Kingdom Come: Deliverance 2 endlich angespielt - und heiß auf den Rest

Special Antonia Dreßler
Kingdom Come: Deliverance 2 endlich angespielt - und heiß auf den Rest
Quelle: Warhorse

Wir konnten in Kingdom Come: Deliverance 2 reinspielen und das Gameplay des kommenden Rollenspiels selbst testen. Inwiefern Warhorse seinem Spiel treu bleibt, haben wir für euch unter die Lupe genommen.

Jede Figur im Spiel besitzt dafür laut Warhorse einen eigenen Tagesablauf. Sowohl die weniger zahlreichen Bauern auf dem Land als auch die Fülle an Städtern in Kuttenberg haben Routinen, die sie dauerhaft einhalten. Dementsprechend lösen sie sich nicht am Ende des Tages in Luft auf. Wir rechnen daher damit, dass Kingdom Come: Deliverance 2 (jetzt kaufen 45,91 € / 28,99 € ) so recht Hardware-hungrig auf dem PC wird.

Quests und freie Welt

Richtig frei konnten wir uns in unserer Anspielsession nicht bewegen, sondern haben neben einer Stunde vorgegebener Quests in Kuttenberg auch noch das rund dreistündige Intro gespielt. Dort folgen wir als Leibwache dem bereits bekannten Adligen Hans in einer relativ geradlinigen Missionsreihe, bevor uns das Spiel in die freie Welt entließ.

Mit im Grunde leeren Händen können wir uns entscheiden, ob wir dann der Hauptquest nachgehen, uns erst einmal irgendeinen Tagelohn suchen oder unseren entlaufenen Hund ausfindig machen, der in Kingdom Come: Deliverance 2 ein steter Begleiter sein wird.

Heinrich sitzt mit Freunden in einer Schenke Quelle: Warhorse Richtig viel Zeit hatten wir leider nicht, die gewonnene Freiheit in unserer Anspiel-Session auszunutzen. Aber immerhin lange genug, um die Aufregung zu spüren, einfach alles machen zu können, was wir wollen. Fast so, als ob man uns wirklich in einem böhmischen Dorf des 15. Jahrhunderts ausgesetzt hätte.

Rollenspiel nach alter Schule

Wie im ersten Teil des Mittelalterspektakels können wir uns austoben und unseren Heinrich genauso spielen, wie wir mögen. Natürlich sind unsere Taten aber trotzdem auch an die Reaktionen unserer Umwelt geknüpft, denn wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Regelmäßiges Waschen und ordentliche Kleidung sind die Grundvoraussetzung dafür, dass wir überhaupt angehört werden - je besser wir gekleidet sind und je höher unser Charisma-Wert, desto eher kommen wir mit unseren Wünschen durch, ohne umständliche Nebenaufgaben erledigen zu müssen.

Schlagen wir blutgebadet beim Händler auf, stehen die Chancen hingegen nicht schlecht, dass man uns mithilfe einer Wache des Platzes verweist. Vielleicht bekommen wir aber auch einen Rabatt, weil der arme Verkäufer schlicht Angst vor uns hat: Gut für unser Ansehen ist es in jedem Fall nicht.

Heinrich und Hans stehen am Pranger Quelle: Warhorse Studios Das Rufsystem in KCD2 ist exakt so wie im ersten Teil aufgebaut und hängt von unserem Auftreten und Benehmen ab. Die Reaktionen der Einwohner eines Ortes sind direkt an unseren Ruf geknüpft und so auch unsere Möglichkeiten, mit den Leuten zu interagieren. Auch andere Systeme finden wieder ins Spiel, wie der Survival-Aspekt, dass man regelmäßig Nahrung zu sich nehmen und schlafen muss.

Immersion durch Realismus

Die Entwickler achten bei Kingdom Come generell viel auf Realismus und betonten das vor uns bei jeder Gelegenheit. So kann man in Kingdom Come die Plattenrüstung nicht auf nackter Haut tragen, sondern muss die Kleidung schichten. Auch kann man nicht einfach ohne Konsequenzen irgendwo einbrechen, sondern muss beim Erwischtwerden mit einer entsprechenden Reaktion rechnen. Alte Kingdom-Come-Hasen finden sich damit schnell zurecht, aber auch für Neueinsteiger funktioniert der zweite Teil.

Ein Bogenschütze spannt die Sehne Quelle: Warhorse Dafür hat man im Intro-Part mehrere Dialoge, die sich auf den ersten Teil des Spiels beziehen. Die kann man durch entsprechende Antworten aber auch abkürzen, um nicht noch einmal alles Revue passieren zu lassen. Einige cineastische Rückblicke sind allerdings obligatorisch, aber immerhin auch stimmungsvoll genug, um selbst dann nicht zu langweilen, wenn man den ersten Teil gerade erst hinter sich gebracht hat.

Ein guter Start ins Spiel

Zwar haben wir vor allem den Einstieg in das zweite Kingdom Come gesehen, aber für den können wir schon einmal bürgen. Wo Heinrichs Unfähigkeiten im Vorgänger teils nervig waren, bekommen wir nun einen vernünftigen Protagonisten an die Hand. Ja, Heinrich war ein dummer, unerfahrener Junge, der vom Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Aber spielerisch hat sich das erste Kingdom Come: Deliverance mit diesem Realismus vor allem in den ersten Stunden keinen Gefallen getan.

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