Kingdom Come: Deliverance 2 endlich angespielt - und heiß auf den Rest

Special Antonia Dreßler
Kingdom Come: Deliverance 2 endlich angespielt - und heiß auf den Rest
Quelle: Warhorse

Wir konnten in Kingdom Come: Deliverance 2 reinspielen und das Gameplay des kommenden Rollenspiels selbst testen. Inwiefern Warhorse seinem Spiel treu bleibt, haben wir für euch unter die Lupe genommen.

Im zweiten Teil erleben wir das Spiel aus der Sicht eines gestandenen Mannes, der bereits einige Fähigkeiten vorzuweisen hat. Im Laufe der Einstiegs-Handlung werden wir zwar wieder ein gutes Stück nach hinten gesetzt, aber zumindest wissen wir schon, wie sich das Gameplay später anfühlen kann.

Generell hat man sich für einen Ansatz entschieden, der spielerfreundlicher ist: Die Controllersteuerung zeichnete sich im ersten Teil etwa dadurch aus, besonders ausgefallen zu sein. So konnte man während des Rennens den rechten Thumbstick nicht bewegen, weil der Daumen auf Kreis bzw. B liegen musste. Das hat das Spiel dann damit ausgeglichen, dass sich die Kamera mit der Laufrichtung mitbewegte. Wen das störte, hatte Pech, denn die Knöpfe frei belegen, ging nicht.

Ein Ausritt mit Hans Capon Quelle: Warhorse

Kämpfen macht jetzt Spaß

Und auch was das Kampfsystem angeht, hat sich Warhorse für eine Variante entschieden, die viel zugänglicher ist, statt wie im ersten Teil Fragezeichen aufzuwerfen. Man greift zwar immer noch aus verschiedenen Richtungen an, aber vor allem das Blocken ist sehr viel einfacher. Was im ersten Teil noch sehr schwierig zu timen war und woran viele Spieler frustriert gescheitert sind, ist nun stark heruntergebrochen.

In unserer Anspielsession konnten wir von Anfang an ohne große Mühen perfekte Blocks ausführen und ohne viel Training stets eine Riposte folgen lassen. Die Gegner waren uns dabei ungefähr ebenbürtig und so kam es zu schnelleren Kämpfen mit schnelleren Schlagabläufen und weniger taktischem Rumgefummel. Das mag für einige Spieler eventuell die Würze aus dem Mittelalter-Rollenspiel nehmen, wir halten die Änderung für eine sinnvolle Entscheidung.

Von wegen böhmische Dörfer - Wir erleichtern euch den Einstieg in Kingdom Come: Deliverance II! Quelle: Warhorse Studios

Mehr als ein Weg zum Ziel

Dabei sind Kämpfe aber sowieso nicht der Hauptfokus von Kingdom Come. Der liegt klar auf den Rollenspiel-Aspekten, die sich schon in der Einführung deutlich bemerkbar machen. An einer Stelle können wir uns etwa entscheiden, leise vorzugehen, uns mit Diplomatie durchzuschlagen oder einfach laut in den Kampf zu springen.

Wir haben es durch unser Vorgehen geschafft, zwei Widersacher niederzustrecken und konnten beim Looten ein paar Würfel einsacken. Mit denen hatten wir in einer späteren Quest die Möglichkeit, durch Glücksspiel sehr viel schneller an unser Ziel zu kommen. Wer sich am Anfang anders verhielt und nicht an die Würfel kam, hatte die spätere Option zum Glücksspiel nicht.

Ob KCD2 auch nach den ersten Stunden derartig gut funktioniert und die Hauptgeschichte uns abholen kann, lässt sich nach unserem Anspielen aber natürlich noch nicht sagen. Trotzdem fühlt sich das Erlebnis jetzt schon runder und einsteigerfreundlicher an als noch der erste Teil.

Die Burg Trosky im böhmischen Paradies. Quelle: Warhorse Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Warhorse inzwischen kein nischiges Mini-Studio mehr ist und durchaus den Mainstream ansprechen will. Das wird von der Hardcore-Fanbase zwar selten gerne gesehen, aber in diesem Falle könnte das Spielerlebnis stark davon profitieren.

Fazit

Hält sich Warhorse an die Verbesserungen, die wir schon gesehen haben, und bleibt sich zugleich selbst treu, dann haben wir auch trotz Verschiebung keinerlei Befürchtung, dass uns Kingdom Come: Deliverance 2 enttäuschen könnte.

Bildergalerie

Wo der Anfang des ersten Mittelalterspektakels bei vielen Spielern starke Performance-Probleme mit sich brachte, wirkte unser Erlebnis in der Fortsetzung bereits sehr rund. Und dennoch entschied sich das Studio kürzlich, den Release auf das nächste Jahr zu verschieben, um ein wirklich sauberes Spiel abzuliefern.

Am 11. Februar soll es endlich so weit sein und wir können mit Heinrich das Böhmische Paradies und Kuttenberg ausgiebig erkunden. Dafür sollte man genügend Zeit mitbringen, denn es sind 80 bis 100 Spielstunden angesetzt, will man einen Großteil des Spiels sehen. Dazu kommen DLCs, die es laut Warhorse auf jeden Fall geben wird und an denen mutmaßlich schon gearbeitet wird. Transparenzhinweis: Die Reise- und Unterbringungskosten zum Anspiel-Event wurden vom Publisher übernommen.

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