eidos Montréal entwickelte Guardians of the Galaxy (2021) war kein Kassenschlager. Trotz guter Kritiken verkaufte sich das Actionspiel nur schleppend. Erst mit der Veröffentlichung im Xbox Game Pass erhielt es die Aufmerksamkeit, die es zweifellos verdient hat. Beide Spiele waren für Square Enix Verlustgeschäfte in Millionenhöhe. Auch die Filmlizenzen und die zeitnahe Veröffentlichung hatten hier keinen positiven Einfluss.
