Wir konnten in Kingdom Come: Deliverance 2 reinspielen und das Gameplay des kommenden Rollenspiels selbst testen. Inwiefern Warhorse seinem Spiel treu bleibt, haben wir für euch unter die Lupe genommen.
Mit der Ankündigung von Kingdom Come: Deliverance 2 haben sämtliche Fans des Mittelalter-Rollenspiels aufgehorcht. Schon länger konnte man mit einer Fortsetzung rechnen, seit April ist es aber offiziell: Heinrich ist zurück und will - wie sollte es anders sein - den Tod seiner Elte.rn rächen. Wir konnten mit einer Gruppe weiterer Journalisten in KCD2 reinspielen und uns selbst ein Bild von der Fortsetzung machen.
Die Erwartungen sind nicht gerade niedrig gesteckt, immerhin hat der erste Teil bereits eine große Spielerschaft um sich scharen können. Das ursprünglich auf Kickstarter gestartete Projekt überzeugte mit einer originellen Idee und einer stimmigen Umsetzung. Wenn man mal von den Performance-Schwierigkeiten zum Start und einigen Designentscheidungen, die zu gleichen Teilen revolutionär wie fragwürdig waren, absieht.
Mit nun über 250 Angestellten ist das verantwortliche Entwicklerstudio Warhorse Studios seitdem aber enorm gewachsen. Und neben mehr Entwicklerstärke kommt auch Erfahrung dazu und man verspricht nun eine würdige Fortsetzung, die in allen Belangen noch mal besser werden soll als der erste Teil.
Mehr Auslauf
Ob den Entwicklern das wirklich gelingt, zeigt sich spätestens zum Release - größer ist das virtuelle Böhmen aber in jedem Fall: Das Spiel erstreckt sich über rund 25 Quadratkilometer und bietet damit doppelt so viel Spielwiese wie sein Vorgänger. Die begehbare Karte ist aufgeteilt in das Böhmische Paradies und den Ort Kuttenberg. Die Stadt, die vom Silberbergbau geprägt ist, hatte schon im ersten Kingdom Come einen Eintrag im Kodex erhalten. Sie ist das, was einer Großstadt im Spiel am nächsten kommt - mit 60.000 Einwohnern zu der Zeit, in der Kingdome Come spielt, war das heutige Kutná Hora fast so wichtig wie Prag.
Quelle: Warhorse
Alle Orte sind ihren jeweiligen Originalen in Tschechien so detailgetreu wie möglich nachempfunden. Im Prinzip kann man jede Straße, jedes Haus und jeden Brunnen, die sich im Spiel befinden, so auch in der realen Welt besuchen. Natürlich 600 Jahre später und nicht immer im gleichen Zustand, trotzdem ist vieles noch erkennbar. Das zeigte uns Warhorse Studios direkt vor Ort und führte uns mit anderen Journalisten durch Kuttenberg. Die immer noch belebten Plätze sind deutlich wiederzuerkennen und teils sind die Häuserfassaden noch die gleichen. Die große Kirche Sankt Barbara ist im Spiel zwar noch eine halbe Baustelle, da sie um das Jahr 1400 herum noch lange nicht fertiggestellt war - trotzdem ist ihre markante Architektur erkennbar.
Quelle: Warhorse
Diese Detailverliebtheit zog sich auch in anderen Aspekten durch unser vierstündiges Anspielerlebnis. Die gotischen Säulen, die sich in den Spielmenüs finden, sind beispielsweise direkt von der Architektur aus der Zeit abgeschaut.
Kein Simulation
Die Entwickler stellen dabei gleichzeitig den Versuch an, den Mythos vom dunklen, dreckigen Mittelalter auszuräumen. Kuttenberg war durch die dortige Silbermine eine ausnehmend wohlhabende Stadt, in der die Bürger ihr Geld durch gepflegte Häuserfassaden und ihr eigenes Erscheinungsbild zur Schau stellten. Laufen wir als Heinrich durch Kuttenberg, fühlen wir uns nicht von der Enge und dem Dreck angeekelt, sondern bestaunen die Kulisse und das geschäftige Treiben, das den Ort mit Leben füllt.
Auch das Böhmische Paradies sieht wunderschön aus. Egal, ob wir über einsame Feldwege schlendern, Kräuter in lichten Wäldern sammeln oder uns in einem Gasthaus ein Päuschen genehmigen - alles ist stimmig und macht Lust auf mehr.
Hungrige Technik?
Das liegt natürlich nicht nur an dem hübschen landschaftlichen Vorbild, sondern auch an der CryEngine, die hier nach wie vor einen erstaunlich guten Job macht. Neben den hübschen Panoramen ist auch die Mimik der NPCs teils sehr realistisch. Wobei wir in unserer Anspiel-Session genauso auf hölzerne Gesichter gestoßen sind, es ist also vermutlich nicht gleich viel Liebe in alle Charaktere geflossen.
