Kingdom Come Test: Schatzjagd - Kampfsystem - Bugs
Test
Mittelalter pur: Kingdom Come: Deliverance glänzt im Test mit einer stimmigen Welt, schönen Quests, toller Optik und einer klasse Vertonung!
Auf dieser Seite
Etwas schade: Trotz der vielen Nahrungsmittel, Zutaten und Kochstellen im Spiel können wir keine eigenen Gerichte zubereiten, lediglich Fleisch dürfen wir braten. Immerhin gibt's aber eine andere launige Nebentätigkeit in Form eines einfachen Würfelspiels, mit dem wir uns ein paar Groschen hinzuverdienen können. Eine hübsche Questreihe wie in The Witcher 3, das mit seinem beliebten Gwent-Minispiel punkten konnte, gibt's hierzu aber leider nicht.
Die Gefechte - so gut wie versprochen?
Das Kampfsystem erfordert etwas Einarbeitung: Sobald ein Nahkampf entbrennt, wird die Kamera auf den Gegner aufgeschaltet, sodass wir uns nicht mehr um den Blickwinkel kümmern müssen. Dafür lenken wir mit der Maus oder dem rechten Analogstick nun unsere Handbewegung. So können wir Schwert, Axt oder Keule seitlich oder über dem Kopf halten und legen die Schlag- und Blockrichtung fest. Beispielsweise deuten wir so einen Schlag von oben an und verleiten den Gegner zu einer hohen Abwehrhaltung, senken dann aber im letzten Moment das Schwert und stechen seitlich zu. Auch Kombo-Angriffe sind möglich, allerdings müssen wir dabei unseren Ausdauervorrat berücksichtigen - wenn uns die Puste ausgeht, sind wir leichte Beute für den Gegner. Zusätzlich müssen wir aktiv blocken und wenn wir dabei den richtigen Augenblick erwischen, gilt das als perfekter Block, der uns einen schnellen Konter erlaubt.
Quelle: PC Games
Nur sehr selten fährt Kingdom Come solche Szenen auf. Hier sinkt die Performance dann spürbar.
Ein ungewöhnliches, taktisches Kampfsystem, das manchmal richtig gut funktioniert! In vielen Fällen hat man aber eher das Gefühl, nicht die volle Kontrolle zu haben: Manche Gegner fallen mit etwas Übung geradezu lächerlich einfach aus den Stiefeln, andere dagegen rammen uns binnen Sekunden ungespitzt in den Boden, indem sie zig perfekte Konter in Folge ausführen oder unseren Hieben ausweichen, ohne dass ihnen dabei die Ausdauer zur Neige zu geht. Greifen uns mehrere Gegner auf einmal an, wird's nicht nur schwieriger, sondern vor allem chaotischer - das eigentlich elegante Kampfsystem mündet dann meist in zügellosem Hauen und Stechen. Auch die Faustkämpfe fühlen sich etwas hakelig an und enden oft darin, dass wir einfach schnelle Hiebe aneinanderreihen, bis der Gegner am Boden liegt - mit Taktik hat das nur noch wenig zu tun.
Patches, Bugs und Glitches
Auf allen Plattformen neigt Kingdom Come zu kleinen und großen Fehlern. Positiv zu bewerten ist die Stabilität der PC-Version: In unserem Test hatten wir trotz der langen Spielzeit gerade mal drei Abstürze zu verzeichnen, das ist im Vergleich zu vielen anderen Rollenspielen, die wir im Test hatten, noch völlig okay. Unsere PS4-Version stürzte im Test dagegen häufiger ab - trotz aller verfügbaren Updates, die zwar bitter nötig, aber auch bis zu 30 GB groß sind!
Quelle: PC Games
Kopflos durchs Mittelalter: Die Pop-Ups machen gelegentlich selbst vor NPCs nicht Halt.
Selten blieb Heinrich auch an Treppenstufen hängen oder sein Pferd schwebte nach einem Sprung über einen Zaun kunstvoll in der Luft - diese Fehler lassen sich zumindest leicht umgehen. NPCs haben zwar schöne Tagesabläufe, sie essen, arbeiten, schlafen und wandern umher. Öfter mal zeigt die KI aber auch störende Aussetzer, etwa wenn Charaktere Durchgänge blockieren, ein Gegner mitten im Faustkampf wieder freundlich wird oder wenn uns ein eigentlich besiegter Halunke plötzlich als Dieb beschimpft, wenn wir sein Inventar plündern. Auch Fehler in der Lautstärkeabmischung haben wir besonders in den späteren Hauptquests beobachtet.
Ob es nun Bugs oder einfach Performance-Schwächen der Engine sind, die dafür sorgen, dass Texturen, Gesichter und Objekte zu spät nachgeladen werden, ist einerlei: Sie lassen das Spiel technisch unsauber wirken, obwohl sich diese Fehler zumindest nicht aufs Gameplay auswirken. Die ersten Patches haben hier noch keine Besserungen gebracht. Weitere Bugfixes sind bereits bei Warhorse in Arbeit, allerdings sollen diese noch eine Weile auf sich warten lassen. Warum, lest ihr hier in dieser Meldung.
Meinungen
Kingdom Come: Deliverance ist seit 13. Februar 2018 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und ab 16 Jahren freigegeben. Neben den digitalen Versionen ist das Spiel auch im Einzelhandel erhältlich, unter anderem als hübsch ausgestattete Collector's Edition.
